Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

"Night of the Jumps"
Spektakuläre Sprünge bei Team-Weltmeister im Freestyle-Motocross

Schwieriger Trick: Der 21-Jährige Luc Ackermann zeigt mit dem Motorrad eine Rückwärtsrolle und macht dabei mehrere Meter über dem Boden gleichzeitig einen Handstand.
Schwieriger Trick: Der 21-Jährige Luc Ackermann zeigt mit dem Motorrad eine Rückwärtsrolle und macht dabei mehrere Meter über dem Boden gleichzeitig einen Handstand. © Foto: Oliver Franke/Night of the Jumps
Lukas Grybowski / 14.11.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 14.11.2019, 10:26
Berlin (MOZ) Bei den "Night of the Jumps" in Berlin wird im Februar der Team-Weltmeister im Freestyle-Motocross gesucht. Die deutsche Mannschaft will den Titel verteidigen.

Einen Rückwärtssalto auf einem Motorrad in einer Höhe von zehn Metern und dabei noch einen Handstand auf der Maschine machen? Was komplett lebensmüde klingt, ist für Luc Ackermann, Hannes Ackermann und Kai Haase Alltag. Sie sind die drei besten deutschen Freestyle-Motocross-Fahrer. Am 21. und 22. Februar wollen sie sich beim "Night of the Jumps" in der Berliner Mercedes-Benz Arena den Team-Weltmeistertitel holen.

"Am Anfang gab es noch normale Tricks, wie einen Handstand. Dann kamen Rückwärtsrollen, sogenannte Backflips, dazu, und jetzt zeigen wir mittlerweile zwei Backflips am Stück oder Vorwärtsrollen mit dem Motorrad", zeigt Hannes Ackermann die Entwicklung des Sports auf, bei dem es darum geht, mit dem Motorrad möglichst spektakuläre Tricks in der Luft zu zeigen.

Die Serie "Night of the Jumps" feiert im kommenden Jahr 20-jähriges Bestehen und ist die älteste und erfolgreichste Freestyle-Motocross-Serie der Welt. Nachdem 15 Jahre lang jeweils der beste Einzelfahrer gesucht wurde, geht es 2020 um die Team-Weltmeisterschaft. Dabei treten das deutsche Team, eine russische Mannschaft und ein Aufgebot mit Sportlern aus den USA und Australien gegeneinander an. Um den verbleibenden Platz duellieren sich noch Spanien, Tschechien und Frankreich. In der ersten Ausgabe im Oktober 2019 in Hamburg konnte sich das deutsche Team bereits den Titel sichern. Dabei bekommen die Motorradfahrer jeweils Unterstützung von einem Mountainbike-Freestyler. Das deutsche Team wird vom 21-Jährigen Chemnitzer Lukas Knopf unterstützt.

Ein Heimspiel wird die Veranstaltung für Kai Haase. Der Brandenburger, der mittlerweile in Berlin lebt, freut sich besonders, sein Können vor Familie und Freunden unter Beweis zu stellen. "Berlin ist die einzige Veranstaltung, bei der auch meine Mutter kommt, außerdem sind Familie und Freunde da. Ich will einfach zeigen, warum ich das ganze Jahr so viel unterwegs bin und dass ich zur Weltspitze gehöre"; sagt der 27-Jährige.

Auch Luc Ackermann, der jüngere Bruder von Hannes, freut sich besonders auf die Veranstaltung. "Die Stimmung in Berlin ist immer einzigartig. Es sind immer viele Leute da, die man kennt", freut sich der 21-jährige Thüringer. Er gilt bereits jetzt als Deutschlands bester Freestyle-Motocross-Fahrer und ist amtierender Europameister. Im Dezember hat er in Sofia gute Chancen, jüngster Einzel-Weltmeister zu werden. Zudem wäre er der erste Deutsche, der den Titel gewinnen würde.

Doch auch teilweise schwere Verletzungen gehören bei diesem Extremsport dazu. Beim Event in Hamburg versuchte Hannes Ackermann eine Vorwärtsrolle, bei der er die Hände vom Lenker nahm. "Ich bin leider einen halben Meter zu kurz gesprungen, habe mich überschlagen und bin erst wieder im Krankenwagen wach geworden." Bei diesem "kleinen Zwischenfall", wie er selbst sagt, zog er sich einige Prellungen und eine Einblutung in der Leber zu.

"Dennoch sind wir alle so klar im Kopf, dass wir nicht ohne nachzudenken die Rampe hochfahren. Wir wollen alle gesund auf dem Motorrad bleiben", fügt Kai Haase hinzu. Bevor die Tricks auf Veranstaltungen gezeigt werden, üben sie diese auf dem Fahrrad, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Anschließend folgen einige hundert Versuche auf dem Motorrad, mit dem sie in ein Schaumstoffbecken springen.

Für das Event im Februar, für das extra 500 Tonnen Sand in die Arena gefahren werden, verspricht Streckendesigner Steve Sommerfeld eine ganz besondere Veranstaltung. Ähnlich wie Hannes Ackermann sieht auch er die Entwicklung des Sports noch nicht am Ende. "Es ist die extremste Sportserie der Welt und wir tun alles, um die Fahrer zu schützen. Der Sport entwickelt sich Jahr für Jahr weiter  –und jedes Mal denkt man, dass es keine krasseren Tricks geben kann. Ich bin gespannt, was uns im Februar erwartet", erklärt der Australier voller Vorfreude.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG