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Investitionen für die Allgemeinheit

Jugendwart Daniel Augenstein mit einem von mehreren Prachtexemplaren, die er in diesem Jahr an Land zog.
Jugendwart Daniel Augenstein mit einem von mehreren Prachtexemplaren, die er in diesem Jahr an Land zog. © Foto: privat
Kerstin Unger / 07.09.2016, 07:50 Uhr
Meichow (MOZ) Angelvereine gehören zu den zahlenmäßig stärksten Vereinen in der Uckermark. Die Mitglieder betreiben auch Umweltpflege und oft ein reges Vereinsleben. Der Uckermark Anzeiger stellt die Arbeit des Kreisanglerverbandes Angermünde/Schwedt und seiner Vereine vor.

Der Anglerverein Meichow hat fast dreimal so viele Mitglieder wie der Ortsteil vom Gramzow Einwohner hat, nämlich 1236. Zu seiner Gründung im Jahr 1954 waren es 40. Dass der Verein sowohl mit den Verbänden und Vereinen in Prenzlau als auch in Angermünde und Schwedt gute Verbindungen pflegt, liegt auch an seiner Lage an der einstigen Kreisgrenze.

1991 wurde die Ortsgruppe in den Anglerverein Meichow umgewandelt. "Das war kein leichtes Stück Arbeit", blickt Wolfgang Herrmann zurück. Er ist seit 1989 Schatzmeister. "Die Gesetzlichkeiten haben sich geändert. Er gab regelmäßige Kassenprüfungen. Wir haben es in all den Jahren immer geschafft, unsere Gemeinnützigkeit aufrechtzuerhalten", erzählt er.

Bis zur Wendezeit hatte der Verein 150 Mitglieder. 1993 stieg die Zahl auf 207. Ein regelrechter Run auf den Meichower Verein begann 2006, als für das Friedfischangeln auch bei Erwachsenen der Nachweis der Fischereiabgabe ausreichte und kein Fischereischein mehr nötig war. Von den jetzigen 1236 Mitgliedern sind 188 Jugendliche und 59 Frauen. Der älteste Angler ist Arthur Acksel aus Grünow mit 82 und die älteste Anglerin Susanne Knäusel aus Milmersdorf mit 76 Jahren. Die Mitglieder kommen aus ganz Deutschland.

Der Vorstand ist seit zehn Jahren im Amt und stolz auf das, was erreicht wurde. Der Vorsitzende ist Ronny Riechmann, sein Stellvertreter Torsten Vierck. Neben Schatzmeister Wolfgang Herrmann, der die Finanzen und die Statistik fest im Blick hat, komplettiert Jugendwart Daniel Augenstein das Team.

Sowohl für die Erwachsenen als auch für die Jugendlichen finden von Frühjahr bis Herbst monatliche Veranstaltungen statt, vom Kreishegefischen und dem Kreisjugendhegefischen über den Schnupperangeltag bis zum Kinder- und Jugendangeltag. "Neu ist in diesem Jahr der Meichowcup am Grünower See. Er findet am 18. September statt", berichtet Daniel Augenstein. Der Jugendwart nutzt nicht nur das Hegefischen dazu, um die Jugendlichen an das Angeln sowie den Umwelt- und Naturschutz heranzuführen. Er nutzt auch die Ferien, um mit ihnen mal in der Nacht zu angeln oder zu zelten und damit ein besonderes Naturerlebnis zu verschaffen.

Übers Jahr finden verschiedene Arbeitseinsätze statt, die der Gewässerpflege dienen. Das geschieht zwanglos. Jedes Mitglied leistet seinen Beitrag, wenn er Zeit hat und informiert zum Jahresende darüber.

Ein eigenes Gewässer hat der Angelverein Meichow nicht. Aber es bestehen Verträge für die Nutzung von Gewässern in der Umgebung. 2007 hat der Verein von der Gemeinde Gramzow den Polßener Haussee gepachtet. Die Kooperation mit dem Fischer funktioniere gut. Der Fischbesatz erfolgt ökologisch vertretbar. Was laut Fangbelegen entnommen wird, wird wieder nachgesetzt.

Am Haussee wird jedoch nicht nur geangelt. Hier wurde auch schon einiges an Geld und Kraft investiert. So hat der Verein eine Sitzraufe aufgestellt, die von der Allgemeinheit und auch beim Sommerfest des Vereins genutzt werden kann. "Seit 2007 haben wir 21 189 Euro ausgegeben", sagt der Schatzmeister. Die Gemeinde hat den Verein in der Vergangenheit jährlich bezuschusst. Den Bau der Steganlage unterstützte sie in diesem Jahr mit 4000 Euro. Der Verein hat zirka 4000 Euro Eigenmittel aufgebracht.

Der Verein kümmert sich um die Ordnung und Sauberkeit am Gewässerrand. 2015 haben die Mitglieder an einen Abschnitt, in dem die Wellen die Böschung ausgehöhlt hatten, Steinpackungen gelegt. Landwirte haben die Steine herangefahren. Das Ufer ist jetzt abgesichert. Damit entstand auch eine beruhigte Zone für Vögel, berichtet der Vorstand. In diesem Jahr wurde ein Sandsperre geschaffen, um den Uferstreifen zu schützen.

"Wir danken alle, die sich für den Verein engagieren, sowohl den Mitgliedern als auch den Sponsoren", sagt der Stellvertretende Vereinsvorsitzende Torsten Vierck. Er lobt auch die vernünftige Zusammenarbeit mit dem Umweltamt der Kreisverwaltung, wenn es um Genehmigungen geht. Gute kooperiert werde auch mit dem Wasser- und Bodenverband "Welse", dem Amt Gramzow und der Fredersdorfer Feuerwehr um Kurt Galow.

Noch sind einige Veranstaltungen in diesem Jahr geplant. Wenn die Saison vorbei ist, werden die Vereinskähne von den Gewässern geholt. Mitglieder nehmen sie mit zu sich nach Hause und über Winter auch mal Pinsel und Farbe in die Hand, um sie fürs nächste Frühjahr wieder fit zu machen.

Ausführliche Informationen und Kontakt, auch zu Vereinen online unter www.kreisanglerver band-schwedt.de

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