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Ein Globetrotter in Sachen Radsport

Jürgen Leibner / 08.01.2011, 08:25 Uhr
Frankfurt (Oder) (In House) Ronny Lauke ist Brandenburger, und er liebt seine Heimat. „Das Schlaubetal nahe Müllrose ist doch ein herrliches Fleckchen Erde mit viel Wald und schönen Seen. Hier kann man sich wunderbar erholen“, sagt der gebürtige Eisenhüttenstädter. „Hier sind meine Wurzeln. Leider komme ich nur noch sehr selten her. Höchstens fünfmal im Jahr. Das ist schade, aber nicht zu ändern.“

Umso mehr hat es der 34-Jährige genossen, zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel zusammen mit Ehefrau Antje und dem dreieinhalb Jahre alten Töchterchen Helen bei den Eltern in Wiesenau und den Schwiegereltern in Frankfurt (Oder) zu sein. „Diese Momente gehören zu den schönsten in meinem Leben“, bekennt Ronny Lauke. „Ich bin ein Familienmensch. Sie ist mir unheimlich wichtig, gibt mir immer wieder Kraft.“

Verständlich, denn die meiste Zeit des Jahres ist der ehemalige Radprofi von seinen Lieben weit entfernt. „Das bringt mein Job so mit sich und funktioniert nur, wenn der Partner mitzieht, die Beziehung stimmt“, erklärt Lauke. Seit 2008 ist er beim US-amerikanischen Profi-Team Columbia HTC, das mit dem Ausstieg des Sponsors Columbia seit dem 1. Januar Team HTC-Highroad heißt, als Manager und Sportlicher Leiter für die Frauen-Abteilung verantwortlich.

Gut und gerne 200 Tage im Jahr, von Anfang Februar bis Ende September, ist er zu den Rennen rund um den Erdball unterwegs. Video-Telefonieren via Internet ist dann die wichtigste Verbindung nach Leipzig, wo Ronny Lauke seit knapp sieben Jahren wohnt. Die kleine Helen freut sich jedes mal ganz besonders, wenn Papas Bild auf dem Computer erscheint und sie ihm ihre neuesten Erlebnisse erzählen kann. „Das ist dann immer
ein Highlight auch für mich.“

Dass Ronny mal Radsportler werden würde, war ihm eigentlich schon in die Wiege gelegt worden. Vater Gerhard „Eddie“ Lauke, heute Nachwuchs-Trainer beim Frankfurter RC, zählte als WM-Bronzegewinner mit dem Straßen-Vierer (1974) sowie Friedensfahrt-Dritter zwei Jahre später zu den erfolgreichen Fahrern in der DDR. Das färbte ab.

„Ich wollte auch ein Rennrad“, erinnert sich der Sohn. Mit zwölf meldete ihn der Vater im Müllroser Verein bei Gerald Rentsch und Michael Schelske an. „Die machen eine gute Arbeit. Dort bist du gut aufgehoben, sagte er mir“, blickt Ronny Lauke auf seinen sportlichen Anfang zurück. Erfolge stellten sich schnell ein. Allerdings veränderte die politische Wende 1989 auch die vorgezeichnete Lebensplanung des aufstrebenden Radsportlers und letzten DDR-Schülermeisters. Von Frankfurt, wo er mittlerweile trainierte, zog es ihn nach Dortmund. „Dort konnte ich neben dem Sport eine kaufmännische Lehre machen“, erklärt er. „Meine Eltern hatten immer viel Wert darauf gelegt, dass ich neben dem Sport eine berufliche Ausbildung habe.“

Als Junior fuhr Ronny Lauke in dieser Zeit seine größten Erfolge ein: Weltmeister in der Verfolgung 1993 sowie Silber und Bronze im Jahr darauf. Der Übergang zum Männerbereich und den Profis erwies sich dann allerdings schwerer als gedacht. Siege blieben für Lauke rar gesäht. Im Februar 2005 beendete er mit dem Berliner Sechstagerennen seine aktive Karriere.

