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Fußball
Schlau wie der Fuchs

Matthias Haack / 26.06.2020, 20:30 Uhr
Hindenberg (moz) Manche Lindower mit sportlichem Interesse behaupten, es wird derzeit öfter auf dem oberen Rasenplatz trainiert als zu Zeiten, in denen eine Männermannschaft in der Fußball-Landesklasse Punkte gesammelt hatte. Dieser Eindruck mag täuschen. Fakt ist aber, dass die Hindenberger Füchse zweimal wöchentlich auf dem Lindower Grün von ihrem Trainerteam gescheucht werden.

Die "Füchse" geben nun den Takt an, nachdem das letzte Pflichtspiel des SV Grün-Weiß auf der imposanten Sportanlage – abgesehen von Heimspielen der weiterhin aktiven Lindower Junioren-Mannschaft – am 15. Juni 2019 gegen Rot-Weiß Gülitz im Abstiegskracher 3:1 geendet hatte. Sechs aus der vermeintlich letzten Lindower Startelf kamen aus Polen, zwei aus Lindow, einer aus dem Iran und einer aus der Ortschaft Keller. Seitdem werden die Netze der großen Tore nicht benötigt. Im Mai änderte sich das.

Verloren hat trotz der Intensitätsexplosion im Training keiner die Lust, weiß Vereinschef Oliver Borck (im Bild) um die glänzende Stimmung bei den Hindenberger Füchsen. Im Gegenteil: Die Füchse zeigen Vorfreude auf die neue Aufgabe: Sie greifen in zwei Monaten in der Kreisklasse an, als Spielgemeinschaft mit dem Lindower SV. Er hatte vor einem Jahr das sportliche Aus seiner Herren-Elf quittieren müssen. Die auf Peter Hellmann geschrumpfte Abteilungsleitung suchte seitdem nach einer Lösung, um den Fußball in der Dreiseenstadt am Leben zu erhalten. Im April zeichnete sich eine Lösung ab: eine Spielgemeinschaft mit den Füchsen, die seit zwei Jahrzehnten lediglich als Freizeitteam in Erscheinung traten.

"Wir spüren ganz klar eine Aufbruchstimmung", bemerkt Oliver Borck. "Seit unserer Mitgliederversammlung sind zwölf Neue dabei." Er sieht die frische Spielgemeinschaft nicht nur als Chance für beide Partner, er versteht das ungewöhnliche Konstrukt als "Auffangbecken von Sportlern aus dem ganzen Amt". Hindenberg gilt geografisch zwar als Nordlicht, doch die Spieler werden aus den Nachbarorten sowie Vielitz und Herzberg rekrutiert. Die Spanne umfasst etwa 20 Kilometer. Die Kernstadt liegt mittendrin. Ein echter Lindower, vielleicht einer mit fußballerischer Erfahrung, "der stünde uns sehr gut zu Gesicht. Nur trat bislang noch keiner auf uns zu." Dies sei aber der einzige Makel nach der "Heirat", zieht der Vereinschef eine erste Bilanz. Was das kleine Team um den Vorsitzenden Frank Seeger sowie Peter Hellmann "möglich machen kann, das wird möglich gemacht".

Mehr als ein Dutzend Hindenberger Füchse sind es immer, die zweimal wöchentlich zum Training kommen. Vor dem Hintergrund, dass nur zwei, drei fehlen, ist das eine erstaunliche Quote. Dennoch: "Wir stehen mit offenen Armen da", weiß auch Borck um den schmalen Kader für den Spielbetrieb. Es zeichnet sich ab, dass es 20 Spieltage werden, plus Pokalwettbewerb.

Und ihm ist bewusst, dass die Füchse nur eine begrenzte Anzahl von Kickern im Team haben, die bislang auf Großfeld spielten. Daher stellt die Kondition weiterhin einen wesentlichen Bestandteil der Trainingsarbeit dar, um auch in der zweiten Halbzeit Paroli bieten zu können. Händeringend sucht das Team ums Trainergespann Christian Kirschmeier/Alexander Peglow Testspielpartner. Beide bieten auch im Juli Training an – ganz nach dem Motto: Zwei Monate ohne Fußball gab’s ja ab Mitte März.

Übrigens hat die Vereinsbezeichnung auf den ersten Blick nichts mit dem schlauen Tier zu tun, auf den zweiten vielleicht. Die Namensgebung basiert auf einem ehemaligen Sponsor. Die Malerfirma Wolfgang Kinnigkeit aus Neuruppin hatte sich vor 24 Jahren erheblich eingebracht, um die Interessengemeinschaft in einem eingetragenen Verein zu bündeln. Das Firmenzeichen, in Rot und Weiß gehalten, wurde in Elementen übernommen, das Wappentier ebenso.

Aus der Chronik derHindenberger Füchse

Gegründet wurde des SV Hindenberger Füchse am 23. März 1996. Vor dem amtierenden Vorsitzenden Oliver Borck (seit diesem Jahr) wurde der Verein von sechs Präsidenten geführt. Das sind Hans-Jörg Reichert (bis 1998), Eberhard Wichura (bis 2001), Olaf Bark (bis 2002), Norbert Karbe (bis 2007), Stefan Schenk (bis 2016) und Sebastian Pokrant (bis 2019).

In den ersten fünf Jahren existierte eine Jugendabteilung, die 2001 eingestellt wurden. Davor waren es 26, 27, 22, 14 und 9 Kinder im Verein.

Die Mitgliederzahl entwickelte sich so: 40 bis zu 25 – dann wurden die Jugendlichen nicht mehr extra geführt. Ab 2001 ging es so weiter: 28 bis maximal 35. Zur Mitgliederversammlung in diesem Jahr waren es 29.

Ein Dreigestirn bildet die organisatorische Spitze. Das sind neben dem Hindenberger Oliver Borck die Vielitzer Thomas Lehmann als Sportlicher Leiter sowie Paul Szechenyi.⇥maha

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