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Fahrplanwechsel
Fernverkehr bei der Deutschen Bahn wird um 10 Prozent billiger

ICE-Züge fahren künftig häufiger auch nachts.
ICE-Züge fahren künftig häufiger auch nachts. © Foto: Boris Roessler/dpa
Dorothee Torebko / 14.12.2019, 17:00 Uhr
Berlin (NBR) Zum Fahrplanwechsel an diesem Sonntag fällt für Bahnkunden im Fernverkehr die übliche Fahrpreiserhöhung aus.

Schon zum Neujahrstag könnten Fahrkarten zehn Prozent billiger werden – sofern Bundestag und Bundesrat vor Weihnachten die Mehrwertsteuer senken. Das hat Personenverkehrsvorstand Berthold Huber am Freitag in Berlin bestätigt. Die Bahn brauche 14 Tage, um Prozesse umzustellen.

"Beschließt der Vermittlungsausschuss am 20. Dezember die Mehrwertsteuersenkung, stellen wir zum 1. Januar um", sagte Huber. Er widersprach damit Spekulationen, wonach die Bahn aufgrund von Software-Problemen bis zu drei Monate zur Umstellung des Systems brauche. Die Bahn habe zusätzliche Manpo­wer eingesetzt, um eine Senkung möglichst schnell umzusetzen.

Bereits sicher senkt die Bahn am 1. Januar den Super-Sparpreis, der dann bei 17,90 € beginnt, zwei Euro weniger als bisher. "Mit diesem Angebot gehen wir in Vorleistung, um zu verdeutlichen, dass wir Eisenbahn fahren deutlich günstiger machen wollen", sagte Huber. Im Nahverkehr jedoch steigen an diesem Sonntag die Fahrpreise durchschnittlich um 1,7 Prozent, Verbundtarife erhöhen sich teils noch stärker. Hinzu kommen mit dem Fahrplanwechsel diese Änderungen:

ICE Mehr Züge sorgen für einen Stundentakt auf den ICE-Strecken Berlin–Erfurt–München und Berlin–Braunschweig–Frankfurt/Main. Auch auf den Verbindungen von Hamburg ins Ruhrgebiet und an den Rhein sowie nach München wird das Angebot erhöht. Möglich macht das der ICE4, von dem die Bahn derzeit alle drei Wochen einen neuen Zug von den Herstellern bekommt. Bis 2025 soll die ICE4-Flotte von 39 auf 137 Züge wachsen. Die Bahn fährt zudem die neue Intercity-Strecke Rostock–Dresden über Berlin stufenweise hoch. Erst mit zehn Fahrten täglich, von März an mit 16. Dann fahren auch Doppelstock-Züge, die die Bahn von der österreichischen Westbahn gekauft hat, als Intercity. So will sie schneller mehr Städte an den Fernverkehr anschließen.

Mit Elsterwerda und Doberlug-Kirchhain hält der Zug in Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern. Weitere Stationen sind Oranienburg, Neustrelitz und Waren (Müritz) und der Hauptstadtflughafen BER, der Ende Oktober eröffnen soll.

Regionalverkehr Reisende in Ostdeutschland erhalten mehr Verbindungen. In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen schafft die Bahn mehr Halte und Umsteigepunkte. Pendler zwischen Cottbus und Leipzig sollen acht Minuten schneller sein. Zwischen Brandenburg und Magdeburg wird die Abendverbindung erleichtert, zwischen Wittenberge und Neuruppin fährt der Regionalexpress am Wochenende im Stundentakt.

Über Grenzen Neu ist von Mai an die Railjet-Verbindung Berlin-Dresden-Prag-Wien-Graz. Vom Sommer an ist der Eurocity Berlin–Warschau eine halbe Stunde schneller.

Nachtzüge Die Bahn lässt nachts einige ICE und IC fahren, jetzt auch zwischen Berlin und Zürich. Aus dem Geschäft mit rollenden Schlafgelegenheiten ist sie aber 2016 ausgestiegen. Die Österreichischen Bundesbahnen lassen seither Nachtzüge durch Deutschland rollen. Neu ist vom 19. Januar an die Nightjet-Verbindung Wien–Brüssel über München und Frankfurt am Main. Von Mai an plant die ÖBB eine weitere Direktverbindung zwischen Berlin und Wien.

Mehr Verspätungen

Bahnkunden hatten im November mit zahlreichen Verspätungen zu kämpfen. Nur 72,2 Prozent der Fernzüge kamen pünktlich. Das ist der dritte Rückgang in Folge, nur im Juni lag der Monatswert in diesem Jahr niedriger.

Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla hatte zuletzt deutlich gemacht, dass die Bahn auch in diesem Jahr ihr Pünktlichkeitsziel verfehlen wird. Der Konzern hatte es für den Fernverkehr mit ICE und Intercity auf 76,5 Prozent gesetzt. Im bisherigen Jahresdurchschnitt liegt die Bahn knapp einen Prozentpunkt darunter. ⇥dpa

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