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35 Projekte fürs Bürgerbudget vorgeschlagen / Kirchengemeinde beantragt Mittel für Jugendfreizeit

Kurstädter haben Qual der Wahl

Ein Gruppenfoto zur Erinnerung: Die diesjährige Jugendfreizeit der evangelischen Kirchengemeinde Bad Freienwalde führte die 24 Jugendlichen ins schwedische Flen. Für 2018  hat Pfarrer Björn Ferch (2. Reihe, r.) 5000 Euro aus dem Bürgerbudget beantragt.
Ein Gruppenfoto zur Erinnerung: Die diesjährige Jugendfreizeit der evangelischen Kirchengemeinde Bad Freienwalde führte die 24 Jugendlichen ins schwedische Flen. Für 2018 hat Pfarrer Björn Ferch (2. Reihe, r.) 5000 Euro aus dem Bürgerbudget beantragt. © Foto: Björn Ferch
Heike Jänicke / 30.08.2017, 07:30 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Zum Altstadtfest entscheiden die Bürger erstmals über die Verwendung der Mittel aus dem Bürgerbudget. 35 Projekte stehen zur Wahl. Dazu gehört der Vorschlag der evangelischen Kirchengemeinde zur Unterstützung einer Jugendfreizeit im kommenden Jahr.

Bis zum 30. Juni hatten Bürger der Stadt und der Ortsteile Gelegenheit, Projektideen vorzuschlagen, die in diesem und im kommenden Jahr aus dem Bürgerbudget finanziert werden sollen. Daran sind Bedingungen geknüpft. Unter anderem darf die Umsetzung eines Vorhabens nicht mehr als 5000 Euro kosten, so dass am Ende fünf Projekte pro Jahr umgesetzt werden können. Es stehen jeweils 25 000 Euro zur Verfügung.

Die rechtliche Grundlage dafür hatte die Stadtverordnetenversammlung 2016 mit dem Beschluss der Satzung geschaffen. Nun haben die Bürger die Qual der Wahl. Sie können während des Altstadtfestes darüber entscheiden, welche der 35 Projekte den Zuschlag erhalten. An der Abstimmung, die am 8. September, von 15 bis 18 Uhr, und am 9. September von 10 bis 18 Uhr auf dem Marktplatz neben der Hauptbühne stattfinden wird, dürfen alle Bürger der Stadt und der Ortsteile ab 14 Jahre teilnehmen. Zur Kontrolle ist es wichtig, dass sich die Wahlberechtigten ausweisen können.

Auf das Ergebnis des Bürgerentscheids ist Björn Ferch gespannt. Auch er hat einen Vorschlag unterbreitet. Und zwar zur finanziellen Unterstützung einer Jugendfreizeit im nächsten Jahr in Österreich. Gerade ist der Pfarrer mit 24 Jugendlichen von eben einer solchen Fahrt aus Schweden zurückgekehrt. Hunderte von Fotos liegen in Alben vor ihm. Luca und Mika Seemer (beide 13) sowie Nick Kretschmann (14), sie haben sich am Montag mit dem Pfarrer verabredet, waren bei der diesjährigen Jugendfreizeit dabei und sind immer noch begeistert. Sie erzählen von dem Haus Idrottsgården in Flen, das sie sich mit den anderen Jugendlichen und den fünf Betreuern für zwei Wochen teilten. Sie berichten von den Ausflügen nach Stockholm und den Besuchen von Schloss Gripsholm und im Vasa-Museum. Sie schwelgen noch in Erinnerungen - an die atemberaubenden Klippen, die tägliche Floßfahrt über den vor dem Haus liegenden See und an die Wanderungen. An eine erinnert sich Nick Kretschmann noch ganz genau. Wohl deshalb, weil sich die Jugendlichen dabei ohne Handy, nur mit Walkie Talkie und Karten orientieren mussten. Eine Erfahrung, die er nicht missen möchte.

