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Frostis Fun Crew springt bei Eiseskälte in den Lehnitzsee

Die Frostis Fun Crew hat keine Angst vor Wassertemperaturen um den Gefrierpunkt und freut sich schon jetzt auf das vierte Oranienburger Neujahrsplanschen.
Die Frostis Fun Crew hat keine Angst vor Wassertemperaturen um den Gefrierpunkt und freut sich schon jetzt auf das vierte Oranienburger Neujahrsplanschen. © Foto: Tilman Trebs/OGA
Tilman Trebs / 28.12.2016, 08:18 Uhr
Oranienburg (OGA) Gibt es bessere Tage, als einen im Hochsommer, um nach Feierabend mal kurz in den Oranienburger Lehnitzsee zu springen? Ja, finden die Eisbader von Frostis Fun Crew, zum Beispiel die im tiefsten Winter.

Bei ihnen hat die Badesaison erst Mitte September begonnen. Seitdem treffen sie sich an jedem zweiten Donnerstag an der Badestelle an der Rüdesheimer Straße, um sich kurz im See zu erfrischen. Am 7. Januar wollen sie zu Ehren von Louise Henriette von Oranien vom Stadthafen bis zum Bollwerk schwimmen. Und jeder, der will, ist eingeladen, dabei zu sein.

Donnerstag, zwei Tage vor Heiligabend. Wer die Frosti-Männer am Strand finden will, muss schon eine Taschenlampe mitbringen. Es ist 18 Uhr, der zweitkürzeste Tag des Jahres und schon seit knapp zwei Stunden stockduster. "Früher geht's nicht. Wir gehen ja alle noch arbeiten", erklärt Marian Blüthgen, bevor er sich mit Bruder Kevin und Vater Siegfried sowie Kumpel René Scheil auf dem Weg ins Wasser macht. Das Quartett spaziert ohne zu zögern ins Wasser. Kein Jammern, kein Murren, keine Klagen übers Wetter. Nach 20 Sekunden stehen sie bis zum Hals im Wasser. "Es ist der erste Winter, in dem wir ohne Neopren-Anzug schwimmen gehen", sagt Kevin Blüthgen. Warum auch? Das Wasser ist schließlich doppelt so warm wie die Luft, nämlich zwei Grad Celsius. Die Handvoll Begleiter am Ufer ziehen sich derweil den Schal ins Gesicht. Zwei Tage vor Weihnachten ist es nicht nur kalt, sondern auch windig. "Aus dem See herauszukommen, ist unangenehmer, als ins Wasser zu gehen", sagt Siegfried Blüthgen. "Wenn man nass ist, spürt man den Wind doch sehr viel mehr."

Warum tut man sich das dann überhaupt an? "Es gibt Fragen, auf die gibt es keine Antwort", erklärt er und lacht. Vielleicht, um die Grenzen seines Körpers auszutesten? Die Eisbader erzählen, dass die Füße im Wasser als erstes zu kribbeln beginnen. "Man merkt schnell, wo und wann der Körper die Versorgung einstellt, um das System am laufen zu halten, nämlich an den Extremitäten."

Marian Blüthgen sagt, dass so ein dunkler, kalter Winterabend am See durchaus seine Vorzüge hat. "Man muss sich mit niemandem um einen schönen Platz für sein Handtuch streiten, im See ist man allein und hat seine Ruhe."

Weniger ruhig dürfte es werden, wenn die Männer von Frostis Fun Crew am 7. Januar am Oranienburger Stadthafen in die bis dahin kaum wärmer gewordene Havel springen. Punkt 11 Uhr startet am ersten Sonnabend des Jahres 2017 das 4. Oranienburger Neujahrsplanschen. Nachdem im vergangenen Jahr 800 Meter für 800 Jahre geschwommen wurden, wird Anfang 2017 der Geburtstag der berühmtesten Oranienburgerin der Geschichte im Wasser gefeiert. "Louise Henriette ist vor 390 Jahren geboren. Von uns wird dafür 39 Minuten gefroren." Das ist für diese Jahreszeit eine lange Zeit. "Da ziehen wir wieder Neopren-Anzüge über", sagt Kevin Blüthgen. Knapp 40 Schwimmer sprangen vergangenes Jahr teils kostümiert in die Havel. "Dieses Jahr dürfen es gern noch mehr werden. Wir freuen uns über jeden, der dabei ist", sagt Kevin Blüthgen. Zur Not muss man sich halt einen Tauchsieder mitnehmen.

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