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Bernau
Pflege-Azubis üben mit Puppen im Labor

Renate Meliß / 10.02.2020, 04:30 Uhr
Bernau Ich arbeite schon seit zehn Jahren in der Altenpflege", erzählt Andrea Gohr. Jetzt ist die Pflegehelferin im 1. Ausbildungsjahr zur examinierten Altenpflegefachkraft und übt sich gerade im Anlegen eines Blasenkatheters an einer Patientenpuppe. Am Freitag eröffnete das Diakonische Bildungszentrum der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal ein neues Pflegelabor in der Zepernicker Chaussee 1. Die Bezeichnung Skills Lab definiert dabei eine zentrale Trainingseinrichtung, in der spezifische Fertigkeiten und Fähigkeiten praktisch vermittelt werden. Die beiden Räume simulieren die praktische Arbeit in der stationären und ambulanten Pflege. Es gibt Pflegebetten mit Patientenpuppen, Rollstühle sowie die Möglichkeit, an plastischen Torsos beispielsweise die Blutentnahme zu üben oder auch die fachgerechte Legung eines Blasenkatheters.

Im April startet eine neue Klasse

Rund 100 Auszubildende gibt es derzeit im Diakonischen Bildungszentrum Lobetal. Die neue Generalistische Pflegeausbildung wird am 1. April mit einer neuen Klasse und 25 Schülern starten. Mit der Generalistischen Pflegeausbildung wird der Pflegeberuf einen enormen Zuwachs an Vielfalt und Professionalität erfahren. Die zukünftigen Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner – so ihre offizielle Berufsbezeichnung – sind nach dreijähriger Ausbildung in der Lage, in allen Tätigkeitsfeldern der Akutpflege, also in Krankenhäusern und in der Langzeitpflege sowohl in stationären als auch ambulanten Pflegeeinrichtungen zu arbeiten.

"Das Diakonische Bildungszentrum Lobetal verfügt mit der bisherigen Altenpflegeschule bereits über eine langjährige Erfahrung in der Ausbildung. Seit Beginn dieses Jahres ist nun  das neue Pflegeberufegesetz in Kraft getreten. "Es vereint dabei nicht nur eine Zusammenfassung der bisherigen Berufe der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Kinderkrankenpflege zu einem Berufsbild, sondern es ist ein völlig neuartiger Beruf entstanden", stellt Dr. Johannes Plümpe, Leiter des Diakonischen Bildungszentrums, fest. Geschäftsführer Martin Wulff erkennt in dem Pflegekabiner "eine wesentliche Grundlage für die künftige Arbeit."

Katja Möhlhenrich-Krüger, Bereichsleiterin Altenhilfe der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal und Geschäftsführerin der Freudenquell gGmbH  weist auf die große Bedeutung für Praxisanleiter hin. Diese könnten jetzt auch eine Benotung der praktischen Arbeit für die Prüfung vornehmen.

Sebastian Tauferner und Norman Krumpfer, beide im ersten Ausbildungsjahr, demonstrieren derweil den Transfer eines Patienten aus dem Bett in den Rollstuhl und was dabei zu beachten ist. Azubi Andrea Gohr: "Ich bevorzuge die ambulante Pflege, da sie sich für mich abwechslungsreicher gestaltet", sagt sie und bemängelt gleichzeitig die dafür vorgegebenen Zeiten in der Pflege.  "Die älteren Menschen wollen doch auch mal reden und brauchen jemanden zum Zuhören. Das kann man einfach nicht in Minuten abrechnen. Ich bin da ganz bei ihnen, denn ich liebe meine Arbeit."

Interessenten für die neue Pflegeausbildung sind am 15. Februar in der Zeit von 10 bis 14 Uhe zum Tag der offenen Tür im diakonischen Bildungszentrum Lobetal eingeladen.

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