Ein Abschied vom Radsport sollte es aber nicht sein. Denn schon im Mai erhielt Ronny Lauke von einem Unternehmer aus Südafrika das unerwartete Angebot, am Kap ein Männer-Team zu betreuen. „Da wurde ich praktisch ins kalte Wasser geworfen“, sagt er. „Aber das eine Jahr dort unten war für mich eine riesige Erfahrung. Ich konnte mich selbst ausprobieren. Das war sehr wertvoll für mich.“

Erfahrungen, die ihm beim deutschen Team Wiesenhof zugute kamen, genauso wie bei seinen zahlreichen Auslands-Einsätzen. Denn Ronny Lauke war inzwischen zu einem richtigen Globetrotter in Sachen Radsport geworden. „Der Weltverband schickte mich innerhalb eines vom IOC geförderten Solidaritäts-Programms nach Syrien, Uganda und Jordanien“, erzählt er. „Dort vermittelte ich angehenden Trainern in erster Linie theoretisches Rüstzeug, durfte ihnen sogar Zertifikate ausstellen. Es war eine spannende Zeit.“

Von manch kuriosem aber auch nachdenkenswertem Erlebnis kann der Ex-Profi da berichten. „In Uganda traf ich einen jungen Fahrer, der trainierte mit einem schweren Stahlrad. Und auf dem Kopf trug er als Sturzhelm eine Badekappe. Das sah lustig aus. Aber auch er hatte Spaß am Radsport“, erzählt Ronny Lauke mit einem Lächeln. Um im nächsten Moment aber mit Ernst zu sagen. „Wenn man die Situation dieser Menschen mit der unserigen vergleicht, dann merkt man erst, wie gut es uns doch geht.“

Jetzt also beim Team HTC-Highroad, das Multimillonär Bob Stapleton gehört. Lauke besitzt einen Vertrag bis Ende 2012. Wie es danach weitergeht, darüber macht er sich jetzt noch keine Gedanken. „Die Radsport-Szene ist ein unsicheres Geschäft“, sagt er, „aber daran bin ich gewöhnt.“

Die ganze Aufmerksamkeit gilt in diesen Tagen ohnehin der Vorbereitung des zwölfköpfigen Teams mit den drei deutschen Top-Fahrerinnen Judith Arndt, Ina-Yoko Teutenberg und als Neuzugang Charlotte Becker auf die Saison. Es zählt zu den besten der Szene, fuhr im vorigen Jahr
45 Siege ein. Hauptziel sind die neun Rennen der Weltcup-Serie und die Welttitelkämpfe.

„Die Arbeit mit einem Frauen-Team ist unheimlich spannend“, sagt Ronny Lauke. „Sie reagieren emotionaler. Ein gesprochenes Wort hängt bei ihnen viel länger nach als bei Männern. Da muss man sich gut überlegen, was man sagt.“ Anfang Februar wird er mit „seinen“ Damen zur Katar-Rundfahrt aufbrechen. Danach geht’s weiter nach Neuseeland, zurück nach Europa, in die USA, nach Südamerika. Rund um den Globus, immer auf Achse.

„Im Prinzip führe ich ein Zigeunerleben“, sagt Ronny Lauke. Der Abschied von zu Hause fällt jedes mal nicht leicht. „Trotzdem ist es ein schöner Job.“ Und die Anrufe nach Hause zu seiner Antje und zur kleinen Helen entschädigen zumindest ein wenig für die lange Zeit der Trennung.

Ronny Lauke wurde am
17. September 1976 in Eisenhüttenstadt geboren. Mit 12 Jahren kam er zum Radsport, wurde 1993 Junioren-Weltmeister auf der Bahn. Nach dem Ende der Karriere im Februar 2005 arbeitete er als Sportlicher Leiter in mehreren Profiteams und war als sportlicher Entwicklungshelfer tätig. Aktuell führt er die Frauen des Teams HTC-Highroad als Manager. Der ausgebildete Bürokaufmann wohnt in Leipzig, ist verheiratet und hat eine dreieinhalbjährige Tochter.

