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Torsten Clauß, Vorsitzender der Dorfgemeinschaftsvereins Pinnow über seine Arbeit, Hobbys und das Wichtigste in seinem Leben

"Ich organisiere gern"

Schon mitten im nächsten Projekt: Der gerade zum neuen Dorfvereinsvorsitzenden gewählte Torsten Clauß wird in den nächsten Wochen mit seinen Vereinskollegen den Dorfkonsum zum Laufen bringen. Beste Bedingungen dafür gibt es im neuen Dorfgemeinschaftshaus.
Schon mitten im nächsten Projekt: Der gerade zum neuen Dorfvereinsvorsitzenden gewählte Torsten Clauß wird in den nächsten Wochen mit seinen Vereinskollegen den Dorfkonsum zum Laufen bringen. Beste Bedingungen dafür gibt es im neuen Dorfgemeinschaftshaus. © Foto: Stefan Csevi
Kerstin Unger / 30.01.2015, 06:45 Uhr
Pinnow (MOZ) Er organisiert gerne und fehlt bei keiner Veranstaltung in Pinnow. Beruflich kennen Torsten Clauß vor allem Autofahrer zwischen Schwedt und Eberswalde als kompetenten Ansprechparter für ihren fahrbaren Untersatz. Seit einigen Tagen ist er der neue Vorsitzende des Pinnower Ortsvereins.

Torsten Clauß ist nach Gerd Podschadel und Anne Sommerschuh der dritte Vorsitzende des Vereins. Er ist kein Neuling, wirkte schon einige Jahre im Vorstand mit. "Die Arbeit ist auf mehrere Schultern verteilt. Wir unterstützen uns gegenseitig", sieht er der bevorstehenden Wahlperiode gelassen entgegen. Aus der Ruhe bringt ihn ohnehin so leicht nichts. Es sei denn, ein Pferd steht plötzlich nachts in seinem Garten, was schon vorgekommen ist, wie man berichtet.

Torsten Clauß ist zwar ein Zugezogener, aber schon seit mehr als 30 Jahren mit Pinnow eng verbunden. Als Zwölfjähriger zog er 1982 mit seinen Eltern aus Schwedt hierher, in das neu gebaute Eigenheim. "Meine Eltern arbeiteten im Instandsetzungswerk", erzählt er. Dort begann auch er seine Lehre als Elektromechaniker, nachdem er 1986 die zehnte Klasse der Pinnower Oberschule absolviert hatte. Der heutige Amtsdirektor Detlef Krause war übrigens sein Physiklehrer, verrät er.

Die Wendezeit erlebte er als Soldat zweier Armeen - ebenfalls in Pinnow. "Einen Monat lang trug ich die Uniform der NVA. Über Nacht wechselten wir die Uniformen. Danach war ich elf Monate lang bei der Bundeswehr", erzählt der Vater eines 17-jährigen Sohnes.

Nach einigen Monaten Arbeit bei einer Containerbau-Firma ging er als Kfz-Mechaniker ins VW-Autohaus Knebel nach Schwedt. "Ich war Monteur in der Werkstatt und machte später eine Ausbildung zum Kfz-Technik-Meister", erinnert er sich. Danach stieg er zum Service-Leiter auf. Dennoch blieb er Pinnower, baute hier ab1999 sein eigenes Haus. "Stein auf Stein mit meinen eigenen Händen nach einer kurzen Schulung durch die Baufirma. Das Haus steht immer noch", lacht er.

Als er 20 Berufsjahre hinter sich hatte, ging 2012 das Autohaus in Insolvenz. "Ich war zum Glück keinen einzigen Tag arbeitslos", sagt er. Der Chef des VW-Autohauses in Eberswalde war extra mit dem Motorrad zu ihm nach Pinnow gekommen, um ihn einen Job anzubieten. Damit gelang ein nahtloser Übergang. Seit Mitte Dezember 2014 ist der Pinnower nun Service-Leiter im Angermünder Autohaus Brosda und kennt viele Kunden in der Region Schwedt/Angermünde.

