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Deutsche Mannschaft äußerst sich respektvoll über Argentinien / Ein Tag mehr Pause

Fokussiert auf die Gauchos

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dpa / 10.07.2014, 20:05 Uhr
Santo André (dpa) Schon zum dritten Mal gibt es das Endspiel Deutschland gegen Argentinien. Das berührt die aktuelle Generation um Lahm und Schweinsteiger ebenso nur am Rande wie das märchenhafte 7:1 gegen Brasilien. Nur eins zählt: Jetzt soll der Titel her!

Lange mussten Joachim Löw und seine Titeljäger auf ihren Finalgegner warten - der Kraftakt der Argentinier löste aber im deutschen Quartier insgeheim Freude aus. Erst nach einer kräftezehrenden Verlängerung und einem aufreibenden Elfmeterschießen konnten Lionel Messi und sein Team gegen Holland erleichtert den Endspiel-Einzug bejubeln. Der Energieverlust könnte sich für die Deutschen als Vorteil beim großen Finale in Rio de Janeiro erweisen. Auch weil Kapitän Philipp Lahm und Co. einen Tag länger regenerieren können als die "Gauchos". Trotzdem warnt der leicht angeschlagene Mats Hummels vor falschen Erwartungen: "Das Finale wird verdammt hart. Es sollte sich niemand darauf einstellen, dass es noch einmal in ähnlicher Weise leicht wird wie gegen Brasilien."

Nachdem Löw Gewissheit über den Gegner hatte, konnte er am Donnerstag in die zielgerichtete Final-Vorbereitung starten. "Argentinien ist defensiv stark, kompakt, gut organisiert. In der Offensive haben sie überragende Spieler wie Messi und Higuain", äußert der Bundestrainer mit einigem Respekt. Zugleich schickt der 54-Jährige ein Versprechen an die Fans in der Heimat: "Wir werden uns gut vorbereiten."

Das sensationelle Jahrhundertspiel gegen Brasilien nimmt die gereifte Mannschaft zwar als klares Zeichen der Stärke heute mit auf den Sonderflug nach Rio. Doch beim Feintuning für die Neuauflage der Endspiele von 1986 und 1990 wurde das 7:1-Torefestival gegen den noch immer fassungslosen Gastgeber höchstens noch am Rande behandelt.

Löw will für sein zweites Turnier-Endspiel nach der EM 2008 (0:1 gegen Spanien) so wenig wie möglich umbauen. "Wir wissen, wie es ist. So ein Finale kann in beide Richtungen gehen und trotzdem: Wir sind überzeugt von uns und gehen mit Selbstvertrauen nach Rio", sagt Lahm, der die Niederlage vor sechs Jahren in Wien auch miterlebt hat. "Aber da geht es wieder von 0:0 los", mahnt der in 112 Länderspielen gestählte Münchner vor der Partie am Sonntag im Fußball-Tempel Maracana.

"Europa gegen Südamerika - eine reizvolle Konstellation", bemerkt der Bundestrainer. Wie sein Trainerstab und die Spieler hatte er im Stammquartier Campo Bahia den argentinischen Halbfinal-Zittersieg gegen die Niederlande im Elfmeterschießen auf einem großen Bildschirm verfolgt. "Wir werden mit Respekt in diese Partie gehen, der Gegner aber auch, gerade nach unserem Ergebnis gegen Brasilien", äußert Toni Kroos, der neue Impulsgeber in Mittelfeld.

Wie immer wird Löw von der Scouting-Abteilung neben vielen Fakten auch eine Taktik vorgeschlagen bekommen, mit der man Messi und Co. beikommen könnte. "Die Entscheidungen treffen dann wir Trainer", erklärt der auch auf seine persönliche Krönung hoffende Löw. "Titel sind immer wunderbar."

Am Donnerstag stand in Santo André die erste praktische Gegnerschulung auf dem Trainingsprogramm. Torhüter Manuel Neuer rückte das 7:1 zurecht: "Wir dürfen uns von dem Ergebnis nicht blenden lassen. Wir stehen im Finale, wissen aber, dass wir trotzdem noch nichts erreicht haben."

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