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Fußball
Zum Finale auf den Punkt fit

Führt den FC Eisenhüttenstadt zum Ligaverbleib: Kapitän Tony Wernicke (links/in einem Vorbereitungsspiel gegen den Kölner Edwin Gatackic). Mit sieben Toren war der robuste 27-jährige Defensivspieler der erfolgreichste Torschütze des Brandenburgligisten. Er verwandelte alle drei Strafstöße des FCE.
Führt den FC Eisenhüttenstadt zum Ligaverbleib: Kapitän Tony Wernicke (links/in einem Vorbereitungsspiel gegen den Kölner Edwin Gatackic). Mit sieben Toren war der robuste 27-jährige Defensivspieler der erfolgreichste Torschütze des Brandenburgligisten. Er verwandelte alle drei Strafstöße des FCE. © Foto: Bernd Pflughöft
Hagen Bernard / 17.07.2019, 02:45 Uhr
Eisenhüttenstadt Es geht derzeit ruhig zu beim Fußball-Brandenburgligisten FC Eisenhüttenstadt, der am Freitag die Saison-Vorbereitung aufgenommen hat. Nach einem erneut erfolgreich geführten Herzschlagfinale um den Ligaverbleib sehnen sich sowohl Spieler als auch Trainer nach etwas ruhigeren Wochen. "Solche Spannung muss ich nicht unbedingt haben. Viel lieber wäre es mir gewesen, ich hätte mich schon einige Wochen vor Saisonende zurücklehnen können. Das hatte ich auch angestrebt, also habe ich mein Saisonziel damit nicht ganz erreicht", erklärt FCE-Trainer Andreas Schmidt, der damit in verantwortlicher Trainer-Position beim FC Eisenhüttenstadt zum zweiten Mal in Folge Abstiegskampf pur bis zur letzten Minute erleben und dirigieren musste.

Dennoch nimmt Schmidt aus der abgelaufenen Saison auch einige positive Dinge mit. "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie mit Druck umgehen kann. Auch spielerisch hat sich einiges getan. Allerdings hat sich die Abschlussschwäche wie ein roter Faden durch die Saison gezogen. Daran wollen wir in erster Linie ansetzen", erklärt Schmidt.

So liegen einige Hoffnungen auf den erfahrenen Stürmer Danny Grünberg. Er ist nach einer schweren Knieverletzung wieder fit. Ein Baustein dafür ist auch die Rückkehr des 28-jährigen Alexander Mauch vom Ostbrandenburgligisten SG Wiesenau 03. "Er bringt die Klasse für die Brandenburgliga mit, ist schnell. Er möchte noch einmal höherklassig spielen und will sich dafür in einen entsprechend guten körperliche Zustand bringen." Da Mauch in Berlin arbeitet, wird er ähnlich wie Christian Siemund sich in der Hauptstadt eigenverantwortlich fithalten. Der Zweitliga-erfahrene 33-Jährige war erwartungsgemäß ein wesentlicher Faktor für die letztlich erfolgreiche Rückrunde mit dem Ligaverbleib.

Nach dem Weggang des individuell starken Mariusz Wolbaum zum Brandenburgliga-Meister Victoria Seelow in der Winterpause hatten sich die Verantwortlichen zwangsläufig nach einem gleichwertigen Ersatz umschauen müssen, um den letzten Rang zu Rückrunden-Beginn noch in einen Nichtabstiegsrang zu veredeln. Wie bereits eine Saison zuvor hatte der vereinslose Siemund seinem einstigen Verein seine Hilfe zugesichert. Zwar musste er wie im Vorjahr verletzungsbedingt einige Partien passen, doch letztlich stand er in den wichtigen entscheidenden Duellen zur Verfügung. So am vorletzten Spieltag beim 3:1-Heimsieg gegen den unmittelbaren Konkurrenten BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow und im abschließenden Spiel mit dem 4:1 in Werder.

Allgemeines Aufatmen bei den Verantwortlichen, dass Siemund dieses Mal gleich ab Beginn der Serie sich für den Abstiegskampf zur Verfügung stellt. Übrigens wie alle weiteren Spieler des Brandenburgliga-Kaders mit Ausnahme des 19-jährigen Verteidigers Anton Ollesch. Der angehende Polizist hatte ausbildungs- und verletzungsbedingt ohnehin keine einzige Minute in der Brandenburgliga gespielt und will sich dem Landesklasse-Vertreter Preußen Beeskow anschließen.

Tony Wernicke als Kapitän

So wie in der vergangenen Saison dürfte Tony Wernicke das Team als Kapitän ins Feld führen. Für viele ist er der FCE-Spieler der vergangenen Saison. Der Defensiv-Akteur ist mit sieben Treffern der erfolgreichste Eisenhüttenstädter Torschütze in dieser Liga, unter anderem hat er sämtliche Strafstöße für den FCE verwandelt. "Er hat die Mannschaft auf und außerhalb des Spielfeldes immer hervorragend vertreten, stets Verantwortung übernommen und ist für mich immer ansprechbar", sagt Schmidt.