Die Mitgliedschaft im Pinnower Dorfgemeinschaftsverein ist für den fast 45-Jährigen ein guter Ausgleich. Seit 2011 ist er dabei. Den Anstoß gab seine Lust am Organisieren. Gemeinsam mit zwei Bekannten wollte er eine Silvesterparty im ehemaligen Pinnower Kinosaal auf die Beine stellen. "Das Interesse bei den Leuten war riesig. So einen großen Saal musste man doch nutzen", sagt Torsten Clauß. "Doch so ganz allein hatten wir uns die Sache nicht zugetraut. Wir baten den Dorfgemeinschaftsverein um Unterstützung. Kurz darauf wurde ich Mitglied und ein Vierteljahr später in den Vorstand gewählt." 180 Leute feierten damals gemeinsam Silvester. "Wir zogen das drei Jahre durch. Dann wurden es weniger Leute", erzählt der Pinnower.

Im Verein kann er sein Organisationstalent entfalten. Ob bei der Halloweenparty, die im Herbst erstmals auf dem Pinnower Gutshof stattfand, oder die Himmelfahrtsfeier, das kulturelle Aushängeschild des Dorfgemeinschaftsverein, das in diesem Jahr zum vierten Mal stattfindet. Es ist als Schlachtefest in Zusammenarbeit mit einer Fleischerei angelegt. Der Zustrom der Besucher ist ungebrochen. Sie kommen nicht nur aus Pinnow, sondern auch aus den umliegenden Orten und sogar aus Polen.

Torsten Clauß hat Lust auf Geselligkeit und Erlebnisse - mit allem was dazu gehört. "Beim Feiern sind viele groß dabei, beim Aufräumen wird der Kreis schon kleiner. Aber wer nie fehlt, ist Torsten", sagt anerkennend sein Vereins- und Vorstandskollege Andreas Sommerschuh über ihn.

Auch die Teilnahme der Pinnower Vereinsteams beim Drachenbootrennen am Wolletzsee hat "Käptn Clauß" mit angeschoben. In diesem Jahr sitzt er natürlich wieder mit im Boot, um den Erfolg von 2013 zu wiederholen, wo der Dartclub Mürow im direkten Vergleich geschlagen wurde. "Das war unser größter sportlicher Triumph", gibt er zu.

Als Vereinsvorsitzender wird künftig mehr Verantwortung auf ihn zukommen, meint Torsten Clauß. Auch wenn die Arbeit im Vorstand aufgeteilt wird. Die erste große Herausforderung ist die Entwicklung des Konsums, der im neuen Dorfgemeinschaftshaus in Trägerschaft des Dorfvereins wiederbelebt werden soll. Der Verein erhält dafür viel Zuspruch. Die Ideen, was es hier einmal alles angeboten werden soll, sprudeln nur so. "Katzenfutter steht auf der Liste ganz weit oben", verrät er. "Auch ein Imbissangebot ist wichtig. Wir sind gerade dabei, die rechtlichen Dinge zu klären, um hier Lebensmittel verkaufen zu dürfen. Ohne den Hauseigentümer und Investor Herrn Teut wäre das jedoch alles kaum möglich."

Viel Zeit für andere Hobbys wird da sicherlich kaum bleiben. Nach wie vor wird Torsten Clauß die Jugend-Volleyballer sonntagnachmittags in der Pinnower Turnhalle betreuen. Der Verein bezahlt die Miete für das Freizeitangebot. Und auch die Skiausflüge mit seinem Sohn wird er sich nicht nehmen lassen. An diesem Wochenende wedeln beide Männer im tschechischen Riesengebirge die Hänge hinunter. "Mein Sohn ist das Wichtigste in meinem Leben", sagt der 44-Jährige. Manchmal begleitet der Junior seinen Vater auch zu Veranstaltungen des Dorfvereins wenn auch nicht als Mitglied. Noch nicht!

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