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Radsport
Uckermärker Radsportler schaffen 333 Kilometer an einem Tag

Eckhard Kurth / 30.06.2020, 18:30 Uhr
Schwedt Gänzlich anders als in den Jahren zuvor waren die Vorzeichen bei dieser 21. Tour-Auflage. Die Corona-Pandemie hatte die Pläne der Radsportler total durcheinandergewirbelt, einigen ging auch die Motivation fürs regelmäßige Trainieren – im Vergleich zu vielen anderen Sportarten ja möglich – zeitweilig verloren. Trainiert wurde zu Beginn individuell, später in kleineren Gruppen.

Die Tour selbst klappte sozusagen auch erst im dritten Anlauf: Wetterprognosen führten erst zur Verschiebung vom 20. auf den 21., dann nochmals auf den 27. Juni – Folge war, dass einige Starter absagen mussten. Ein Quintett auf vergleichsweise ähnlichem Leistungsniveau blieb und startete nach einer kurzen Nacht um 3 Uhr am Wassersportzentrum.

Noch Zuwachs in Gramzow

In Gramzow überholte ein Auto die Gruppe. Darin: Torsten Aurich – er hatte eine spätere Startzeit in Erinnerung. Fortan strampelten die Uckermärker in drei Zweiergruppen der Ostsee entgegen. Lange Zeit gab’s angenehme Temperaturen (um 20 Grad), weiter auch Nebel. Um 6.20 Uhr war in Friedland nach 100 km der bekannte Verpflegungspunkt erreicht. Wie immer hatte jeder seine Spezialitäten mitgebracht – ein reichliches Angebot.

Nach ausgiebigem Frühstück ging’s weiter Richtung Anklam. Inzwischen sendete die Sonne erste Achtungszeichen. Nach dem Passieren der Zecheriner Brücke verloren die Pedaleure – sie fuhren auf einem Radweg durch grüne Wiesen nach Usedom Stadt – vorübergehend den Sichtkontakt zum Begleitfahrzeug. Richtung Kaiserbäder/Mellenthin folgte ein Abschnitt auf dem 2019 neu gebauten Radweg. Obwohl dieser im Vergleich zur Straße sehr wellig ist, fuhr es sich sehr angenehm. Das ständige Auf und Ab verlangte jedoch von jedem erhöhte Konzentration.

Um 9.23 Uhr war die Bansiner Strandpromenade erreicht. Aber das Begleitfahrzeug fehlte noch – es stand, wie die Radler später erfuhren, aufgrund eines Verkehrsunfalls längere Zeit im Stau.

Nach dem Foto-Shooting an der großen Uhr ging es gleich weiter in Richtung Fischbrötchen und Strand. Am Fischbrötchenstand fanden die Sportler einen willkommenen Schattenplatz. Ein Quartett (Martina, Martin, Torsten und Eckhard) genoss noch kurz ein Bad in der kühlen Ostsee. Für alle überraschend, tauchte plötzlich der Schwedter Radsportler Rainer Falke auf, der in der Nähe sein Feriendomizil hatte – in der Vergangenheit war er bei einer Reihe von Bansin-Fahrten mit dabei gewesen.

Kurz nach 11 Uhr startete das Sextett samt Begleitung zur Rückfahrt. Die Sonne hatte ihre Aktivität inzwischen sehr stark erhöht. Hatten die Radler in Richtung Anklam noch Rückenwind, so änderte sich dies, als sie weiter nach Friedland fuhren.

Viel Hitze – beständiger Wind

Um 14.30 Uhr – praktisch zur besten Kaffeezeit – war die Gruppe wieder in Friedland. Es gab Kaffee, Kuchen, Würstchen, Bouletten und vieles mehr, aber vor allem Wasser und Cola. Die Hitze hatte längst weiter zu-, der Wind aber nicht abgenommen. Nach dem Passieren von Woldegk änderte sich die Fahrtrichtung dann leicht, der Wind kam nun unterstützend von der Seite, was letzte ungeahnte Kräfte auf der Wegstrecke nach Schwedt freisetzte.

Hinzu kam, dass drei TSV-Radsportler für die letzten rund 50 Kilometer zusätzliche Begleiter wurden: Gaby Stäudten, Sigmar Wollin und Steffen Dahlke warteten in Dedelow auf die Gruppe, von der Begleitcrew wurden sie jedoch nach Gramzow vorausgeschickt, da sich das Sextett in einem echt guten Rhythmus befand. Das Einholen des Trios bis Gramzow gelang dennoch nicht – der Hitze Tribut zollend, musste kurz vor Prenzlau nämlich noch ein Stopp zum Nachfüllen der Wasserflaschen eingelegt werden. In Gramzow gab es dann die Begrüßung durch die Entgegenkommen-Fahrer. Gemeinsam ging es Richtung Ziel.

Verdiente Stärkung am Wasser

Da passierte es: Bruch der Schaltung (Schaltauge) bei Wilfried Eichler. Da es jetzt aber zwei Begleitfahrzeuge gab, konnten Fahrer und defektes Rennrad bequem nach Schwedt touren. Es war zum Glück die einzige Panne auf der gesamten Fahrt! Eine Reparatur unterwegs wäre nicht möglich gewesen. Daher ist es gut, immer ein Begleitfahrzeug zu haben.

Die verbleibende Strecke bis zum Tour-Ausgangspunkt verlief dann ohne besondere Zwischenfälle. Schließlich erreichten acht Rennradfahrer das Wassersportzentrum in Schwedt. Das gemeinsame Gruppenbild war schnell geschossen, die Dusche folgte.

Die Stärkung vom Grill mit den dazugehörenden Getränken war super. Jens Sperling und Thomas Saß hatten alles sehr schön vorbereitet. Die (Pedal-)Ritter saßen noch einige Zeit beisammen, werteten die Erlebnisse der gerade beendeten Fahrt aus und verabschiedeten sich dann bis zu den nächsten Trainingsfahrten. Und bis zur Uckermark-Rundfahrt, die es bereits diesen Sonnabend mit Start um 10 Uhr am "Cafe Seeblick" in Angermünde gibt.

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