Überhaupt sei die Reise eine Bereicherung gewesen, sagt auch Björn Ferch. Natürlich hätte diese Freizeit in Deutschland stattfinden können. Aber die Entscheidung für Schweden und damit für eine große Entfernung sei bewusst gefallen, so Ferch. Die Jugendlichen konnten einerseits eine andere Kultur kennenlernen. Die lange Fahrt sei bereits Teil des Erlebnisses gewesen. "Und das Land selbst macht die Reise. Die Natur in Schweden ist völlig anders als bei uns", so Ferch. Andererseits seien sie mal völlig autark, auf sich allein gestellt gewesen.

Das findet Simone Seemer, die Mutter von Luka und Mika, toll. Es sei gut, dass sie sich einmal selbst versorgen mussten, ohne Hotel Mama.

Die Jugendfreizeit hatte neben diesem aber auch noch einen anderen Hintergrund. "Wir wollten auch jenen Jugendlichen die Teilnahme ermöglichen, deren Eltern sich noch nicht einmal einen Urlaub in der Malche leisten könnten", so Ferch. Die Fahrt kostete 450 Euro pro Teilnehmer. Insgesamt waren 20 000 Euro nötig. Die Lutherstiftung steuerte 2000 Euro bei. Der Lionsclub Strausberg spendete 400 Euro. Der Kirchenkreis zog die Finanzspritze mit 2000 Euro auf. Und das Konzert mit dem Handwerkermännerchor spülte 1500 Euro in die Kasse. Weitere 700 Euro kamen als Kollekte zusammen. "Hätte uns aber die Stephanus-Stiftung die vier Busse nicht zur Verfügung gestellt, hätten die Mittel nicht gereicht", erklärt Björn Ferch. Deshalb rührt er noch einmal die Werbetrommel für seinen Bürgerbudget-Vorschlag.

Auch Nick Kretschmann hofft, dass die Jugendfreizeit 2018 stattfindet. Er würde gern wieder dabei sein, auch wenn er den christlichen Glauben nicht lebt. Das sei das Besondere an dieser Jugendfreizeit, meint Björn Ferch. Daran können kirchliche und nichtkirchliche Jugendliche teilnehmen, aber auch behinderte Kinder. Sie würden dabei erleben, was Normalität ist. Die anderen müssten sich auf sie einstellen, so der Pfarrer.

Vorschläge für das Bürgerbudget

1. Anschaffung für Gästehaus Malche 2. Verbesserungen an Freilichtbühne 3. Wasserspielgeräte für Spielplatz Melcherstraße 4. Illusionsmalerei an Trafohäuschen 5. Unterstützung Kita-Fest 6. Offener Bücherschrank 7. Tourismus-App 8. Flaschensammler an Mülltonnen 9. Weihnachtsfeier f. Bedürftige 10. Unterstützung Ferienfahrt nach Österreich 11. Offizielle Sprühfläche 12. Asphaltierung der Straße an der Kurstadthalle 13. Neue Bänke im Stadtgebiet 14. Mängelmelder 15. Reaktivierung d. Bruchsees 16. Fußgängerüberweg in Königstraße 17. Zebrastreifen am Gymnasium 18. Radschutzzone 19. Sperrbügel an der Sechserbrücke 20. Infotafeln am Gymnasium 21. Spielflächen in der Stadt 22. Reparatur des Plattenweges in der Fischerstraße 23. Inselstraßenfest 24. Blumen für Schlosspark 25. Anschaffung einer Bühne für Veranstaltungen in Altranft und Ortsteilen 26. Informationstafel zum Kurpark 27. Fußballplatz in der Stadt 28. Parkkonzept für Hohenwutzen 29. Infotafeln zu Brücken und Bächen 30. Sitzecke an der Konzerthalle 31. Hundebeutelstationen 32. Mauerarbeiten an der Georgenkirchstraße 33. Ballfangnetzanlagen für Jahn-Stadion 34. Zwei Kunstwerke polnischer Künstlerinnen für Haus der Naturpflege 35. Transportable Spiegelwand für FKG Infos: www.bad-freienwalde.de

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