Die Gegner des Ausbaus wie Albrecht Triller aus Finow sowie Anwohner aus dem Umfeld des Flugplatzes wollten den Gemeindevertretern vor ihrem Votum noch einmal bewusst machen, dass ein deutlich größerer Flugbetrieb auch mehr Lärm, Abgas und Feinstaub für die Bürger bedeuten würde. "Die Politiker nehmen die Belastungen für die Bürger in Kauf, um mit dem Flugplatzausbau zweifelhafte wirtschaftliche Effekte zu erreichen", so Triller. Bisher hatten zwei Kommunen zum umstrittenen Flugplatzausbau Stellung genommen. Die Stadt Biesenthal begrüßte das Vorhaben, Marienwerder lehnte es ab. In Eberswalde steht die Entscheidung am 24. Januar auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung im neuen Kreishaus. Im Fachausschuss gab es aber schon so etwas wie eine Vorentscheidung. Die Mitglieder des Bauausschusses hatten einer grundsätzlichen Befürwortung zugestimmt. Finowfurt jedoch galt im Vorfeld als Knackpunkt für eine generelle Zustimmung oder Ablehnung aus der Region. In dem Ort liegt der größte Teil des Flugplatzes, dort stehen Wohnhäuser am dichtesten zur Landebahn, manche nur 750 Meter entfernt, und dort ist auch die Bürgerbewegung gegen den Ausbau am größten.
Die Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben Barnim hatte sich als einzige Fraktion im Vorfeld klar gegen mehr Flugverkehr in Finow ausgesprochen. Sie warnte vor Gesundheitsgefahren und der Verschlechterung der Wohn- und Erholungsqualität für die Menschen. Das regierende Bündnis Schorfheide, das in Finowfurt auch den Bürgermeister stellt, erklärte dagegen seine klare Zustimmung und begründete diese mit der Hoffnung auf Wirtschaftsentwicklung und Arbeitsplätze. Linke, CDU und SPD argumentierten ähnlich. Heftige Reaktionen gab es jedoch aus den Reihen der Einwohner.
Bürger aus Finowfurt, die in der Nähe des Flugplatzes wohnen, machten auf ihre Betroffenheit aufmerksam, auf den Wertverlust ihrer Grundstücke und mehr Lärm. Sie prophezeiten eine Verschlechterung der Lebensqualität der Bürger, negative Auswirkungen auf den Tourismus sowie den Ansiedlungswillen von Bürgern und Betrieben. Schadensersatzklagen wurden angedroht. Anwohner Michael Maaß rechnete vor, dass im Melchower Ring 56 Anwohner 11,2 Millionen Euro investiert hätten. "Wir haben laut Gutachten mit einem Wertverlust von 40 Prozent zu rechnen. Wie will die Gemeinde ihre Bürger unterstützen, dass das nicht passiert?" Andere äußerten, dass sie sich von den Gemeindevertretern verraten und verkauft fühlten. Vorwürfe wurden laut, die Gutachten, die keine Lärmüberschreitungen ergeben haben, wären schöngerechnet, die Abgeordneten würden nicht die Bürger, sondern ihre eigenen Interessen vertreten. Johannes Madeja (BKB) forderte erfolglos eine Volksabstimmung zum Thema. Der Antrag des Bündnisses Schorfheide, geheim abzustimmen, wurde mit Rufen wie "Feiglinge" quittiert.
Zwischenzeitlich drohte sogar die Unterbrechung der Sitzung wegen Zwischenrufen und Beleidigungen. Ein offensichtlich überforderter Versammlungsleiter Wilfried Bender (CDU) rügte Einwohner für "unmögliche Disziplinlosigkeiten". Bürgermeister Uwe Schoknecht (Bündnis Schorfheide) drohte mit einem Antrag auf Ausübung des Hausrechtes. Gemeindevertreter beschwerten sich über undemokratische Zustände, über Rederecht für die auswärtigen Flugplatzbetreiber in der Einwohnerfragestunde sowie darüber, dass Anfragen der Bürger ohne Antwort blieben.