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Mobilität
Flixbus findet Anschluss in Frankfurt (Oder)

Flixbus von Slubice nach Berlin
Flixbus von Slubice nach Berlin © Foto: Nancy Waldmann
Nancy Waldmann / 15.01.2020, 06:30 Uhr - Aktualisiert 15.01.2020, 09:07
Frankfurt/Slubice (MOZ) Für 40 Euro mit dem Zug nach Leipzig oder für 18 Euro mit dem Fernbus? Für den Hinweg in die sächsische Metropole hatte die Frau eines Kollegen das Bahnticket gebucht, auf dem Rückweg wollte sie sparen und nahm den Flixbus über Berlin nach Słubice. Keine vier Stunden Fahrt, ein Umstieg, Aussteigen am Collegium Polonicum.

Es war Ostern 2019, als Flixbus Polska Frankfurts Schwesterstadt an sein Netz anschloss, zunächst mit Verbindungen nach Gorzów und Danzig (MOZ berichtete). Sukzessive hat das Unternehmen mit Sitz in München und Berlin seither den Fahrplan erweitert. Häufig sieht man die grünen Busse über die Leipziger Straße Richtung Zentrum rollen. Im Juni kam die Relation Słubice-Berlin-Słubice hinzu. Seit November halten Flixbusse nun auch am Bahnhofsvorplatz. Von hier aus kann man jedoch nur in östliche Richtung reisen, nach Gorzów, am Wochenende bis Gdynia an die polnische Ostseeküste – dorthin kommt man mit dem Eurocity übrigens täglich. Von Frankfurt nach Berlin oder in andere deutsche Städte ist kein Flixbus-Ticket buchbar, stattdessen wird auf die Zustiegsmöglichkeit in Słubice verwiesen.

Bedienverbot nach Berlin

Der Grund sei das Personenbeförderungsgesetz, das eine direkte Fahrt von Frankfurt nach Berlin untersage, erklärt Franziska Köhler, PR-Managerin von Flixbus. Auf Strecken, die innerhalb einer Stunde mit dem Nahverkehr der Bahn erreichbar sind, dürfen demnach keine Fernbusverbindungen angeboten werden. Słubice als Destination im Ausland sei von dem Bedienverbot hingegen nicht betroffen, so Köhler.

Drei Mal täglich kann man per Bus ab Słubice in die Hauptstadt fahren, mit Halt in Schönefeld, Südkreuz und am ZOB. Einstieg ist an den Grenzbushaltestellen Plac Frankfurcki, Ausstieg aus Richtung Berlin am Collegium Polonicum – für Frankfurter ist beides ein Katzensprung. Zum Flughafen Schönefeld fährt man eine Stunde und 20 Minuten, nur einige Minuten länger als der Regionalexpress. Die Verbindungen nach Berlin seien gut ausgelastet, über Passagierzahlen könne man aus Wettbewerbsgründen jedoch keine Angaben machen, sagt Franziska Köhler. Gerade die frühe Verbindung um 7.10 Uhr ist beliebt. Für heute ist sie bis auf drei Plätze ausgebucht, zeigte ein Blick am Dienstag auf die Flixbus-Website.

Dass in der Praxis das Bedienverbot auch mal umgangen wird, kann man von Fahrgästen hören. Die Frau des Kollegen konnte zusammen mit anderen Fahrgästen aus Richtung Berlin auf dem Rückweg von Leipzig schon am Frankfurter Bahnhofsvorplatz aussteigen. Die Słubicer Berlin-Relationen sind jeweils zehn Minuten nach Abfahrt in Słubice auch auf dem aushängenden Fahrplan am Bussteig 5 des Bahnhofsvorplatzes ausgewiesen. Im Kleingedruckten liest man unten drunter den Hinweis auf das "vorgegebene Bedienverbot", innerhalb dessen keine Beförderung möglich sei. Theoretisch darf man also nicht einsteigen.

Erfahrungsgemäß weisen Flixbus-Begleiter Reisende, die an einer anderen Station als auf ihrer Fahrkarte ausgewiesen einsteigen, darauf hin, dass man damit gegen die Beförderungsbedingungen verstößt. An deren Einhaltung hat Flixbus schon aus versicherungsrechtlichen Gründen ein Interesse, denn wer für eine bestimmte Strecke eingecheckt hat, ist auch bis zum Ziel versichert.

Erlaubt ist hingegen ist eine Fahrt im Flixbus von Frankfurt nach Słubice. Das Ticket ist ab 4.99 Euro zu haben – genauso viel wie von Frankfurt nach Gorzów.

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