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Adventsserie
Verliebt ins Oderbruch

Familienglück im ehemaligen Pfarrhaus: Susanne (v.l.) und Gerard Reid stehen mit ihrer Tochter Orla vor alten Kirchenglocken, die immer noch ihren Garten schmücken.
Familienglück im ehemaligen Pfarrhaus: Susanne (v.l.) und Gerard Reid stehen mit ihrer Tochter Orla vor alten Kirchenglocken, die immer noch ihren Garten schmücken. © Foto: Johann Müller
Christina Sleziona / 14.12.2018, 18:52 Uhr - Aktualisiert 16.12.2018, 18:59
Zechin (MOZ) Es gibt viele Gründe, nach Brandenburg zurückzukehren oder als Zuzügler ein neues Leben zwischen Prignitz, Uckermark, Fläming und Lausitz zu beginnen. In unserer neuen Serie stellen wir Menschen vor, die im märkischen Land angekommen sind.

Eigentlich suchte die Familie Reid nur ein Wochenendhaus in Märkisch-Oderland. Heute ist das ehemalige Pfarrhaus in Zechin ihr fester Wohnsitz geworden. „Hier finden wir die Ruhe und Entspannung, die wir zuvor in Berlin nicht gefunden haben“, erinnert sich Susanne Reid. Bis 2014 lebte sie mit ihrem irischen Mann in der Hauptstadt. Sie arbeitete damals als Mitarbeiterin in einem Fachzeitschriftenverlag, er machte sich als Unternehmensberater für internationale Firmen selbstständig. Um einen Gegenpol für den stressigen Alltag zu finden, begaben sich die beiden in der Seelower Region auf die Suche. Eine Wahl, die nicht zufällig erfolgte. „Ich kannte die Geschichte Seelows bereits aus Irland“, erzählt Gerard Reid. Als ehemaliger Geschichtslehrer ist er heute immer noch von der 1945 ausgetragenen Schlacht um die Seelower Höhen fasziniert. Er wollte sich selbst ein Bild von der Gegend machen. Mehrere Fahrradtouren hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Letzten Endes habe sie ein Bekannter auf das leerstehende Pfarrhaus aufmerksam gemacht, das Susanne, damals mit ihrer Tochter Orla schwanger, sofort gefiel. „Es war uns zu schade, dieses große Haus nur an Wochenenden zu nutzen. Also haben wir uns ganz und gar von Berlin verabschiedet“, blickt sie zurück. Und das auch beruflich. „Das Pfarrhaus zu kaufen war ebenfalls eine Entscheidungshilfe, um mich, wie mein Mann, selbstständig zu machen“. Heute betreut sie das Magazin „Märkische LebensArt“, mit dessen Hilfe sie viele Kontakte innerhalb der Region aufbauen konnte.

Ihr Mann hat hingegen keinen beruflichen Neuanlauf gestartet. „Ich kann von überall arbeiten“, betont der Unternehmensberater. Da er ständig auf Reisen sei, tue es ihm gut, anschließend in Zechin entspannen zu können. Was ihm an seinem etwa ein Hektar großen Anwesen besonders gefiele, sei der Garten. Auf die irischen Rosensträucher ist er besonders stolz, die „auf dem lehmigen Boden Zechins besonders gut wachsen“. Auch das Familienglück gedeihe hier sehr gut. „Unsere Tochter kann sich auf dem Land freier bewegen als in Berlin. Dazu ist die Stadt einfach zu dicht besiedelt“, sagt der Familienvater.

Die Befürchtungen von Freunden, dass es ihnen in Zechin schnell langweilig werden könnte, kann die Familie Reid nur zurückweisen. „Durch meine Arbeit am Magazin erfahre ich viel über die kulturellen und touristischen Attraktionen in der Seelower Region. Es ist mehr los als so einige Berliner denken“, schmunzelt Susanne.

Ein besonderer Hingucker in der Weihnachtszeit ist für Gerard vor allem die Zechiner Klautanne, die jedes Jahr Kinder mit Geschenken erfreut. Prinzipiell habe er die zahlreichen deutschen Weihnachts­traditionen lieber als die seiner irischen Heimat, gesteht er. „In Irland ist der erste Weihnachtstag der wichtigste Festtag“, erklärt er. Deshalb gebe es auch erst zum 25. Dezember die Geschenke. Besonders ungern habe er die sogenannten Christmas Pies. Das sind süße Gebäcke, die mit Fruchtmischungen gefüllt und mit Alkohol durchtränkt sind. „Die Vorbereitungen dazu beginnen meistens schon im Sommer, damit der Alkohol gut durchzieht“, weiß Gerard aus Erfahrung. Seine Mutter backe diese kleinen Kuchen sehr gern.

Für sein eigenes Weihnachten mit der Familie lässt er diese aber lieber weg. Er und Susanne möchten mit Orla ein schönes deutsches Weihnachten in Zechin verbringen. Dazu sind auch Susannes Eltern und sogar der Weihnachtsmann eingeladen. „Wir möchten so viel wie möglich bei uns veranstalten, weil wir uns hier sehr wohl fühlen“, ist Susanne mit ihrer Wahlheimat zufrieden.

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