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Neujahrsplanschen
Eisbader springen am Wochenende in die eiskalte Havel

Hai und kalt: Die Eisbader wollen aus dem Winterschwimmen in der Havel wieder ein Vergnügen machen, an dem auch die Zuschauer ihren Spaß haben.
Hai und kalt: Die Eisbader wollen aus dem Winterschwimmen in der Havel wieder ein Vergnügen machen, an dem auch die Zuschauer ihren Spaß haben. © Foto: Inez Bandoly
Klaus D. Grote / 09.01.2019, 07:00 Uhr
Oranienburg (MOZ) Die waghalsigen Männer und Frauen springen am Sonnabend wieder in die eiskalte Havel. Vorbereitet sind sie bestens: Alle zwei Woche steigen sie in den winterlichen Lehnitzsee.

An seine letzte Erkältung kann sich Siegfried Blüthgen nicht erinnern. „Ich bin eigentlich nie krank“, sagt der 66-jährige Oranienburger. Sein Rezept gegen die typischen Erkältungssymptome im Winter: Baden im eiskalten Wasser. Blüthgen ist Mitglied von Frostis Fun Crew. Ab September bis April steigen die Eisbader alle zwei Wochen sonntags um 14 Uhr in den Lehnitzsee. Interessierte sind willkommen: an der Badestelle an der Heidelberger Straße.

Im Sommer baden kann jeder. Frostis Fun Crew freut sich dagegen auf die Überwindung, die irgendwann zur Gewöhnung wird. „Wir haben auch schon Löcher ins Eis geschlagen, damit wir ins Wasser kamen“, erzählt Siegfried Blüthgen. 0,5 Grad Celsius Wassertemperatur sei das kälteste Erlebnis gewesen. Das Rauskommen sei dann gar nicht mehr so schlimm. Selbst Wind, Schnee und Regen können den Hartgesottenen nichts anhaben. Als ein bisschen verrückt bezeichnet Blüthgen sich und seine Mitstreiter aber schon.

Immerhin haben die Verrückten auch Zuschauer. Wenn sie zum Neujahrsplanschen wieder in die Havel steigen und am Schloss vorbeischwimmen, stehen am Ufer mehr Schaulustige, als Bader im Wasser sind. Vom Schlosshafen geht es dann bis zum Bollwerk. Damit das jährliche Schauschwimmen nicht zu schnell vorüber geht, schwimmen die Eisbader manchmal gegen die Strömung an. 30 Minuten halten sie sich im Wasser auf – dann allerdings in Neoprenanzügen. Denn so lange würden es auch die Frostis“ nicht im winterkalten Havelwasser aushalten. Einige wenige Teilnehmer, darunter auch regelmäßig eine ältere Dame, steigen aber ohne Schutz und bloß im Badeanzug in die Fluten und schwimmen die Strecke zügig ab. Auch lustige Kostüme und schwimmende Gummitiere werden im Wasser erwartet.

Auf alle Fälle stehen Rettungskräfte und ein Boot bereit, sagt Blüthgen. Wer wolle, könne sich auch einen Neoprenanzug ausleihen. Auf dem Gelände des Wassersportclubs „Möwe „kann heiß geduscht werden. Kalte Finger und Zehen werden am Lagerfeuer wieder warm. Für Zuschauer gibt es Suppe aus der Gulaschkanone. Los geht’s am 12. Januar um 11 Uhr. Wer mitmachen will oder Fragen hat, kann eine E-Mail an frostisfuncrew@web.de schicken. Auch Gruppen und Vereine sind zur Teilnahmen willkommen.(kd)

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