Frankfurt (Oder) (MOZ) Ronny Lauke ist Brandenburger, und er liebt seine Heimat. „Das Schlaubetal nahe Müllrose ist doch ein herrliches Fleckchen Erde mit viel Wald und schönen Seen. Hier kann man sich wunderbar erholen“, sagt der gebürtige Eisenhüttenstädter. „Hier sind meine Wurzeln. Nur leider bin ich nur noch sehr selten hier. Höchstens fünfmal im Jahr. Das ist schade, aber nicht zu ändern.“

Umso mehr hat es der 34-Jährige genossen, zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel zusammen mit Ehefrau Antje und dem dreieinhalb Jahre alten Töchterchen Helen bei den Eltern in Wiesenau und den Schwiegereltern in Frankfurt (Oder) zu sein. „Diese Momente gehören zu den schönsten in meinem Leben“, bekennt Ronny Lauke. „Ich bin ein Familienmensch. Sie ist wir unheimlich wichtig, gibt mir immer wieder Kraft.“

Verständlich, denn die meiste Zeit des Jahres ist der ehemalige Radprofi von seinen Lieben weit entfernt. „Das bringt mein Job so mit sich und funktioniert nur, wenn der Partner mitzieht, die Beziehung stimmt“, erklärt Lauke, der seit 2008 beim US-Amerikanischen Profi-Team Columbia HTC, das mit dem Ausstieg des Sponsors Columbia seit dem 1. Januar Team HTC-Highroad heißt, als Manager und Sportlicher Leiter für die Frauen-Abteilung verantwortlich ist.

Gut und gerne 200 Tage im Jahr von Mitte Februar bis Ende September ist er zu den Rennen rund um den Erdball unterwegs. Video-Telefonieren via Internet ist dann die wichtigste Verbindung nach Leipzig, wo Ronny Lauke seit knapp sieben Jahren wohnt. Die kleine Helen freut sich jedes mal ganz besonders, wenn Papas Bild auf dem Computer erscheint und sie ihm ihre neuesten Erlebnisse erzählen kann. „Das ist dann immer ein Highlight für mich.“

Dass Ronny mal Radsportler werden würde, war ihm eigentlich schon in die Wiege gelegt worden. Vater Gerhard „Eddie“ Lauke, heute Nachwuchs-Trainer beim Frankfurter RC, zählte als WM-Bronzegewinner mit dem Straßen-Vierer (1974) sowie Friedensfahrt-Dritter zwei Jahre später zu den erfolgreichen Fahrern in der DDR. Das färbte ab.

„Ich wollte auch ein Rennrad“, erinnert sich der Sohn. Mit zwölf meldete ihn der Vater im Müllroser Verein bei Gerald Rentsch und Michael Schelske an. „Die machen eine gute Arbeit. Dort bist du gut aufgehoben, sagte er mir“, blickt Ronny Lauke auf seinen sportlichen Anfang zurück.Erfolge stellten sich schnell ein. Allerdings veränderte die politische Wende 1989 auch die vorgezeichnete Lebensplanung des aufstrebenden Radsportlers und letzten DDR-Schülermeisters. Von Frankfurt, wo er mittlerweile trainierte, zog es ihn nach Dortmund. „Dort konnte ich neben dem Sport eine kaufmännische Lehre machen“, erklärt Ronny Lauke. „Meine Eltern hatten immer viel Wert darauf gelegt, dass ich neben dem Sport einen Beruf erlerne.“

Als Junior fuhr Ronny Lauke in dieser Zeit seine größten Erfolge ein: Weltmeister in der Verfolgung 1993 sowie Silber und Bronze im Jahr darauf. Der Übergang zum Männerbereich und den Profis erwies sich dann allerdings schwerer als gedacht. Siege blieben für Lauke rar gesäht. Im Februar 2005 beendete er beim Berliner Sechstagerennen seine aktive Karriere.

Ein Abschied vom Radsport sollte es aber nicht sein. Denn schon im Mai erhielt Ronny Lauke von einem Unternehmer aus Südafrika das unerwartete Angebot, am Kap ein Männer-Team zu betreuen. „Da wurde ich praktisch ins kalte Wasser geworfen“, sagt er. „Aber das eine Jahr dort unten war für mich eine riesige Erfahrung. Ich konnte mich selbst ausprobieren. Das war sehr wertvoll für mich.“

Erfahrungen, die ihm beim deutschen Team Wiesenhof zugute kamen, genauso wie bei seinen zahlreichen Auslands-Einsätzen. Denn Ronny Lauke war inzwischen zu einem richtigen Globetrotter in Sachen Radsport geworden. „Der Weltverband UCI schickte mich innerhalb eines vom IOC geförderten Solidaritäts-Programms nach Syrien, Uganda und Jordanien“, erzählt er. „Dort vermittelte ich angehenden Trainern in erster Linie theoretisches Rüstzeug, durfte ihnen sogar Zertifikate ausstellen. Es war eine spannende Zeit.“