Natürlich kommt der Trainer auch an der Klasse von Siemund ebenso wenig vorbei wie an der des Stürmers Georges Florent Mooh Djike. Der 27-jährige ehemalige Kameruner Fußball-Profi agiert äußerst ballsicher und laufstark, lässt jedoch bei nur vier Treffern Abschluss-Schwächen erkennen. Da weist sogar der nicht unbedingt austrainierte und oft wegen seiner Zweikampfstärke auch in der Abwehr eingesetzte Carsten Hilgers mit fünf Toren eine bessere Bilanz auf. Sowohl der 32-jährige Oberliga-erfahrene Familienvater als auch die ebenfalls sehr routínierten Defensivspieler Michel Becker (29) und Christoph Nickel (28) halten weiter zur Stange.

Mittelfristig setzt Schmidt jedoch auf die von den Brandenburgliga-A-Junioren zu den Männern gestoßenen Akteuren. In dieser Saison soll der Umbruch behutsam eingeleitet werden. So haben sich Johann Krüger (19) und in der Rückrunde Hoang Sa Nguyen Ngoc (18) in die Stamm-Elf gespielt, hatten bis zu ihren Verletzungen Tobias Perlwitz (19), Nicklas Gorecki (19), Kevin Kahlisch (18) und Dominic Günther (18) ihr Potenzial angedeutet, setzt Schmidt auch weiter auf die nur unwesentlich älteren Jens Brüllke (22), Ibrahim Ngum (19), Nico Fischer (21), Hermann Wamba Tsafack (21) und Erik Schack (24). Von den dunkelhäutige Akteuren könnte aus der nahen zentralen Erstaufnahmeeinrichtung noch das eine oder andere Talent hinzukommen, wenngleich es jeweils etwas Zeit braucht, bis die Spieler aus einem anderen Kulturkreis integriert sind. Mit Mooh Djike, Tsafack und Ngum ziehen sich immerhin drei Flüchtlinge über eine Serie hinaus den Dress des FC Eisenhüttenstadt über. Ihr Verbleib ist weiterhin gesichert.

Spiele des FC Eisenhüttenstadt

Petershagen-Eggersdorf 2:1 (A), 1:0 (H), Brieselang 1:1 (H), 5:1 (A), Sachsenhausen 1:5 (A), 0:0 (H), FSV Bernau 1:2 (H), 0:4 (A), Frankfurt 0:4 (A), 2:3 (H), Neuruppin 0:4 (H), 1:5 (A), Seelow 3:2 (A), 0:6 (H), Lübben 0:0 (H), 1:2 (A), Falkensee-Finkenkrug 0:3 (H), 2:3 (A), Oranienburg 1:1 (A), 1:3 (H), Eberswalde 0:4 (H), 2:2 (A), Einheit Bernau 0:6 (A), 2:1 (H), Klosterfelde 0:2 (H), 1:2 (A), Blankenfelde 0:1 (A), 3:1 (H), Werder 1:3 (H), 4:1 (A)

Spieler (Einsätze/Tore):

Martin Stemmler 26/0, David Steinbeiß 26/2, Hermann Wamba Tsafack 26/1, Christoph Krüger 23/0, Johann Krüger 23/1, Erik Schack 21/1, Tony Wernicke 19/7, Lukas Szywala 19/0, Michel Becker 18/1, Nico Fischer 18/1, Geoges Florent Mooh Djike 16/4, Carsten Hilgers 16/5, Kevin Kahlisch 14/0, Jens Brüllke 13/0, Maciej Ossowski 13/4, Christian Siemund 12/4, Hoang Sa Nguyen Ngoc 12/1, Benjamin Lommatzsch 12/0, Mariusz Wolbaum 11/2, Christoph Nickel 10/0, Sven Naumann 8/0, Matthias Kreutzer 5/0, Tobias Perlwitz 5/0, Patrick Lehmann 5/0, André Beuthel 2/0, Nico Anders 2/0, Sebastian Cierpinski 2/0, Hannes Linder 1/0, Marco Franke 1/0, Danny Grünberg 1/0

1. Victoria Seelow30    84:40    36

2. MSV Neuruppin 30    74:37    32

3. 1. FC Frankfurt 30    68:37    31

4. TSG Einheit Bernau30    72:45    26

5. TuS Sachsenhausen 30    53:32    25

6. Oranienburger FC Eintracht 30    51:34    25

7. FSV Bernau 30    59:45    25

8. Union Klosterfelde 30    57:59    24

9. Werderaner FC Viktoria 30    42:46    22

10. Blau-Weiß Petershg.-Eggersdorf 30    45:50    20

11. Grün-Weiß Lübben 30    49:62    17

12. Preussen Eberswalde 30    47:70    12

13. SV Falkensee-Finkenkrug 30    39:71    11

14. FC Eisenhüttenstadt 30    35:73    10

15. Pr. Blankenfelde-Mahlow 30    30:60    10

16. Grün-Weiß Brieselang 30    41:85        9

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