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Auf Tischen und Stühlen

Seraphine Peries / 13.07.2010, 16:33 Uhr - Aktualisiert 20.07.2010, 18:20
Frankfurt (In House) Die Lichter des Rummels auf dem Brunnenplatz sind schon lange aus. Trotzdem tummeln sich für Frankfurt ungewohnt viele Menschen auf den Straßen. Der Bunte Hering ist auch 3 Uhr morgens gut besucht. Besonders das Festzelt auf dem Schulhof neben dem Rathaus interessiert viele junge Leute.

Bunte Lichtstrahlen blitzen unter der Zeltplane hervor und dröhnende Bässe locken von Weitem. An einem Ende des großen Partyzelts ist ein Podest für den DJ und eine große Leinwand aufgebaut. Der WM angemessen, laufen dekorative aber vollkommen zusammenhanglose Fußballszenen.

Die Bänke und Tische sind gut gefüllt, eine bunte Mischung von Leuten Mitte 40. Einige, deren Alter weit darüber liegt, sind auch darunter. Richtige Gespräche lässt die laute Musik allerdings nicht zu, stattdessen vibrieren die Bässe im Bauch.

Selbstbewusst haben sich vereinzelt Frauen auf die Bänke gestellt und lassen zum Rhythmus ihre Hüften kreisen. Ein paar Grüppchen mutiger Jugendlicher tanzen zu der etwas einfallslos ausgesuchten Technomusik, vor dem Podest des DJs. Wer hier zum Tanzen in einer Menschenmenge abtauchen will, wird enttäuscht, es bleibt viel Platz zum Bewegen aber auch, um sich beobachten zu lassen.

Discogänger Rico Lehmann ist trotzdem zufrieden. „Das Kamea ist heute zu, das wäre meine erste Wahl gewesen. Aber Stimmung ist hier ja auch. Ich habe schon viele Freunde wieder getroffen und auch neue Leute kennen gelernt,“ erzählt der 21-jährige Student aus Cottbus in den Partylärm hinein. Auf die Frage, warum er noch nicht auf der Tanzfläche war, wenn er doch eigentlich ins Kamea wollte, druckst er etwas herum. „ Das richtige Lied war noch nicht dabei und bei der Hitze teste ich lieber erst einmal das Getränkeangebot.“

Nach einigen Titeln wechselt die Musik abrupt von Techno zu altbekannten Schlagern. „Komm wir fahren nach Amsterdam“ von Cora schallt aus den großen Lautsprechern in das Zelt hinein. In der Zwischenzeit sind es die älteren Partygäste, die sonst kaum in den Discos der Stadt unterwegs sind, die mutig über die Tanzfläche walzern und sich im Discofox probieren.

Das macht anscheinend auch den inzwischen leicht angetrunkenen Jugendlichen Mut und es wird eng im vorderen Teil des Zeltes. Zwischen Schweißgeruch und verschüttetem Bier grölt die Menge textsicher: „ Ein Stern, der deinen Namen trägt...“ Nachdem alle gängigen Schlager gespielt wurden, wird es mit aktuellen Titeln wie „Discopogo“ und Liedern von Amy McDonald wieder jugendgerechter. Die Menge zerstreut sich erst gegen vier Uhr früh, als der DJ das Ende bekannt gibt. Wer im Musikgeschmack flexibel ist und sich ohne Blickschutz zu tanzen traut, kann sich ganz offensichtlich auch zwischen 3 und 4 Uhr im sonst verschlafenen Frankfurt richtig austoben.

 

Alle Teile der Serie 24 Stunden unter www.moz.de/24h

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