Ab 20. April läuft der Verkehr zwischen Pfingstberg und Joachimsthal nur noch einstreifig in Richtung Berlin. Richtung Norden sind weiterhin zwei Spuren im Baustellenbereich nutzbar. Natürlich mit gedrosseltem Tempo. Man bezeichnet das als 3+0-Führung. Denn der gesamte Verkehr muss auf der Stettiner Richtungsfahrbahn Platz finden. Damit ist auf der anderen Seite genügend Raum für eine grundhafte Erneuerung.
Gerade im Berufsverkehr und vor allem an den Wochenenden dürfte mit erheblichen Staus zu rechnen sein. Davon geht auch der Gramzower Autobahnmeister Lars Kähler aus. Deshalb soll nach den Osterferien eine sensorengesteuerte elektronische Verkehrsführung die Autoschlangen lenken. Dazu werden neben der Autobahn LED-Anzeigen und Prismenwender installiert. Nimmt der Verkehr in Richtung Berlin stark zu, leiten sie die Autofahrer an der Abfahrt Pfingstberg von der Autobahn ab und weiter über eine ausgeschilderte Umleitung über Temmen und Joachimsthal zur Anschlussstelle Chorin.
Kommt es zu noch größeren Rückstaus, was besonders an den Sonntagen bei schönem Wetter und verlängerten Wochenenden regelmäßig der Fall ist, dann setzt die Verkehrslenkung schon weiter nördlich ein, um die Autoschlangen bereits ab Prenzlau-Ost über die L 26 auf die B 109 quer durch die Schorfheide zu führen.
Eine andere Lösung lässt sich nach Aussage von Lars Kähler nicht realisieren. Denn die Autobahn ist im Bereich des Biosphärenreservats mit einem Sonderquerschnitt gebaut, also jeder Streifen 25 Zentimeter schmaler. Damit werden zugunsten des Naturschutzes etwa 2,5 Meter in der Gesamtbreite der Autobahn gespart. Doch genau das sorgt für Probleme beim Arbeitsschutz. Wegen der fehlenden Bewegungs- und Transportmöglichkeiten muss also eine Richtungsfahrbahn bei grundhafter Erneuerung komplett gesperrt und der Verkehr auf die andere bereits fertige Seite gelenkt werden. Und hier ist halt nur Platz für drei schmale Fahrstreifen.
Genau das passiert auf mehr als sechs Kilometer Länge zwischen Pfingstberg und Joachimsthal. Denn unter dem jetzt noch sichtbaren Asphalt befindet sich noch die alte Reichsautobahn aus der Hitlerzeit. Die ist dem permanent steigenden Verkehr und den höheren Belastungen nicht mehr gewachsen.
Neu gebaut wird auch jetzt wieder mit Beton, dann aber mit einem Standstreifen. Der ist hier momentan nur als Notvariante – etwas breiterer Randstreifen – vorhanden. Bis zum Spätherbst soll die grundhafte Erneuerung dauern. Schon jetzt ist die eingeschränkte Verkehrsführung auf der Stettiner Richtungsfahrbahn durch gelbe Markierungen gekennzeichnet. Auch die Überfahrten wurden bereits vorbereitet. Die derzeit durch Betonwände gesicherten Abschnitte lassen sich kurzerhand umbauen, sodass der Verkehr wechseln kann.
Die Baufirmen müssen besondere Horstschutzzeiten von seltenen Vögeln im Biosphärenreservat berücksichtigen. Zur Erinnerung: Bereits in früheren Jahren sorgte ein Schreiadler in der Nähe für eingeschränkte Bauabläufe.
Zwei neue Brücken
Neben der eigentlichen Fahrbahn werden auch zwei Brücken erneuert. Dabei handelt es sich um die Glambecker Brücke, unter der ein Radweg hindurchführt. Bei der zweiten handelt es sich um die Welsebrücke, die ertüchtigt und verbreitert wird.
Zwar ist Lars Kähler zufrieden, dass wieder ein schwieriges Autobahnstück aus der Problemliste verschwindet, doch bleibt weiterhin Sanierungsbedarf auf der A 11 bestehen. Aufgrund des nach der Wende geringen Verkehrsaufkommens wurden weite Teile mit Asphalt ertüchtigt. Heute hat sich das Blatt gewendet. Der Verkehr Richtung Stettin und Ostsee nimmt teilweise extrem zu. An der Grenze plant man bereits weitere Logistikzentren.

Weitere Bauarbeiten

Hinter demAutobahnkreuz Uckermark in Richtung Stettin sorgt eine weitere Baustelle auf der A 11 für Verkehrseinschränkungen. Durch erhebliche Probleme im Untergrund ist eine seit Längerem bestehende Sanierung nicht fertig geworden. Bis zum Herbst soll das Problem nun gelöst werden. Auch hier handelt es sich um einen grundhaften Ausbau der Fahrbahn in Richtung Norden. Eine zwischen den Anschlussstellen Gramzow und Warnitz für dieses Jahr geplante Baustelle ist verschoben worden. Nach Angaben der Autobahnmeisterei Gramzow sind in diesem Jahr auf der angrenzenden A 20 im Bereich Uckermark keine weiteren Bauarbeiten vorgesehen. os