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Ausbildung
Nah dran am potentiellen Nachwuchs

Landrat Roger Lewandowski und Philipp Thonke  werben für die havelländische Ausbildungsmesse, die am 10. Januar in Paaren/Glien stattfindet.
Landrat Roger Lewandowski und Philipp Thonke  werben für die havelländische Ausbildungsmesse, die am 10. Januar in Paaren/Glien stattfindet. © Foto: Simone Weber
Simone Weber / 03.01.2019, 17:58 Uhr
Havelland Havelländische Schüler haben am kommenden Donnerstag, 10. Januar, die Wahl - sieben Stunden lang werben 102 Unternehmen für sich und informieren im Paarener Erlebnispark über Ausbildungsberufe und Studienmöglichkeiten. Es ist die  neunte Auflage der Börse „Ausbildung und Studium“. Beim Treffen der Arbeitsgruppe des Landkreises mit Industrie- und Handelskammer Potsdam, Kreishandwerkerschaft und Bundesagentur für Arbeit verwies Landrat Roger Lewandowski auf einen Teilnehmerrekord. „Eingeladen werden alle Schüler der Oberschulen, Gesamtschulen, Gymnasien und der Förderschulen im Landkreis. In diesem Jahr nehmen 1.470 Schüler – 100 mehr als im letzten Jahr – sowie 75 Lehrer teil“, so Lewandowski.

Zur diesjährigen Börse gibt es zwei Neuerungen, mit denen die Arbeitgeber auf die künftigen Azubis zugehen wollen. Auf der neuen Internetseite www.ausbildung-im-havelland.de stellen sich die teilnehmenden Firmen mit einem Unternehmensprofil vor. Zudem bieten IHK und Handwerkskammer, die Agentur für duales Studium, die TH Brandenburg sowie die Agentur für Arbeit erstmals vier verschiedene, 30-minütige Workshops für die Schüler zu beruflichen Möglichkeiten nach der Schule an, aber auch zur sinnvollen Überbrückung wie Freiwilligendienste und Auslandsaufenthalte. Für diese Workshops am Tag der Ausbildungsbörse haben sich bereits rund 200 Schüler angemeldet.

„Das beste Mittel, die jungen Menschen im Havelland zu halten ist, ihnen einen Ausbildungsplatz in der Region anzubieten“, meint Landrat  Lewandowski. „Wir haben Mühe die offenen Ausbildungsplätze, die uns gemeldet werden, zu besetzen“, so indes die Bereichsleiterin Havelland der Bundesagentur für Arbeit, Simone Lossin. „Rein zahlenmäßig passt es. Aber nicht immer ist der jeweilige Wunsch-Ausbildungsplatz für den Schüler da.“

Mit 102 Ausstellern beteiligen sich nahezu genauso viele Arbeitgeber und Studieneinrichtungen wie im Jahr zuvor. Aus Rathenow sind beispielsweise die Askania Mikroskoptechnik und die Rathenower Feinguss GmbH erstmals dabei. „Ich hätte mir noch ein paar mehr Aussteller aus der Handwerkerschaft gewünscht“, so der Landrat. Woraufhin ihm Rainer Deutschmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, zu verstehen gab, dass viele Betriebe auf Grund der hohen Auftragslage wenig Zeit hätten, sich auf die Ausbildungsbörse vorzubereiten.

Als Ort für ein Informationsgespräch der Organisatoren  wählte man in diesem Jahr die Produktionsstätte der Thonke-Bäckerei in Rathenow. Das Unternehmen mit rund 500 Angestellten in 59 Filialen in Brandenburg und dem angrenzenden Sachsen-Anhalt beschäftigt allein in der Produktion 120 Mitarbeiter. Seit mehreren Jahren beteiligt sich die Bäckerei an der Ausbildungsbörse im Landkreis und pflegt ebenso Kooperationen mit weiterführenden Schulen der Region für Schülerpraktika und präsentiert sich zum Beispiel auf dem jährlichen Berufemarkt der Premnitzer Oberschule und dem der Wirtschaftsregion Westbrandenburg. „Wir planen, jedes Jahr jeweils drei Azubis in Bäckerei und Konditorei in der Produktion einzustellen sowie drei bis vier für den Bereich Verkauf“, sagte Juniorchef Phillip Thonke, verantwortlich für die Produktion in Rathenow. „Noch haben wir jedes Jahr ausreichend Bewerber, auch wenn die Qualität – rein von den Noten her – abnimmt. So schauen wir weniger auf die Noten, sondern mehr auf die Motivation und das soziale Umfeld des Bewerbers. Viele kommen über Schülerpraktika oder Ferienjobs im Betrieb als spätere Azubis zu uns.“

Über die Ausbildungsbörse in Paaren/Glien der vergangenen Jahre kam auch Maik Schmidt als Azubi zu Thonke. Sein erster Berufswunsch lag im Bereich Verkauf. Nach Probearbeit und Gespräch entschied sich der Rathenower 2011 für eine Lehre als Bäcker. Heute ist der 24-Jährige in der Feinbäckerei beschäftigt.

In dieser lernte der Landrat Maik Schmidt kennen und wurde von Phillip Thonke  beim Aufstreichen von Mohnmasse und Dekorieren von Mandarine-Tortenschnitten „angelernt“ - durchaus erfolgreich! „Zugleich habe ich beim Rundgang gelernt, dass sich in so einer großen Bäckerei mit viel moderner Technik das Berufsbild des Bäckers auch geändert hat“, so Lewandowski. „Nur das frühe Aufstehen ist in der Regel geblieben.“

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