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Primäres Saisonziel in Gefahr: BVB zurück im Krisenmodus

Der Dortmunder Ömer Toprak lässt nach dem 0:2 auf Schalke den Kopf hängen.
Der Dortmunder Ömer Toprak lässt nach dem 0:2 auf Schalke den Kopf hängen. © Foto: Ina Fassbender/dpa
dpa-infocom / 16.04.2018, 23:55 Uhr - Aktualisiert 16.04.2018, 17:02
Gelsenkirchen (dpa) Wenig Leidenschaft, kaum Chancen, kein Tor - der schwache Auftritt beim 0:2 (0:0) im Revierderby beim FC Schalke 04 und der Ausfall von Michy Batshuayi vergrößern die Dortmunder Sorgen.

«Eigentlich wollten wir uns oben festsetzen. Aber jetzt wissen wir, dass es schwierig wird», sagte Abwehrspieler Ömer Toprak mit Blick auf die knifflige Ausgangslage im Kampf um die Champions-League-Plätze.

Die von der Clubführung als ultimatives Saisonziel ausgerufene Rückkehr in die europäische Königsklasse gerät mehr und mehr in Gefahr. Statt auf den zweiten Platz zu klettern, rutschte der BVB nach der verdienten Schlappe beim ungeliebten Nachbarn auf Rang vier ab. Neuer Dritter ist das zuletzt starke Team aus Leverkusen, das am kommenden Samstag in Dortmund gastiert. «Da müssen wir anders auftreten», forderte Nationalspieler Marco Reus aus Sorge vor einem weiteren Rückschlag.

Nicht nur das anspruchsvolle weitere Restprogramm mit Partien in Bremen und Hoffenheim und einem Heimspiel gegen Mainz, sondern auch der derzeitige Zustand der Mannschaft verheißt wenig Gutes. Selbst in einem Derby gegen den Erzrivalen mangelte es nicht nur an spielerischer Klasse, sondern auch an Engagement. «Das ist das wichtigste Spiel des Jahres. Bitter, es so zu verlieren», klagte Kapitän Marcel Schmelzer. «Wenn man das insgesamt betrachtet, haben die Schalker die entscheidenden Situationen besser gelöst. Dann geht man in so einem Spiel als Verlierer vom Platz», befand Trainer Peter Stöger.

Die Verletzung von Batshuayi könnte den Kampf der Borussia um die lukrative Champions League zusätzlich erschweren. Der belgische Torjäger zog sich in der Nachspielzeit bei einem Zweikampf mit dem Schalker Benjamin Stambouli eine Sprunggelenkverletzung zu und fällt wahrscheinlich für den Rest der Saison aus, wie der BVB am Montag nach genaueren Untersuchungen des 24 Jahre alten Angreifers mitteilte.

Für Dortmund ist das besonders bitter, denn die Leihgabe des FC Chelsea war mit sieben Rückrundentreffern in zehn Spielen der mit Abstand beste Torschütze. «Das sind keine guten Nachrichten», schrieb der Spieler auf Twitter. «Meine Saison ist wohl vorbei und ich kann dem BVB das Vertrauen nicht mehr zurückzahlen», so Batshuayi, der sich für den Zuspruch bedankte. «Meinen Teamkollegen wünsche ich das Beste für die restlichen Spieltage.»

Die Chancen von Trainer Stöger auf eine Verlängerung seines nur bis Sommer datierten Vertrages dürften sich mit der Niederlage in Gelsenkirchen nicht erhöht haben. Er selbst rechnet offenbar nicht mehr mit einem Verbleib. «Mein Dienstverhältnis geht bis zum 30. Juni - und das ist gut so», sagte er dem WDR. Die «Bild» berichtete am späten Montagabend, dass Stöger die Dortmunder am Saisonende sicher verlassen müsse.

Noch vor der Partie hatte BVB-Sportdirektor Michael Zorc eine weitere Zusammenarbeit mit dem Österreicher in einem Interview der «Bild am Sonntag» nicht ausgeschlossen: «Wir haben immer gesagt, dass auch eine längere Zusammenarbeit mit Peter möglich ist. Wir sind ihm extrem dankbar.»

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