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Soziale Netzwerke
Digitale Jagd nach Azubis

Social-Media-Experte: Hans-Martin Scheil aus Gielsdorf ist Fachkräfte- und Azubi-Scout. Mit seinen beiden Söhnen Patrick und Florian betreibt er die bundesweit größte Facebook-Gruppe in diesem Bereich.
Social-Media-Experte: Hans-Martin Scheil aus Gielsdorf ist Fachkräfte- und Azubi-Scout. Mit seinen beiden Söhnen Patrick und Florian betreibt er die bundesweit größte Facebook-Gruppe in diesem Bereich. © Foto: Oliver Jastram
Oliver Jastram / 06.03.2020, 03:45 Uhr
Gielsdorf (MOZ) Das Prinzip erscheint simpel. Unternehmen suchen nach den passenden Auszubildenden, Hans-Martin Scheil vermittelt diese. Gemeinsam mit seinen beiden Söhnen Florian und Patrick moderiert er seit einem Jahr die bundesweit größte Facebook-Gruppe in diesem Bereich mit 7580 Teilnehmern (Stand: 24. Februar 2020). Das bietet Unternehmen und angehenden Auszubildenden die Möglichkeit, miteinander in den Dialog zu treten.

Das Angebot wird genutzt – bis zu 10 000 Kommentare werden monatlich unter die verschiedensten Beiträge geschrieben. Hans-Martin Scheil postet dabei unter anderem regelmäßige Tipps, Angebote und erfolgreiche Zusammenkünfte zwischen Unternehmen und Azubis. Ein motivierender Kreislauf für die Gruppenteilnehmer, der getragen wird vom Engagement der Moderatoren.

Die korrekte Berufsbezeichnung lautet Fachkräfte- & Azubi-Scout. Das Versprechen: Sollte Hans-Martin Scheil mit seiner lokalen Social-Media-Agentur "Lokal-digital.click" den Auftrag eines Unternehmens annehmen, stellt dieser eine Garantie für Bewerbungen aus. Nach einem ersten Startgespräch und einer konzeptionellen Planung bedient der gelernte Marketing- und Kommunikationswirt sämtliche Möglichkeiten der digitalen Netzwerke und spielt Angebote in bis zu 24 Kanälen aus. Sein hauptsächliches Augenmerk liegt auf Facebook, aber auch Instagram und YouTube zählen zu den wichtigsten Plattformen. Dabei komme es ganz auf die Altersgruppen an. Facebook sei in seinem Falle so wichtig, da vor allem Eltern und Verwandte für Jugendliche auf die Suche nach passenden Stellen gingen. In der Gruppe macht dieser Anteil etwa 60 Prozent aus.

Realistische Einordnung

Die Gespräche finden meist beim Kunden vor Ort statt, aber es kam auch schon zu Treffen in seinen eigenen vier Wänden. Priorität hat für Hans-Martin Scheil in der Beratung absolute Authentizität. Er verspreche seinen Kunden nichts, was er nicht halten könne, und versuche, es realistisch einzuordnen, falls er sich auf einem Gebiet bewegen sollte, das für ihn noch Neuland ist. Die Konsequenz – eine bisherige Erfolgsquote von 100 Prozent.

Der ehemalige Marketingleiter der Sparkasse Märkisch-Oderland ist dabei regelrecht begeistert von den Möglichkeiten der digitalen Netzwerke. Im Falle einer bezahlten Werbekampagne könne er die Strategie präzise auf die Zielgruppen ausrichten und somit nach dem idealen Azubi suchen.

Diese Herangehensweise biete dem Auftraggeber ein gewisses Maß an Sicherheit, da man detailreiche Statistiken, die resultierende Reichweite und die Erfolgsquote der Kampagne einsehen und dadurch Rückschlüsse ziehen könne. Feedback sei für Kunden sehr wichtig, erklärt Hans-Martin Scheil. Denn bis zur Bewerbung sei es oft ein weiter Weg.

Ein großer Fokus liegt auf den Handwerksberufen. Auch aus diesem Grund arbeitet "Lokal-digital.click" mit der Frankfurter Handwerkskammer als Kooperationspartner zusammen. So richtet sich der gruppeninterne "Tages-Tipp" auf Facebook in den meisten Fällen an genau diese Zielgruppe. Das komme bei den Leuten sehr gut an. "Bis Juli oder August planen wir die 10 000er-Marke zu knacken", gibt Hans-Martin Schleil als Ziel aus. Monatlich kämen 600 bis 700 Mitglieder dazu. Davon seien rund zehn Prozent wieder ein aus der Gruppe zu entfernender Anteil, da oft ein unklares Benutzerprofil vorliege. Ein fehlendes Bild oder eine unmögliche regionale Zuordnung entsprächen nicht den Gruppenanforderungen. "Da haben wir einen klaren Qualitätsanspruch", erklärt Scheil. Auch inhaltsfremde Werbeplatzierungen kämen manchmal vor, die dann aus der Gruppe zu entfernen seien. Die Moderierung sei daher ein zeitaufwendiges Unterfangen.

Doch der Schritt in die Selbstständigkeit ist geglückt – durch die Unterstützung seiner Frau und seiner beiden Söhne hat Hans-Martin Scheil seine Affinität zur digitalen Welt auf sein Berufsleben übertragen können. Ein riskanter Schritt, der ihm aber gelungen ist.

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