Von manch kuriosem aber auch nachdenkenswertem Erlebnis kann der Ex-Profi da berichten. „In Uganda traf ich einen jungen Fahrer, der trainierte mit einem schweren Stahlrad. Und auf dem Kopf trug er als Sturzhelm eine Badekappe. Das sah lustig aus. Aber auch er hatte Spaß am Radsport“, erzählt Ronny Lauke mit einem Lächeln. Um im nächsten Moment aber mit Ernst zu sagen. „Wenn man die Situation dieser Menschen mit der unserigen vergleicht, dann merkt man erst, wie gut es uns doch geht.“

Jetzt also beim Team HTC-Highroad, das Multimillonär Bob Stapleton gehört. Ronny Lauke besitzt einen Vertrag bis Ende 2012. Wie es danach weitergeht, darüber macht er nicht jetzt noch keine Gedanken. „Die Radsport-Szene ist ein unsicheres Geschäft“, sagt er, „aber daran bin ich gewöhnt. Das bereitet mir keine Probleme.“

Die ganze Aufmerksamkeit gilt in diesen Tagen ohnehin der Vorbereitung des zwölfköpfigen Teams mit den drei deutschen Top-Fahrerinnen Judith Arndt, Ina-Yoko Teutenberg und als Neuzugang Charlotte Becker auf die Saison. Es zählt zu den besten der Szene, fuhr im vorigen Jahr
45 Siege ein. Hauptziel sind die neun Rennen der Weltcup-Serie und die Welttitelkämpfe.

„Die Arbeit mit einem Frauen-Team ist unheimlich spannend“, sagt Ronny Lauke. „Sie reagieren emotionaler. Ein gesprochenes Wort hängt bei ihnen viel länger nach als bei Männer. Da muss man sich gut überlegen, was man sagt.“ Anfang Februar wird er mit „seinen“ Damen zur Katar-Rundfahrt aufbrechen. Danach geht’s weiter nach Neuseeland, zurück nach Europa, in die USA, nach Südamerika, immer auf Achse. Rund um den Globus.

„Im Prinzip führe ich ein Zigeunerleben“, sagt Ronny Lauke. Der Abschied von zu Hause fällt jedes mal nicht leicht. „Trotzdem ist es ein schöner Job, den ich habe.“ Und die Anrufe nach Hause zu seiner Antje und zur kleinen Helen entschädigen zumindest ein wenig für die lange Zeit der Trennung.

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Frankfurt (Oder) (MOZ) Ronny Lauke ist Brandenburger, und er liebt seine Heimat. „Das Schlaubetal nahe Müllrose ist doch ein herrliches Fleckchen Erde mit viel Wald und schönen Seen. Hier kann man sich wunderbar erholen“, sagt der gebürtige Eisenhüttenstädter. „Hier sind meine Wurzeln. Nur leider bin ich nur noch sehr selten hier. Höchstens fünfmal im Jahr. Das ist schade, aber nicht zu ändern.“

Umso mehr hat es der 34-Jährige genossen, zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel zusammen mit Ehefrau Antje und dem dreieinhalb Jahre alten Töchterchen Helen bei den Eltern in Wiesenau und den Schwiegereltern in Frankfurt (Oder) zu sein. „Diese Momente gehören zu den schönsten in meinem Leben“, bekennt Ronny Lauke. „Ich bin ein Familienmensch. Sie ist wir unheimlich wichtig, gibt mir immer wieder Kraft.“

Verständlich, denn die meiste Zeit des Jahres ist der ehemalige Radprofi von seinen Lieben weit entfernt. „Das bringt mein Job so mit sich und funktioniert nur, wenn der Partner mitzieht, die Beziehung stimmt“, erklärt Lauke, der seit 2008 beim US-Amerikanischen Profi-Team Columbia HTC, das mit dem Ausstieg des Sponsors Columbia seit dem 1. Januar Team HTC-Highroad heißt, als Manager und Sportlicher Leiter für die Frauen-Abteilung verantwortlich ist.

