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Ehemalige schicken 30 Jahre nach Eröffnung der Kita Bambi nun ihre eigenen Kinder in die Einrichtung

Jubiläum
Erinnerungen an Locken und Dias

Lisa Mahlke / 06.03.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 06.03.2019, 07:24
Frankfurt (Oder) (MOZ) Vor genau 30 Jahren feierte die Kita Bambi Eröffnung. Die Anfangszeit war nicht leicht, erinnert sich Leiterin Bärbel Frömme. Heute lassen ehemalige Kitakinder ihre eigenen Kinder in der Einrichtung betreuen oder machen dort selbst ein Praktikum.

Die Mini Playback Show fällt Nicole Kupke sofort ein, wenn sie an ihre Kitazeit zurückdenkt: Einmal sang sie "99 Luftballons" von Nena, ein anderes Mal ein Lied von Roxette. "Und an die Lockenpracht von Frau Frömme kann ich mich noch gut erinnern", erzählt die 31-Jährige mit einem Lachen. Bärbel Frömme war schon damals die Leiterin der Kita Bambi und Nicole Kupke 1989 eines der ersten Kinder in der letzten Kita, die in Frankfurt vor der Wende gebaut wurde. "Schön, dass es uns immer noch gibt", sagt die Leiterin.

Dabei musste die heute 57-Jährige anfänglich um ihre Kita kämpfen. Nach der Wende sei die Kinderzahl stark zurückgegangen, es hatte Entlassungen junger Mitarbeiter gegeben. Sie und ihre Kollegen halfen an den Wochenenden auf Festen mit, um die zwölf Prozent Eigenanteil, die sie damals zu leisten hatten, zu erwirtschaften. Anfang der 90er Jahre hatte man sich dazu entschieden, auch Hortkinder zu betreuen, um die Einrichtung zu erhalten. Heute besuchen 230 Kinder die Kita Bambi, darunter 78 Hortkinder. Vor 25 Jahren war die Verteilung noch umgekehrt. "Das läuft einem wie ein Film vor den Augen ab", sagt Bärbel Frömme, wenn sie sich in die Zeit zurückdenkt.

Wie ein Film muss es auch sein, wenn "die kleine Nicole" jetzt vor ihr steht und selbst ihre zweijährige Tochter Anna und den sechsjährigen Adrian abholt. Ihre Kinder besuchen die Kita noch immer, obwohl die Familie mittlerweile in Westkreuz wohnt. Bei der Frage nach schlechten Erinnerungen schüttelt sie nur den Kopf. Auch andere Eltern haben gute Erinnerungen an die Kita und sich dazu entschlossen, ihre eignen Kinder dorthin zu schicken. Darunter die 30-jährige Romy Genetzke, die 1991 in die Kita Bambi kam, und die 16-jährige Celine Fischer, die bis 2009 selbst Kitakind war.

Nicole Kupke hat sogar ihr praktisches Jahr während des Fachabiturs im Bereich Sozialwesen an ihrer ehemaligen Kita absolviert. "Irgendwie hat es mich immer wieder hierher gezogen", sagt sie. Sie ist nicht die einzige. Drei von 14 jungen Menschen, die gerade ein Praktikum in der Kita machen, sind Ehemalige. Darunter Anna Ullrich und Kevin Seelig. Die 19-Jährige macht eine Erzieher-Ausbildung, der 18-Jährige Fachabitur.

"Alle haben mich direkt wiedererkannt", erzählt Kevin Seelig vom Beginn seines praktischen Jahrs. "Ich habe mich gefragt, wie geht das?" Wenn die Erzieher, die die beiden noch von früher kennen, den Kindern etwas zurufen, fühlen er und Anna Ullrich sich direkt angesprochen. "Bis wir merken, wir sind jetzt auf der selben Seite", sagen sie lachend. Sie erinnern sich ans viele Basteln und Töpfern zurück und nicken, als Bärbel Frömme von den Dia-Märchen erzählt. "Mir hat das Essen immer sehr gut geschmeckt", erzählt Anna Ullrich. "Und es schmeckt heute noch wie früher." Darüber ist die Kitaleiterin überrascht, denn oft hätten Ehemalige keine guten Erinnerungen an Mittagsschlaf und Kitaessen. Den beiden Praktikanten fällt gar nichts Negatives ein, wenn sie zurückdenken. Nur einmal, erzählt Anna Ullrich mit einem Lächeln, habe sie sich auf den Boden geschmissen, weil sie eine Erzieherin nicht mochte.

Heute arbeiten in der Kita 28 pädagogische und acht technische Mitarbeiter. Bärbel Frömme hat alles aufgehoben: vergilbte Gruppenbücher, Stellenpläne, ihren ersten Arbeitsvertrag. Von den 50 Mitarbeitern zum Start der Kita sind heute noch vier übrig. Und die Leiterin – eine von diesen – freut sich über die lachenden Gesichtern, die immer wiederkommen.

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