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Rosa, Lila und Kariert: Oberhaveler Kinder stehen auf knallbunte Schulmappen / Erfolgreiche Ranzenmesse

Passt wie angegossen

Beratung im Minutentakt: Marina Koch (links) gab Marian Blüthgen und seiner Tochter Jordis Tipps, was wichtig ist beim Kauf der richtigen Mappe. Etwa 100 Ranzen brachte sie bei der Messe unter die Leute.
Beratung im Minutentakt: Marina Koch (links) gab Marian Blüthgen und seiner Tochter Jordis Tipps, was wichtig ist beim Kauf der richtigen Mappe. Etwa 100 Ranzen brachte sie bei der Messe unter die Leute. © Foto: Ulrike Kirsten
Ulrike Kirsten / 24.03.2014, 09:20 Uhr
Oranienburg (MOZ) Rosa, lila und kariert liegen im Trend. Doch beim Kauf eines Schulranzens kommt es auf mehr an als nur die Farbe. Die richtige Mappe zu finden, ist eine kleine Wissenschaft. Passform und Gewicht sind entscheidend.

Auf der Schulranzen-Messe in Oranienburg suchen Eltern und ihre Kinder nach dem optimalen Exemplar. Das kann mitunter einen halben Tag lang dauern.

Jordis trägt bald täglich recycelte 21-PET-Flaschen auf ihrem Rücken. Die Sechsjährige aus Oranienburg kommt in diesem Jahr in die Schule. Auf der Suche nach dem richtigen Ranzen haben sich ihre Eltern Katrin Berger und Marian Blüthgen am Sonnabend auf der Messe viel Zeit gelassen. Am Ende ist die Wahl auf ein echtes Leichtgewicht gefallen. Nicht mehr als 800 Gramm wiegt Jordis' neue Mappe.

Die ist aber nicht nur nachhaltig. Denn die Firma Ergobag verwendet ausschließlich Textilien, die zu 100 Prozent aus wiederverwerteten Plasteflaschen hergestellt werden. 15 Millionen Flaschen hat das Unternehmen bisher so verwendet. Der Ranzen ist außerdem ergonomisch so gestaltet wie moderne Trekking-Rucksäcke und deshalb besonders bequem zu tragen. "Der Trend geht zu Rucksäcken, die sich gut an den Rücken anpassen. Zu uns kommen vor allem Eltern, die sich darüber Gedanken machen, ihren Kindern einen guten Start ins Schulleben zu ermöglichen", sagt Marina Koch, Initiatorin der Schulranzen-Messe.

Zum fünften Mal hat sie die Veranstaltung organisiert. "Ich habe eine solche Messe zum ersten Mal in den alten Bundesländern besucht. Da bin ich auf die Idee gekommen, dass auch in Oranienburg zu veranstalten", sagt die 57-Jährige. Jahr für Jahr sind seither mehr Eltern gekommen. "Sogar aus Zehdenick und Berlin sind in diesem Jahr Besucher da." Mehr als 100 Ranzen hat Koch an diesem Sonnabend verkauft, auch an Katrin Berger und Marian Blüthgen.

Die haben für die Zukunft ihrer Tochter tief in die Tasche gegriffen. 200 Euro hat die Variante "Bärlissima" gekostet. "Ich wollte gern einen lila farbenen Schulranzen", sagt die kleine Jordis und schnallt sich stolz den neuen Rucksack auf ihren Rücken. Ihren Eltern war es wichtig, dass der Ranzen nicht zu kitschig ist. "Sie soll ihn eine Weile tragen. Wenn sie älter wird, würde er ihr vielleicht nicht mehr gefallen. Sie kann ihn ungefähr bis zur vierten Klasse benutzen", sagt Marian Blüthgen. Auch auf das Gewicht haben beide beim Kauf geachtet. Ein Ranzen sollte nicht mehr als zehn Prozent vom Körpergewicht des Kindes wiegen.

Bevor die Entscheidung nach mehreren Stunden fiel, haben sich Katrin Berger, Marian Blüthgen und Jordis von Jeannette Peronne beraten lassen. "Der teuerste Ranzen muss nicht immer der beste sein", sagt die Gebietsleiterin der Krankenkasse KKH für Oranienburg und das Löwenberger Land. Der Ranzen müsse in erster Linie gut am Rücken anliegen, um später Haltungsprobleme zu vermeiden. Eine Mappe, die bei manchem Kind wie angegossen passt, kann für ein anderes das komplett falsche Exemplar sein.

"Ein Ranzen ist gut, wenn das Kind ihn so gut wie gar nicht spürt. Wichtig ist außerdem, dass er Fächer für Trinkflaschen hat", sagt Jeannette Peronne. Einen wichtigen Tipp hat sie außerdem: Schwere Bücher sollten ganz dicht am Rücken gepackt werden.

"Kinder sollten auch wirklich nur das einpacken, was sie in der Schule brauchen", sagt Peronne. Regelmäßig ist sie in Schulen unterwegs, um Lehrer und immer mehr Eltern darauf aufmerksam zu machen, dass die Wahl des richtigen Schulranzens eine wichtige Entscheidung ist.

Das Interesse sei in den vergangenen Jahren sehr gestiegen, sagt Marina Koch, die in diesem Jahr besonders zufrieden ist mit den Besucherzahlen ihrer Messe. Kann sie sich eigentlich noch an ihren ersten Rucksack erinnern? "Natürlich. Ich hatte eine Mappe ganz aus Leder mit braunen Riemen, bis zur fünften Klasse. Die haben wir ganz oft flicken lassen, damit sie so lange hält", sagt die Unternehmerin. "In den 70er- Jahren bin ich dann mit Plastebeuteln in die Schule gegangen, die in den Westpaketen drin waren. Wir haben die damals alle benutzt, auch wenn uns das die Lehrer damals verboten haben."

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