Gut und gerne 200 Tage im Jahr von Mitte Februar bis Ende September ist er zu den Rennen rund um den Erdball unterwegs. Video-Telefonieren via Internet ist dann die wichtigste Verbindung nach Leipzig, wo Ronny Lauke seit knapp sieben Jahren wohnt. Die kleine Helen freut sich jedes mal ganz besonders, wenn Papas Bild auf dem Computer erscheint und sie ihm ihre neuesten Erlebnisse erzählen kann. „Das ist dann immer ein Highlight für mich.“

Dass Ronny mal Radsportler werden würde, war ihm eigentlich schon in die Wiege gelegt worden. Vater Gerhard „Eddie“ Lauke, heute Nachwuchs-Trainer beim Frankfurter RC, zählte als WM-Bronzegewinner mit dem Straßen-Vierer (1974) sowie Friedensfahrt-Dritter zwei Jahre später zu den erfolgreichen Fahrern in der DDR. Das färbte ab.

„Ich wollte auch ein Rennrad“, erinnert sich der Sohn. Mit zwölf meldete ihn der Vater im Müllroser Verein bei Gerald Rentsch und Michael Schelske an. „Die machen eine gute Arbeit. Dort bist du gut aufgehoben, sagte er mir“, blickt Ronny Lauke auf seinen sportlichen Anfang zurück.Erfolge stellten sich schnell ein. Allerdings veränderte die politische Wende 1989 auch die vorgezeichnete Lebensplanung des aufstrebenden Radsportlers und letzten DDR-Schülermeisters. Von Frankfurt, wo er mittlerweile trainierte, zog es ihn nach Dortmund. „Dort konnte ich neben dem Sport eine kaufmännische Lehre machen“, erklärt Ronny Lauke. „Meine Eltern hatten immer viel Wert darauf gelegt, dass ich neben dem Sport einen Beruf erlerne.“

Als Junior fuhr Ronny Lauke in dieser Zeit seine größten Erfolge ein: Weltmeister in der Verfolgung 1993 sowie Silber und Bronze im Jahr darauf. Der Übergang zum Männerbereich und den Profis erwies sich dann allerdings schwerer als gedacht. Siege blieben für Lauke rar gesäht. Im Februar 2005 beendete er beim Berliner Sechstagerennen seine aktive Karriere.

Ein Abschied vom Radsport sollte es aber nicht sein. Denn schon im Mai erhielt Ronny Lauke von einem Unternehmer aus Südafrika das unerwartete Angebot, am Kap ein Männer-Team zu betreuen. „Da wurde ich praktisch ins kalte Wasser geworfen“, sagt er. „Aber das eine Jahr dort unten war für mich eine riesige Erfahrung. Ich konnte mich selbst ausprobieren. Das war sehr wertvoll für mich.“

Erfahrungen, die ihm beim deutschen Team Wiesenhof zugute kamen, genauso wie bei seinen zahlreichen Auslands-Einsätzen. Denn Ronny Lauke war inzwischen zu einem richtigen Globetrotter in Sachen Radsport geworden. „Der Weltverband UCI schickte mich innerhalb eines vom IOC geförderten Solidaritäts-Programms nach Syrien, Uganda und Jordanien“, erzählt er. „Dort vermittelte ich angehenden Trainern in erster Linie theoretisches Rüstzeug, durfte ihnen sogar Zertifikate ausstellen. Es war eine spannende Zeit.“

Von manch kuriosem aber auch nachdenkenswertem Erlebnis kann der Ex-Profi da berichten. „In Uganda traf ich einen jungen Fahrer, der trainierte mit einem schweren Stahlrad. Und auf dem Kopf trug er als Sturzhelm eine Badekappe. Das sah lustig aus. Aber auch er hatte Spaß am Radsport“, erzählt Ronny Lauke mit einem Lächeln. Um im nächsten Moment aber mit Ernst zu sagen. „Wenn man die Situation dieser Menschen mit der unserigen vergleicht, dann merkt man erst, wie gut es uns doch geht.“

Jetzt also beim Team HTC-Highroad, das Multimillonär Bob Stapleton gehört. Ronny Lauke besitzt einen Vertrag bis Ende 2012. Wie es danach weitergeht, darüber macht er nicht jetzt noch keine Gedanken. „Die Radsport-Szene ist ein unsicheres Geschäft“, sagt er, „aber daran bin ich gewöhnt. Das bereitet mir keine Probleme.“

Die ganze Aufmerksamkeit gilt in diesen Tagen ohnehin der Vorbereitung des zwölfköpfigen Teams mit den drei deutschen Top-Fahrerinnen Judith Arndt, Ina-Yoko Teutenberg und als Neuzugang Charlotte Becker auf die Saison. Es zählt zu den besten der Szene, fuhr im vorigen Jahr
45 Siege ein. Hauptziel sind die neun Rennen der Weltcup-Serie und die Welttitelkämpfe.

