Berlin (MOZ) Das Berliner Sechstagerennen kann sich bei seiner 103. Auflage über ganz besondere sportliche Prominenz freuen. Die Fußball-Legenden Franz Beckenbauer und Uwe Seeler werden am
23. Januar den Startschuss im Velodrom geben.
„Eigentlich wollten wir das Geheimnis, wer diesmal den Startschuss geben wird, erst wenige Tage vor dem Start lüften. Aber irgendwo muss jemand geplaudert haben“, zeigte sich Geschäftsführer Reiner Schnorfeil am Dienstag etwas verärgert. Was der Vorfreude auf das sechstägige Radspektakel allerdings keinen Abbruch tun soll.
Im Jahr 1 nach Heinz Seesing versprechen die „Macher“ einmal mehr eine stimmungsvolle Show mit einer Mischung aus erstklassigem Sport und toller Unterhaltung. Der Bremer hatte 1997 unter großem persönlichen Risiko das älteste Sechstagerennen der Welt wiederbelebt und es seitdem zu einer festen, nicht mehr wegzudenkenden Veranstaltungs-Größe in Berlin und Brandenburg etabliert.
„Das soll so bleiben“, versichert Schnorfeil. Der langjährige Partner von Seesing trägt nun die alleinige Verantwortung, „was nicht einfach, aber auch eine große Herausforderung ist.“ Denn auch die Six Days müssen sich stets aufs Neue auf ein schwieriger werdendes Umfeld einstellen. „Die Rahmenbedingungen haben sich verändert“, sagt Schnorfeil. „Vor fünfzehn Jahren hatte das Sechstagerennen ein Alleinstellungsmerkmal in Berlin. Jetzt konkurrieren wir mit den Erstliga-Vereinen Hertha BSC, Füchse, Alba, Eisbären und Volleys um die Gunst der Sponsoren. Und der zu verteilende Kuchen wird nicht größer.“
Mit rund drei Millionen Euro kalkuliert die Sechstage GmbH, wobei allein für die Miete des
Velodroms ein Betrag im mittleren sechsstelligen Bereich an den Betreiber Velomax zu zahlen ist. „Das ist ein dicker Batzen“, sagt Schnorfeil. Er würde sich in dieser Hinsicht schon ein Entgegenkommen der landeseigenen Gesellschaft wünschen. „Wir haben zwar einen Vertrag bis 2022 mit Velomax. Das heißt aber nicht, dass das Sechstagerennen bis dahin gesichert ist. Es könnte auch schnell zu Ende sein, wenn das Ganze nicht mehr zu finanzieren ist“, betont Schnorfeil. „Aber daran kann eigentlich niemandem gelegen sein.“
Für das „103.“ vom 23. bis
28. Januar laufen die Vorbereitungen auf vollen Touren. In sportlicher Hinsicht dürfen sich die Rad-Fans erneut auf ein erstklassiges Fahrerfeld freuen, versichert der Sportliche Leiter Dieter Stein. Noch sind zwar nicht alle Verträge unter Dach und Fach, aber einige der Top-Stars aus der Szene sind fest gebucht. „Mit den Franzosen Morgan Kneisky und Vivien Brisse sowie den Spaniern David Muntaner Juaneda und Albert Torres haben wir die aktuellen Weltmeister und WM-Zweiten am Start“, kündigt Stein an. Dazu andere Asse wie der belgische Sechstage-Haudegen Kenny de Ketele, der Schweizer Franco Marvulli und Deutschlands zurzeit bester Six-Days-Fahrer Leif Lampater.
Weltklasse wird sich auch im Sprinter-Turnier präsentieren. „Über die großartigen Erfolge von Maximilian Levy, Robert Förstemann und René Enders muss man nicht viele Worte verlieren. Die sprechen für sich“, sagt Stein. Da die Auswahl an Top-Sprintern in Deutschland so groß ist, hatte der Sportliche Leiter diesmal sogar die Qual der Wahl bei der Zusammenstellung des Sechserfeldes. „Das werden wieder packende Duelle werden, gerade weil sich unsere Asse zuletzt beim Weltcup in hervorragender Form präsentierten.“