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Nachtarbeit ist nötig, um morgens die Zeitung verteilen zu können

Da wird richtig Druck gemacht

© Foto: MZV
Volkmar Ernst / 25.06.2015, 09:42 Uhr
(MZV) Wie kommen die Buchstaben und Bilder aufs Papier der Zeitungsseite? Na klar doch, in der Druckerei des Märkischen Zeitungsverlages, und sie werden dort tatsächlich aufs Papier gedrückt.

Die zuvor am Computer erstellten Zeitungseiten werden mittels einer Datenleitung ins Druckhaus Oberhavel und dort in der CTP-Abteilung (copy to plate) auf sogenannte Polymerplatten übertragen. Obwohl es mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen ist, liegen die Buchstaben und Bilder auf diesen metallisch erscheinenden Seiten tiefer. Sie werden durch Chemikalien weggeätzt, das sie umgebende Umfeld liegt damit erhaben. Das ist wichtig, um später beim Druck die Farben übertragen zu können. Die Schrift auf den Platten ist zu lesen.

Die Polymerplatten werden nun von den Mitarbeitern per Hand auf die Zylinder der Druckmaschine gespannt. Wichtig ist, die Platten vorher richtig zu sortieren, damit später auch jede Seite an der für sie vorgesehenen Stelle in der Zeitung erscheint. Ist das geschafft, kann nun mit dem Druck begonnen werden. Zuerst werden die Platten mit Wasser benetzt, das an den erhaben liegenden Flächen anhaftet. Nun kommt die Farbe hinzu, die sich nur noch in den Vertiefungen anlagern kann. Vom Wasser auf den erhöhten Flächen wird das verhindert.

Im nächsten Schritt wird die Farbe nun von den Polymerplatte auf einen Gummizylinder übertragen. Schrift und Bilder zeigen sich nun spiegelverkehrt. Von diesem kommt die Farbe danach auf das Zeitungspapier, die Schrift ist dort wieder korrekt zu lesen.

Die beiden Gummizylinder liegen direkt nebeneinander, das zu bedruckende Zeitungspapier wird zwischen ihnen entlanggeführt. Dabei wird die Farbe von den Zylindern auf das Zeitungspapier durch den Eigendruck der übertragen. Das Papier wird dabei gleichzeitig auf der Vorder- und Rückseite bedruckt.

Damit die Fotos bunt erscheinen, werden nacheinander die Farben Magenta, Yellow, Cyan und Schwarz auf das Papier übertragen. Durch die Mischung entsteht dann das farbige Bild.

Noch während der Druckvorgang läuft, entnehmen die Kollegen kontinuierlich Zeitungsexemplare und kontrollieren diese. "Wir können die Farbe nachregulieren, wenn sich durch den Druckvorgang die Platten erwärmen und nur minimal verschieben", erklärt Jan Wolfram und deutet auf die Zahlen am Bildschirm im Druckstand. Ein Tastendruck auf den Cursor genügt und es läuft Farbe nach, damit die Mischung wieder stimmt.

Wenn die Papierrollen nicht exakt ausgerichtet sind, kann es passieren, dass die Ränder sich verschieben. Auch hier können während des Druckvorgangs noch Korrekturen vorgenommen werden, damit die Artikel und Bilder in der Mitte der Zeitungsseite sitzen.

Knapp eine halbe Stunde dauert es, dann ist die aktuelle Ausgabe des Oranienburger Generalanzeigers gedruckt.

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