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Münster sagt Israel-Trip ab

dpa / 20.11.2012, 14:42 Uhr
Frankfurt/Main (DPA) Absagen, Verlegungen und gespannte Unruhe: Der Nahost-Konflikt wirkt sich nun auch auf den Sport aus. Aus Angst und Fürsorge um seine Spielerinnen hat der USC Münster das Rückspiel im Challenge-Cup der Volleyball-Frauen beim israelischen Meister Hapoel Kfar Saba in Israel abgesagt. "Wir haben die Augen der Spielerinnen gesehen und uns im Vorstand einstimmig für eine Absage entschieden", sagte USC-Geschäftsführer Detlef von Delft am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. "Das ist der Sport nicht wert, mit einer solchen Reise ein Risiko einzugehen."

Zu dieser Einsicht sind auch die Nationalen Olympischen Komitees Europas gekommen. Die am 7./8. Dezember in Eilat geplante Vollversammlung wurde aus Sicherheitsgründen nach Rom verlegt. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) beobachtet die Situation in Israel ebenfalls intensiv, hat von Maßnahmen bislang aber noch abgesehen.

Das Europa-League-Spiel von Athlétic Bilbao beim FC Hapoel Kiryat Shmona soll am Donnerstag trotz der angespannten Lage wie geplant stattfinden. Dies gilt ebenfalls für die Partien der israelischen Basketball-Teams in den verschiedenen europäischen Wettbewerben.

Auch für die Auslosung zur EM-Endrunde der U-21-Junioren am Mittwoch nächster Woche in Tel Aviv plant die UEFA noch mit keinem Ausweichort. In der israelischen Metropole werden die Gruppen für das Turnier vom 5. bis 18. Juni 2013 eingeteilt. Die DFB-Delegation um Trainer Rainer Adrion will wie geplant zur Auslosung reisen.

Das kam für die Volleyballerinnen aus Münster nicht in Betracht. Für das Spiel an diesem Mittwoch im rund 15 Kilometer von Tel Aviv entfernten Saba war das Hotel in der Metropole am Mittelmeer gebucht worden. "Laut der Deutschen Botschaft in Israel sei für den Großraum in Tel Aviv bereits mehrfach Raketenalarm ausgelöst worden und die Menschen mussten Schutzräume aufsuchen", hieß es auf der Homepage des Vereins. "Ein solcher Zustand ist für das Team nicht zumutbar", sagte USC-Präsident Matthias Fell.

Wegen des Nichtantritts wird der USC Münster vermutlich aus dem laufenden Challenge-Cup-Wettbewerb ausgeschlossen und muss mit einer Geldstrafe rechnen, da der europäische Verband CEV den Antrag auf Spielverlegung abgelehnt hatte. "Es gibt keine Reisewarnung für Israel. Nur wenn es eine solche gibt, kann nach den Regeln des europäischen Verbandes ein Spiel abgesagt werden", erklärte von Delft.

Das Auswärtige Amt hatte bis Dienstag nur eine Reisewarnung für den Gaza-Streifen auf der Homepage ausgewiesen. "Die Innenansicht solch eines Konfliktes ist eine andere als außerhalb des Landes, wo der Konflikt anders wahrgenommen wird", sagte CEV-Generaldirektor Thorsten Endres den "Westfälischen Nachrichten" (Dienstag-Ausgabe).

Die Münsteranerinnen hatten erstmals nach acht Jahren wieder einen Europacup-Wettbewerb erreicht. Nach dem 3:0 aus dem Hinspiel gegen Hapoel standen sie vor dem Einzug in die nächste Runde. "Wir haben uns schon ausgerechnet zwei, drei Runden weiterzukommen. Deshalb ist das schon bitter", meinte von Delft.

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