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Kein Kormoran-Vergrämen am Wochowsee

Iris Stoff / 19.04.2011, 07:35 Uhr
Storkow (In House) In diesem Jahr wird es auf der Kormoranen-Insel im Alten Wochowsee bei Storkow keine gezielten Störaktionen geben, um das Brutgeschäft dieser schwarzen Vögel zu stören. Das bestätigte der Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes, Lars Dettmann, gegenüber der „Märkischen Oderzeitung“. Beim Landesumweltamt sei auch in diesem Frühjahr ein entsprechender Antrag gestellt worden, „und wir haben auch die Genehmigung erhalten und hätten dort reingehen können“, betont er. Doch bei einer gemeinsamen Zählung mit der Vogelschutzwarte sei festgestellt worden, dass der Bestand dieser zweitgrößten brandenburgischen Kormoran-Kolonie deutlich abgenommen habe. „Gab es hier im Vorjahr noch 499 Brutpaare, haben wir jetzt 317 gezählt“, sagt Lars Dettmann. Das sei ein deutlicher Rückgang, und deshalb wurde kein Gebrauch von der Genehmigung zur Störaktion gemacht.

Bei dieser sogenannten Vergrämung werden die brütenden Kormorane nachts durch Lärm und Licht von ihren Nestern verscheucht, so dass die Eier auskühlen. Im Jahre 2005 gab es am Alten Wochowsee das erste Mal eine solche Aktion, die zu heftigem Streit zwischen Fischern und Naturschützern geführt hatte.

Inzwischen haben sich die Wogen geglättet, „aus dem ewigen Gegeneinander ist schon eher ein Miteinander geworden“, betont Lars Dettmann. Für den Rückgang der Kormoranpopulation im Alten Wochowsee werden verschiedene Gründe genannt. Drei strenge Winter machen sich bemerkbar, die Brutplätze auf der Insel schrumpfen, weil Teile der vom scharfen Kormoran-Kot bedeckten Bäume nicht mehr standhalten, und dann der Waschbär: „Auf der Suche nach Nahrung plündert er auch Vogelnester und reduziert auf diese Weise den Kormoranbestand ganz ohne menschliche Maßnahmen“, sagt Hans Sonnenberg vom Naturpark Dahme-Heideseen. „Aufgebrochene Eier verraten seine Existenz auf der kleinen Insel im Alten Wochowsee.“

Die Fischer im Einzugsbereich dieses Vogels wird es freuen. Immerhin verspeist so ein Kormoran täglich ein Kilo Weißfisch.

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P.Witzke 19.04.2011 - 09:47:25

grottig

Eigentlich lese ich die MOZ gern. Aber dieses Thema packen die Redakteure nicht. Jetzt frisst er ein Kilo Weissfisch am Tag......Erkundigen Sie sich doch mal bei Fachleuten, wie sein Nahrungsspektrum wirklich aussieht. Die Ergebnisse können Sie sich bei der staatlichen Vogelschutzwarte, dem Institut für Fischerei u. Gewässerökologie oder beim Fischereiverband holen. Bestätigen kann ich Ihnen aber die gute objektive Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der staatl. Vogelschutzwarte. Das Gegenteil ist leider noch mit einigen Leuten im Naturpark u. angegliederten Nachtwächtern zu erwähnen.

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