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DFB-Neuling
Robin wer? Blitz-Debütant Koch plötzlich "verdammt gut"

Hatte gegen Argentinien alles im Griff: DFB-Debütant Robin Koch.
Hatte gegen Argentinien alles im Griff: DFB-Debütant Robin Koch. © Foto: Bernd Thissen/dpa
Von Jens Mende und Klaus Bergmann, dpa / 10.10.2019, 14:05 Uhr - Aktualisiert 10.10.2019, 14:06
Dortmund (dpa) Es hört sich tatsächlich wie ein Märchen an in einer Zeit des durchgeplanten und hochkommerzialisierten Profi-Fußballs im Land des viermaligen Weltmeisters.

Nicht wenige der knapp sieben Millionen Fernsehzuschauer dürften sich bei der Trikotnummer 4 beim 2:2 gegen Argentinien die Frage gestellt haben: Robin wer?

Sozusagen über Nacht ist aus dem veranlagten Freiburger Bundesliga-Verteidiger Robin Koch ein landesweit bekannter Nationalspieler geworden. "Ich habe das noch gar nicht alles realisiert. Das ist alles so schnell gegangen", sagte der 23 Jahre alte Debütant nach dem Testspiel am Mittwochabend: "Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Das versuche ich jetzt mitzunehmen."

Als Länderspiel-Neulinge Nummer 102 und 103 in seiner Zeit als Bundestrainer hatte Joachim Löw das Freiburger Duo Koch und Luca Waldschmidt in Dortmund in die Startelf gestellt. Und das nur einen Tag nach der überraschenden Ankunft des nachnominierten Koch im Kreis der Mannschaft. Der in Kaiserslautern geborene Defensivspieler trat gegen den zweimaligen Weltmeister lange Zeit so auf, als habe er zuvor nichts anderes gemacht. "Der Robin Koch hinten in der Abwehr war sehr stabil, war selbstbewusst, hatte eine gute Ausstrahlung. Er kam am Tag vorher zur Mannschaft und hat keine Anzeichen von Nervosität gezeigt", lobte Löw den Überraschungsneuling.

Später beförderte der Bundestrainer angesichts von gleich 15 verletzungs- oder krankheitsbedingten Ausfällen auch noch den Leverkusener Nadiem Amiri und den Schalker Suat Serdar zu Nationalspielern. Und einige der Neuen hätten ihre Sache gleich "verdammt gut" gemacht, lobte Löw. Was besonders auf Koch zutrifft, auch wenn er wie alle seine Kollegen in der Spätphase des Spiels arg wackelte. Dass er sich über die vergebene 2:0-Führung "extrem" ärgerte, darf durchaus als zusätzlicher Pluspunkt für Koch gelten.

Robin wer? Beim 1. FC Kaiserslautern, wo sich sein Vater Harry Koch den Ruf eines kantigen Bundesliga-Verteidigers verdiente, begann der Neu-Nationalspieler mit dem Fußball. Später kam er über den Umweg SV Dörbach und Eintracht Trier zur 2. Mannschaft des FCK zurück, ehe er 2017 für vier Millionen Euro nach Freiburg wechselte. Dort wurde Koch unter Trainer Christian Streich schnell zum Stammspieler. Der jüngste Aufschwung der Badener brachte den fünfmaligen U21-Nationalspieler dann ins Blickfeld des Bundestrainers.

"Es ist gut, dass einige, die jetzt ihre Chance hatten, das individuell sehr gut genutzt haben. Darüber bin ich froh. Das gibt einem Trainer mehr Möglichkeiten", bemerkte Löw und schürte damit auch bei Koch die Hoffnung, dass sein Kaltstart im Signal-Iduna-Park tatsächlich zum Anfang einer Karriere ganz oben werden könnte.

"Ich denke schon, dass er sich empfohlen hat. Ich hoffe, dass der Weg nach oben geht", kommentierte Vater Koch den ersten Länderspielauftritt seines Sohnes. Auch die Mitspieler hatte Koch Junior mit seiner schnellen Adaption an das Topniveau im DFB-Team beeindruckt. "Er hat eine gute Ruhe am Ball und körperliche Präsenz", bemerkte Aushilfs-Kapitän Joshua Kimmich.

Löw blendete die natürlich auch noch sichtbaren Defizite bei seinen Debütanten Nummer 102 bis 105 wohlwollend aus und sagte nur verallgemeinernd: "Uns hat nach dem 1:2 ein bisschen der Mut verlassen." Kochs Freiburger Clubkollege Waldschmidt (23) habe "viele Wege gemacht" und sei auch "körperlich sehr präsent" gewesen.

Amiri und Serdar (beide 22) seien in einer Phase ins Spiel gekommen, in dem sie "viel nach hinten arbeiten" mussten, sagte der DFB-Coach: "Beide haben ja so ein bisschen ihre Stärken im Spiel nach vorne." Im Training aber habe er schon positive Ansätze gesehen: "Da können wir uns noch ein bisschen was erhoffen." Von Robin Koch ohnehin.

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