Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de
Bayreuther Festspiele

Bayreuther Festspiele

In Bayreuth finden jährlich die Richard-Wagner-Festpiele statt. Das Musik- und Theater-Festival lockt zahlreiche Besucher nach Bayreuth in das Festspielhaus auf dem grünen Hügel. Jedes Jahr findet dort das Schaulaufen von Theater-, Fernseh- und Politprominenz statt.

© Foto: dpa

Im Alter von 61 Jahren
Bayreuther Festspiel-Sprecher Peter Emmerich ist tot

Peter Emmerich prägte drei Jahrzehnte lang prägte er die Öffentlichkeitsarbeit der Richard-Wagner-Festspiele.
Peter Emmerich prägte drei Jahrzehnte lang prägte er die Öffentlichkeitsarbeit der Richard-Wagner-Festspiele. © Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Archiv
DPA / 11.12.2019, 22:01 Uhr
Bayreuth (dpa) Der langjährige Sprecher der Bayreuther Festspiele, Peter Emmerich, ist tot. Er starb überraschend im Alter von 61 Jahren, wie Festspiel-Chefin Katharina Wagner der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Zuvor hatte der Nordbayerische Kurier darüber berichtet und Wagner zitiert: "Ich bin völlig schockiert. Unfassbar. Mir fehlen die Worte."

Emmerich sei tot in seiner Wohnung aufgefunden worden, sagte Wagner der dpa. Das habe ihr seine frühere Ehefrau mitgeteilt. "Peter Emmerich hat für die Festspiele gelebt", würdigte ihn die Festspiel-Chefin. "Es ist schlimm, wenn man nicht Abschied nehmen kann."

Drei Jahrzehnte lang prägte Emmerich die Öffentlichkeitsarbeit der Richard-Wagner-Festspiele. Der legendäre Festspiel-Patriarch Wolfgang Wagner hatte ihn 1989 - schon einige Monate vor der Wende - von Dresden nach Bayreuth geholt.

Seither war Emmerich für Journalisten in aller Welt Ansprechpartner und als enger Mitarbeiter der Festspielleitung so etwas wie ein Gralshüter. "Die graue Eminenz auf dem Grünen Hügel", nannten Medien ihn. Er war geachtet und gefürchtet gleichermaßen. Denn der Weg zur Festspielleitung oder zu Interviews mit den Künstlern von Bayreuth führte stets über ihn. Er selbst schien komplett aufzugehen in seiner Rolle.

Es ist noch gar nicht lange her, da setzte ihm der Franken-"Tatort" der ARD ein kleines Denkmal. Der Krimi "Ein Tag wie jeder andere", am 24. Februar dieses Jahres ausgestrahlt, spielte zum Teil im Bayreuther Festspielhaus. Emmerich trat darin in einer "Walküre"-Vorführung vor den Vorhang und bat das Publikum wegen einer Attacke im einer Loge, das Opernhaus zu verlassen.

Der Nordbayerische Kurier zitierte am Mittwoch aus der Mitteilung, die die Festspiele zu Emmerichs Arbeitsbeginn vor 30 Jahren veröffentlichten: "Der Theaterwissenschaftler Emmerich, Mitglied der Dresdener Staatsoper und dort bis jetzt Regieassistent, ist ab sofort bei den Bayreuther Festspielen als persönlicher künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter der Festspielleitung mit Schwerpunktbereich Medien und und Programmheftredaktion tätig. Wolfgang Wagner konnte sich während seiner zweimaligen Inszenierungsarbeit an der Semperoper von Herrn Emmerichs Qualifikation überzeugen."

Jahre später überstand Emmerich sogar einen handfesten Stasi-Skandal: 2010 wurde bekannt, dass er Ende der 70er Jahre als junger Mann einige Zeit inoffizieller Stasi-Mitarbeiter gewesen war. Er habe damals als etwa 20-Jähriger in einem Klima der Angst gehandelt, erklärte er das damals der dpa. "Man muss die Verhältnisse in der DDR berücksichtigen. Jeder hat jeden bespitzelt. Ich war kein Held." Katharina Wagner stellte sich damals entschieden hinter ihren Presse-Chef.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG