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Einmal im Jahr gibt es im Einstein-Gymnasium beim Abitreffen ein großes Wiedersehen der Ehemaligen

Abitreffen
Sehnsucht nach der Schule

Daniela Windolff / 28.12.2018, 18:07 Uhr
Angermünde (MOZ) Wenn sich junge Leute sehnsüchtig auf die Schule freuen und strahlend Mitschüler sowie Lehrer umarmen, dann ist Abitreffen im Einstein-Gymnasium. Einmal im Jahr zwischen Weihnachten und Silvester gibt es ein Wiedersehen der Ehemaligen.

Als Rüdiger Samain im Einstein-Gymnasium sein Abi machte, waren die Beatles in, wurden tosender Schulfasching mit Prinzenpaar und Büttenrede gefeiert und heimliche Treffen mit den Internatsmädels abgehalten. 50 Jahre ist das her und Rüdiger Samain erinnert sich an viele schöne Erlebnisse. „Vor allem an Sport und Turnwettkämpfe mit Lehrer Heiland.“ Heute gibt es keinen Fasching mehr und kein Internat, dafür eine große Einsteingala und Klassenfahrten nach Spanien oder London.

Daran erinnern sich Mareike Neubrandt, Agnes Rogowski, Sophie Hoffmann, Paul Wittniß und Lukas Peuse, die an einem großen Tisch beisammen sitzen. Sie haben rund viereinhalb Jahrzehnte später ihr Abi am „Einstein“ gemacht. Zum Abitreffen, das es jedes Jahr am 27. Dezember in den Weihnachtsferien gibt, finden sich Generationen von Ehemaligen ein, um alte Freunde wiederzutreffen, über Schulerlebnisse und Anekdoten zu plaudern und die verschiedenen Lebenswege der Mitschüler zu erfahren. Der Abi-Jahrgang 2016, zu dem die fünf jungen Leute gehören, ist zahlreich vertreten. Überhaupt kommen seit einigen Jahren überwiegend die jüngeren Jahrgänge, deren Erinnerungen und Freundschaften noch frisch sind. Die Weihnachtsferien sind ideal für das Treffen, weil viele Ehemalige zu Hause bei den Eltern sind.

Rüdiger Samain ist dagegen der Einzige seines Jahrgangs. „Schade, ich habe gehofft, hier ein paar alte Mitschüler zu treffen. Aber wir hatten ja in diesem Jahr unser Klassentreffen zum 50. hier in der Schule, wo fast alle dabei waren.“

Die „Penne“ von einst unter Direktor Michelbach kennt auch Willmer Fritsche. Er hat hier 1975 Abi gemacht und war vor 30 Jahren das letzte Mal beim Abi-Treffen. Nach der Schule ging er zur Polizei und zur Kripo und arbeitete 20 Jahre in der Mordkommission. Jetzt ist er im Ruhestand und wieder in die Heimat nach Angermünde zurückgekehrt. Hier wollte er wieder mal in seiner alten Schule vorbeischauen. Doch alte Bekannte traf er nicht. Mit Rüdiger Samain plauderte er über alte Zeiten. Unter den vielen jungen Leuten fühlten sich die beiden Herren etwas verloren. „Vielleicht sind wir Alten im nächsten Jahr stärker vertreten“, schmunzelte Samain.

Die Jungen rückten in der Aula Tische zusammen, weil im Laufe des Abends immer mehr kamen. „Es ist schön, Freunde wiederzusehen, zu quatschen und zu hören, was jeder heute so macht. Sich persönlich zu treffen, ist etwas anderes als nur über WhatsApp oder Facebook“, findet Sophie Hoffmann. Sie studiert in Potsdam Logopädie. Lukas Peuse in Greifswald Pharmazie. „Er war in Bio superschlau und hatte beim Projekttag im Klinikum Buch im Labor die DNA analysiert“, erinnert sich Mareike Neubrandt. Sie hat ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege abgeschlossen und möchte eine Hebammenausbildung anschließen.

Auch Paul Wittniß ist in der Medizin gelandet und studiert Zahnmedizin in Halle. Agnes Rogowski hat andere Wege eingeschlagen und studiert in Heidelberg Steuer- und Wirtschaftsrecht. Ob die jungen Leute nach Angermünde zurückkommen, wissen sie noch nicht. Erstmal finden sie es gut, andere Regionen kennenzulernen. Zum Abi-­treffen am 27. Dezember kann man sich auf alle Fälle immer in Angermünde wiedersehen.

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