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Aktionstage
Lehrlinge übernehmen Supermarkt

Aus nachhaltigem Fang: Fischbrötchen am Stand der Azubis Michelle Ussat, Billie-Jeanne Bethge (vorne v.l.) und Justin Jachmann, Yves Wienke und Julius Hausmann (hinten v.l.).
Aus nachhaltigem Fang: Fischbrötchen am Stand der Azubis Michelle Ussat, Billie-Jeanne Bethge (vorne v.l.) und Justin Jachmann, Yves Wienke und Julius Hausmann (hinten v.l.). © Foto: Patrizia Czajor
Patrizia Czajor / 12.02.2019, 19:01 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) „Es ist schon wahnsinnig, was jeden Tag so an Müll anfällt“, findet Julius Hausmann. Bewusst wird dem Ausbildenden das ganz besonders, wenn er nach einem Arbeitstag im Marktkauf die Regale aufräumt und die leeren Warenkartons einsammelt. Obwohl er sich regelmäßig, auch über die Medien, mit dem Thema Müll und Umwelt konfrontiert sieht, wirklich intensiv mit diesem Problem auseinandergesetzt hat sich der 21-Jährige erst im Rahmen des derzeit laufenden Nachwuchsprojekts seines Arbeitgeber, wie er sagt.

Schon seit vielen Jahren organisiert die Regionalgesellschaft Edeka Minden-Hannover, zu der auch Marktkauf gehört, für seinen Nachwuchs ein Projekt unter dem Motto „Packen wir’s an“. Diesmal bezog sich dieser Slogan für alle deutschlandweit teilnehmenden Lehrlinge im Einzelhandel, Großhandel und der Produktion auf die Umwelt. Im Marktkauf Eisenhüttenstadt bewerben noch bis heute Nachmittag vier Azubis und ein Praktikant ihre selbst organisierte Aktion, in der sie auf unterschiedliche Weise auf das Thema Nachhaltigkeit verwiesen.

Am Dienstag verkauften die Lehrlinge etwa Fischbrötchen, die sie für Kunden individuell belegten. Dabei stammt der Fisch, wie der Auszubildende Yves Wienke erläuterte, aus nachhaltigem Fang. Den Tag zuvor haben die Azubis vor allem auf das Mehrwegkonzept ihres Arbeitgebers aufmerksam gemacht. Denn auch die Edeka-Gruppe setzt seit dem vergangenen Jahr verstärkt auf das Thema  Nachhaltigkeit. Längst gibt es in der Gemüse- und Obstabteilung Netze statt Plastiktüten, auch an die Wurst- und Käsetheke wird für die Mitnahme in der eigenen Tupperdose geworben.

„Das spricht sich auch langsam herum“, so die Einschätzung von André Böhme. Der Metzgermeister hat das Nachwuchsprojekt mit den Azubis begleitet und ist mit der Leistung der Lehrlinge sehr zufrieden. „Sie haben sich das alles sehr gut eingeteilt.“ Denn auch die Organisation der Aktionstage lag in der Hand der fünf jungen Erwachsenen. Dazu gehörte etwa die Personaleinsatzplanung, Kostenkalkulation sowie der Einkauf und die Pressearbeit. „Das war gar nicht mal so leicht“, räumte Julius Hausmann ein, der das Projekt zudem mit seiner Kamera begleitet hat, um ein Videotagebuch zu erstellen.

Heute, am letzten Projekttag, wird es an dem Aktionsstand der Auszubildenden Bio-Pizza geben. Schon jetzt sehen die jungen Teilnehmer das Nachwuchsprojekt als Erfolg. Nicht nur hätten sie unter den Kunden dankbare Abnehmer für rund 400 Mehrwegnetze gefunden. Auch hätten sich, freute sich Julius Hausmann, viele nette Kundengespräche ergeben.(pac)

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Andreas Frenkel 13.02.2019 - 13:16:25

Der Verpackungswahn nimmt trotzdem kein Ende

Leider weis ich nicht so richtig was diese Aktionen bewirken sollen. Ich bin 65 Jahre und habe schon zu DDR Zeiten meine eigenen Behältnisse beim Einkauf mitgebracht. Erst durch die Marktwirtschaft und die Hygienevorschriften wurde ich dazu gedrängt immer diese Superverpackungen mitzunehmen. Diese haben sich in den letzten 15 Jahren stark ausgedehnt und es werden Artikel doppelt und dreifach verpackt wo man sich als Kunde fragt was das soll. Vor allem ist mancher Artikel so verpackt das man ihn kaum zu öffnen bekommt. Für ältere Menschen ein Graus. Ich habe mindestens 15 Jahr mit Milch aus Aluminiumkannen gelebt und fühle mich heute eigentlich noch ganz gesund. Heute bekommt man ja keine lose Milch mehr und muss auf die tollten Milchverpackungen zurückgreifen. Allerdings habe ich schon Aktionen bei Marktkauf dazu gesehen und die fand ich nicht mal schlecht. Den jungen Leuten dieser Aktionswochen kann ich keinen Vorwurf machen die kennen es ja nicht anders. Es ist hier zu begrüßen das diese jungen Auszubildenden sich mit diesem Problem befassen. Zu hoffen ist nur das sie später in ihrem Job immer wieder daran denken. Nur so kann es erreicht werden das der Verpackungsmüll weniger wird. Der große Schuldige ist die Politik, die hier dem Verpackungswahn keinen Einhalt geboten hat. Interessanterweise ist das aber für die Politik nicht ein Thema was täglich auf der Tagesordnung steht. Zu hoffen ist nur das sich hier bald etwas ändert, allerdings nicht so dass der Endverbraucher dann wieder die Zeche bezahlt. Ich für meinen Teil versuche schon seit längerer Zeit den Müll zu reduzieren und stoße aber immer wieder an gewisse Grenzen.

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