„Die Arbeit mit einem Frauen-Team ist unheimlich spannend“, sagt Ronny Lauke. „Sie reagieren emotionaler. Ein gesprochenes Wort hängt bei ihnen viel länger nach als bei Männer. Da muss man sich gut überlegen, was man sagt.“ Anfang Februar wird er mit „seinen“ Damen zur Katar-Rundfahrt aufbrechen. Danach geht’s weiter nach Neuseeland, zurück nach Europa, in die USA, nach Südamerika, immer auf Achse. Rund um den Globus.

„Im Prinzip führe ich ein Zigeunerleben“, sagt Ronny Lauke. Der Abschied von zu Hause fällt jedes mal nicht leicht. „Trotzdem ist es ein schöner Job, den ich habe.“ Und die Anrufe nach Hause zu seiner Antje und zur kleinen Helen entschädigen zumindest ein wenig für die lange Zeit der Trennung.

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Frankfurt (Oder) (MOZ) Ronny Lauke ist Brandenburger, und er liebt seine Heimat. „Das Schlaubetal nahe Müllrose ist doch ein herrliches Fleckchen Erde mit viel Wald und schönen Seen. Hier kann man sich wunderbar erholen“, sagt der gebürtige Eisenhüttenstädter. „Hier sind meine Wurzeln. Nur leider bin ich nur noch sehr selten hier. Höchstens fünfmal im Jahr. Das ist schade, aber nicht zu ändern.“

Umso mehr hat es der 34-Jährige genossen, zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel zusammen mit Ehefrau Antje und dem dreieinhalb Jahre alten Töchterchen Helen bei den Eltern in Wiesenau und den Schwiegereltern in Frankfurt (Oder) zu sein. „Diese Momente gehören zu den schönsten in meinem Leben“, bekennt Ronny Lauke. „Ich bin ein Familienmensch. Sie ist wir unheimlich wichtig, gibt mir immer wieder Kraft.“

Verständlich, denn die meiste Zeit des Jahres ist der ehemalige Radprofi von seinen Lieben weit entfernt. „Das bringt mein Job so mit sich und funktioniert nur, wenn der Partner mitzieht, die Beziehung stimmt“, erklärt Lauke, der seit 2008 beim US-Amerikanischen Profi-Team Columbia HTC, das mit dem Ausstieg des Sponsors Columbia seit dem 1. Januar Team HTC-Highroad heißt, als Manager und Sportlicher Leiter für die Frauen-Abteilung verantwortlich ist.

Gut und gerne 200 Tage im Jahr von Mitte Februar bis Ende September ist er zu den Rennen rund um den Erdball unterwegs. Video-Telefonieren via Internet ist dann die wichtigste Verbindung nach Leipzig, wo Ronny Lauke seit knapp sieben Jahren wohnt. Die kleine Helen freut sich jedes mal ganz besonders, wenn Papas Bild auf dem Computer erscheint und sie ihm ihre neuesten Erlebnisse erzählen kann. „Das ist dann immer ein Highlight für mich.“

Dass Ronny mal Radsportler werden würde, war ihm eigentlich schon in die Wiege gelegt worden. Vater Gerhard „Eddie“ Lauke, heute Nachwuchs-Trainer beim Frankfurter RC, zählte als WM-Bronzegewinner mit dem Straßen-Vierer (1974) sowie Friedensfahrt-Dritter zwei Jahre später zu den erfolgreichen Fahrern in der DDR. Das färbte ab.

