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Tygart kritisiert Verbände: «Fuchs im Hühnerstall»

Travis Tygart kritisiert das IOC.
Travis Tygart kritisiert das IOC. © Foto: dpa
dpa-infocom / 30.10.2016, 14:57 Uhr - Aktualisiert 30.10.2016, 11:58
Berlin (dpa) Travis Tygart hat als Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA große Verbände wie das Internationale Olympische Komitee im Kampf gegen den Sportbetrug kritisiert.

Die Verbindungen zwischen den Verbänden wie dem IOC und der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA verglich Tygart im «Aktuellen Sportstudio» des ZDF mit dem «Fuchs im Hühnerstall». Es bestehe ein Interessenskonflikt. «Die Verbände, das IOC - wie die den Sport promoten. Irrsinnig, Wahnsinn. Aber sie schützen den einzelnen Sportler nicht richtig, wenn es um Dopingkontrollen geht. Das sind Promoter, keine Schützer.»

Tygart stört beispielsweise, dass WADA-Präsident Craig Reedie gleichzeitig als IOC-Mitglied fungiert und bis zum Sommer sogar Vizepräsident unter Thomas Bach war. «Der Fuchs muss weg. Die können nicht beides verantworten», sagte Tygart und betonte, dass es nicht um Menschen und Positionen gehe. «Bei der WADA im Vorstand sitzen ganz viele, bei denen man den Eindruck hat, dass sie weg müssten.» Der Sport brauche eine globale Behörde, die gut ausgestattet und unabhängig sein müsste.

Dabei forderte Tygart auch die Verbände auf, mehr Geld für den Anti-Doping-Kampf bereitzustellen. «Das Geld haben sie. Haben sie aber auch den Wunsch, den sauberen Sportler zu schützen, Maßnahmen zu ergreifen und den Worten Taten folgen zu lassen?»

Kritik übte der US-Cheffahnder, der einst Lance Armstrong zu Fall gebracht hatte, auch am Rückzug des Sportartikelherstellers Adidas als Sponsor der Nationalen Anti-Doping-Agentur. «Warum jetzt zu diesem Zeitpunkt, wenn man doch großen Wert auf den Sport legt? Jetzt wäre der Zeitpunkt, wo alle ihren Einsatz verdoppeln müssten, wenn uns Fairness etwas wert ist», sagte Tygart. Adidas hatte die NADA bislang mit rund 300 000 Euro jährlich im Anti-Doping-Kampf unterstützt.

Unterdessen verteidigte Tygart den Einsatz sogenannter medizinischer Ausnahmegenehmigungen (TUE) und wollte dabei nicht von Doping durch die Hintertür sprechen. Eine russische Hacker-Gruppierung hatte sich zuletzt Zugang zu Daten der WADA verschafft und mehrere der sogenannten TUE's von Topsportlern wie Turn-Olympiasiegerin Simone Biles oder Radstar Bradley Wiggins veröffentlicht.

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