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Zeugnisübergabe
Ausbildung in Gesundheit und Pflege zahlt sich aus

Gratulation: Die Absolventen bekamen von ihren Lehrern die Zeugnisse gereicht bevor sie selbst zu Wort kamen und sich für das unermüdliche Engagement der Lehrkräfte bedankten.
Gratulation: Die Absolventen bekamen von ihren Lehrern die Zeugnisse gereicht bevor sie selbst zu Wort kamen und sich für das unermüdliche Engagement der Lehrkräfte bedankten. © Foto: Christina Sleziona
Christina Sleziona / 02.10.2019, 07:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Die Prüfungen sind überstanden, die Ausbildung geschafft: 75 Absolventen feierten am Montag im Friedrich-Wolf-Theater mit Familie und Freunden ihren Abschluss an der Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe in Eisenhüttenstadt. Die Freude bei der Zeugnisübergabe war groß. Mehrmals bedankten sich die ausgebildeten Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger, Physiotherapeuten, Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenten (MTL) und Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA)  bei der Schulzentrumsleiterin Jacqueline Böttcher und den Lehrkräften für das unermüdliche Engagement.

Die Absolventen der Physiotherapie ließen dabei jedoch nicht aus, die fehlende Vergütung während der Ausbildung zu kritisieren. Thomas Kühn, erster Beigeordnete der Stadt Eisenhüttenstadt, ließ in seiner Rede ebenfalls anklingen: "Die Schule ist ein wichtiger Bildungsstandort in Eisenhüttenstadt und hat einen wesentlichen Anteil daran, dass die so dringend gebrauchten medizinischen Fachkräfte professionell ausgebildet werden. Leider ist die Achtung dieser Berufe, angefangen mit der finanziellen Förderung der Ausbildung, bisher in unserem Land unbefriedigend." Das wird sich in Zukunft an der Gesundheitsschule aber ändern, sagte Jacqueline Böttcher. "Nach wochenlangen Bemühungen können wir nun sagen, dass wir ab dem 1. Oktober den Schülern der MTL und Physiotherapie in Zusammenarbeit mit sieben Krankenhäusern eine Ausbildungsvergütung zahlen werden."

Somit werden fast alle Ausbildungsberufe vergütet.  Nur die Schüler für PTA gehen weiterhin leer aus. "Das Land Brandenburg bezahlt bereits die Ausbildungskosten und deckt deshalb Weiteres nicht ab", erklärte die Personalverantwortliche Doreen Schneider auf Nachfrage. "Wir bemühen uns weiter."

Sieben Pfleger bleiben in Hütte

Dieser Geldsegen nützt den diesjährigen Absolventen zwar nichts mehr, dafür können sie jetzt in ihrem Berufsleben durchstarten. So werden zum Beispiel sieben von den Gesundheits- und Krankenpflegern vom Städtischen Krankenhaus Eisenhüttenstadt übernommen, wie Dr. med. Detlef Schmidt, Facharzt für Chirurgie, verkündete.

Insgesamt 148 neue Schüler wurden gestern in der Gesundheitsschule begrüßt. Mit ihnen konnten alle Ausbildungsplätze der fünf Fachbereiche besetzt werden. "An der Vorbereitung der Umsetzung des neuen Pflegeberufes ab 2020 arbeiten alle involvierten Mitarbeiter aktuell mit Hochdruck. Es gibt erste positive Signale, dass auch die Ausbildung in den anderen Berufen zeitnah reformiert wird, was wir sehr begrüßen", so Jacqueline Böttcher.

Alle Absolventen auf einem Blick: Am 4. Oktober in dieser Lokalausgabe.

Eine feste Größe in Eisenhüttenstadt

Die Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe ist seit 1954 eine feste Größe in Eisenhüttenstadt. Heute bietet das Schulzentrum Ausbildungen in den oben genannten Fachrichtungen sowie Fortbildungen für Physiotherapie und Gesundheits- und Krankenpflege an. Wer den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers erlernen will, muss sich bei einem der Partnerkrankenhäuser der Schule bewerben. Diese sind unter anderem die Städtisches Krankenhaus Eisenhüttenstadt GmbH, die Oder-Spree Krankenhaus GmbH Beeskow, das Klinikum Frankfurt (Oder) und das Krankenhaus Woltersdorf. Für Interessierte findet am 15. Februar der Tag der offenen Tür von 9 bis 13 Uhr statt.⇥sle

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Werner Matzat 05.10.2019 - 19:46:02

Ausbildung in Gesundheit und Pflege zahlt sich aus? - die Krankenhäuser als Arbeitgeber - wer ist der wirkliche Profiteur?

Wenn mal mal 30 Jahre zurückdenkt gab es hierzulande keine Regierung unter denen es bergauf ging und Dinge wie reales Einkommen, Infrastruktur, Bildung - und Gesundheitswesen, Rentenniveau, usw. usf. kontinuierlich sich verbessert haben. Aber oft habe ich den Eindruck die Regierung tut genau das Gegenteil dessen was notwendig und erforderlich wäre, um sich dann noch zu wundern dass die Maßnahmen die Misere noch zusätzlich verschlechtern. All diese negativen Dinge wollen wir heute nach der Zeugnisübergabe, für die ausgebildeten Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger, Physiotherapeuten, Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenten (MTL) und Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA), allerdings mal in den Hintergrund stellen. Man muss ja irgend etwas präsentieren, das nach Anpacken aussieht. Und mit einem klaren Blick auf ihre Zukunft, werden doch wieder einmal zuversichtliche Erwartungen, bei den Absolventen, geweckt die sich fernab jeglicher Realität befinden. Oder werden bevorzugt Absolventen mit Realitätsverlust, nach den überstandenen Prüfungen, übernommen und fest eingestellt? Auch mal unterbesetzt, auch nicht ganz gesund und auf die eigene Gefahr hin, sich selbst zu schaden? Die weiteren menschlichen Bedürfnisse und Werte werden, bei den Absolventen, somit an den Rand gedrückt, kein Wunder, dass unsere Gesellschaft krank ist, in jeglicher Hinsicht. Das soll gesund sein? Fernab jeglicher Realität in seiner eigenen Welt leben? Die Bundeszentrale für politische Bildung hat bei der Überlegung, wie Werte einer Gesellschaft entstehen, noch klarere Worte gefunden. "Generationen existieren nicht wie andere historische Daten und Fakten - sondern Generations-Bildungen sind idealtypische Konstruktionen." Trotzdem gewinne ich zunehmend den Eindruck, dieses Land wird von Träumern regiert, die fernab jeglicher Realität auf einer jetzigen "rot-grün-schwarzen Koalitions-Wolke" leben, im ungeschriebenen, unsichtbaren Werte - und Moralsystem voller Konkurrenz, Leistungsdruck und Ellenbogenmanier wo wir schaffen müssen und wo es Empathie wie echtes Miteinander nur gibt, wenn wir funktionieren, mitmachen und produktiv sind. Ich aber, wünsche den Absolventen viel Glück in ihrer zukünftigen Arbeitswelt. Allein der Glaube fehlt mir bei der Umsetzung. Woran das wohl liegen mag?

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