„Ich wollte auch ein Rennrad“, erinnert sich der Sohn. Mit zwölf meldete ihn der Vater im Müllroser Verein bei Gerald Rentsch und Michael Schelske an. „Die machen eine gute Arbeit. Dort bist du gut aufgehoben, sagte er mir“, blickt Ronny Lauke auf seinen sportlichen Anfang zurück.Erfolge stellten sich schnell ein. Allerdings veränderte die politische Wende 1989 auch die vorgezeichnete Lebensplanung des aufstrebenden Radsportlers und letzten DDR-Schülermeisters. Von Frankfurt, wo er mittlerweile trainierte, zog es ihn nach Dortmund. „Dort konnte ich neben dem Sport eine kaufmännische Lehre machen“, erklärt Ronny Lauke. „Meine Eltern hatten immer viel Wert darauf gelegt, dass ich neben dem Sport einen Beruf erlerne.“

Als Junior fuhr Ronny Lauke in dieser Zeit seine größten Erfolge ein: Weltmeister in der Verfolgung 1993 sowie Silber und Bronze im Jahr darauf. Der Übergang zum Männerbereich und den Profis erwies sich dann allerdings schwerer als gedacht. Siege blieben für Lauke rar gesäht. Im Februar 2005 beendete er beim Berliner Sechstagerennen seine aktive Karriere.

Ein Abschied vom Radsport sollte es aber nicht sein. Denn schon im Mai erhielt Ronny Lauke von einem Unternehmer aus Südafrika das unerwartete Angebot, am Kap ein Männer-Team zu betreuen. „Da wurde ich praktisch ins kalte Wasser geworfen“, sagt er. „Aber das eine Jahr dort unten war für mich eine riesige Erfahrung. Ich konnte mich selbst ausprobieren. Das war sehr wertvoll für mich.“

Erfahrungen, die ihm beim deutschen Team Wiesenhof zugute kamen, genauso wie bei seinen zahlreichen Auslands-Einsätzen. Denn Ronny Lauke war inzwischen zu einem richtigen Globetrotter in Sachen Radsport geworden. „Der Weltverband UCI schickte mich innerhalb eines vom IOC geförderten Solidaritäts-Programms nach Syrien, Uganda und Jordanien“, erzählt er. „Dort vermittelte ich angehenden Trainern in erster Linie theoretisches Rüstzeug, durfte ihnen sogar Zertifikate ausstellen. Es war eine spannende Zeit.“

Von manch kuriosem aber auch nachdenkenswertem Erlebnis kann der Ex-Profi da berichten. „In Uganda traf ich einen jungen Fahrer, der trainierte mit einem schweren Stahlrad. Und auf dem Kopf trug er als Sturzhelm eine Badekappe. Das sah lustig aus. Aber auch er hatte Spaß am Radsport“, erzählt Ronny Lauke mit einem Lächeln. Um im nächsten Moment aber mit Ernst zu sagen. „Wenn man die Situation dieser Menschen mit der unserigen vergleicht, dann merkt man erst, wie gut es uns doch geht.“

Jetzt also beim Team HTC-Highroad, das Multimillonär Bob Stapleton gehört. Ronny Lauke besitzt einen Vertrag bis Ende 2012. Wie es danach weitergeht, darüber macht er nicht jetzt noch keine Gedanken. „Die Radsport-Szene ist ein unsicheres Geschäft“, sagt er, „aber daran bin ich gewöhnt. Das bereitet mir keine Probleme.“

Die ganze Aufmerksamkeit gilt in diesen Tagen ohnehin der Vorbereitung des zwölfköpfigen Teams mit den drei deutschen Top-Fahrerinnen Judith Arndt, Ina-Yoko Teutenberg und als Neuzugang Charlotte Becker auf die Saison. Es zählt zu den besten der Szene, fuhr im vorigen Jahr
45 Siege ein. Hauptziel sind die neun Rennen der Weltcup-Serie und die Welttitelkämpfe.

„Die Arbeit mit einem Frauen-Team ist unheimlich spannend“, sagt Ronny Lauke. „Sie reagieren emotionaler. Ein gesprochenes Wort hängt bei ihnen viel länger nach als bei Männer. Da muss man sich gut überlegen, was man sagt.“ Anfang Februar wird er mit „seinen“ Damen zur Katar-Rundfahrt aufbrechen. Danach geht’s weiter nach Neuseeland, zurück nach Europa, in die USA, nach Südamerika, immer auf Achse. Rund um den Globus.

„Im Prinzip führe ich ein Zigeunerleben“, sagt Ronny Lauke. Der Abschied von zu Hause fällt jedes mal nicht leicht. „Trotzdem ist es ein schöner Job, den ich habe.“ Und die Anrufe nach Hause zu seiner Antje und zur kleinen Helen entschädigen zumindest ein wenig für die lange Zeit der Trennung.

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