Mit 67,6 Prozent hat Herausforderin Karina Dörk (CDU) auch die zweite Runde der Landratswahl in der Uckermark gewonnen. Amtsinhaber Dietmar Schulze (SPD) kam bei der Stichwahl am Sonntag nur auf 32,4 Prozent. Damit hat die Uckermark erstmals in ihrer Geschichte eine Landrätin.
Sie hat es tatsächlich geschafft: Karina Dörk jubelt. Sie brauchte mindestens 15 674 Stimmen – also exakt 15 Prozent der im Landkreis lebenden Wahlberechtigten. Am Ende waren es sogar 17 918. Bis zuletzt blickten die Christdemokraten auf der Wahlparty im Hotel Uckermark in Prenzlau ungläubig auf ihre Handys, wo die Auszählungsergebnisse im Minutentakt eingingen. 18.41 Uhr stand der Sieg dann schon fest, obwohl noch nicht alle Ergebnisse vorlagen.
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Die SPD hat überraschend deutlich ein wichtiges Mandat in Brandenburg verloren. Und das, obwohl die Wahlbeteiligung bei nur 25,7 Prozent lag, noch einmal 4,1 Prozent weniger als bei der ersten Runde. Insgesamt waren genau 104 492 Menschen an die Wahlurnen gerufen. Die standen in 249 Wahllokalen.
Für Landrat Dietmar Schulze ist es eine unerwartet deutliche Wahlschlappe gegen seine frühere Stellvertreterin und derzeitige Bürgermeisterin von Strasburg. Er galt stets als erfolgreich und war auch beliebt. Entsprechend verdrießlich fiel die Stimmung nun bei der Wahlparty im Angermünder Hotel Seetor aus. Die Runde ging in Trauerminen unter. Dabei wollte Dietmar Schulze mit seinen 65 Jahren noch einmal das Ruder übernehmen und acht Jahre weiterregieren. Jetzt hat ihn Karina Dörk in den Ruhestand geschickt.
Die CDU hat offenbar die angekündigte Mobilisierung aller Kräfte und Unterstützer nach der ersten Runde geschafft. Man kann davon ausgehen, dass auch Wähler, die zuvor Torsten Gärtner ihre Stimmen gegeben hatten, sich nun für Karina Dörk entschieden.
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„Erstmal bin ich überglücklich“, so die überragende Siegerin in einer ersten Reaktion. „Mit einer solchen Deutlichkeit beim Wählerwillen hatte ich nicht gerechnet. Schließlich hing ja das Quorum wie ein Damoklesschwert über der Wahl. Am Wahlabend haben wir regelrecht gezittert um jede Stimme.“
Dazu beigetragen hat mit Sicherheit die in Brandenburg gescheiterte Kreisgebietsreform. Gerade die CDU Uckermark machte sich monatelang gegen die Fusion mit dem Barnim stark und holte viele Sympathien. „Für uns beginnt jetzt die Arbeit“, so CDU-Kreisvorsitzender Jens Koeppen mit Blick auf die Mehrheitsverhältnisse im Kreistag.