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Kolumne
Wo Tropfen aus Kapuzen fallen

Daniela Sannwald findet die Berlinale vor allem nass – draußen und drinnen.
Daniela Sannwald findet die Berlinale vor allem nass – draußen und drinnen. © Foto: privat
Daniela Sannwald / 01.03.2020, 12:00 Uhr
Berlin (MOZ) Dass das Berlinale-Wetter traditionell schlecht ist, wird von vielen internationalen Kolleginnen und Kollegen beklagt, die Berlin nur im Februar zu sehen kriegen und wenig Lust verspüren, sich zu dieser Jahreszeit die Stadt anzuschauen, sondern auch in diesem Jahr lieber vor den heftigen Regen- und Graupelschauern in die nächste Pressevorführung flüchten.

Deshalb ist es im Berlinale-Palast und in den Cinemaxx-Kinos am Potsdamer Platz, wo ein Großteil der Kollegen ihrer Arbeit nachgehen, feucht und dampfig, mitunter müffelt es, was es halt in Räumen tut, wo sich den ganzen Tag viele Menschen drängen, die ihre nassen Parkas, Daunenjacken und Wollmäntel zusammenknautschen und unter den Sesseln verstauen, anstatt sie an der Garderobe abzugeben.

Garderoben nämlich gibt es, und ein ganzes Heer von rot-schwarz gekleideten, freundlichen und etwas unterbeschäftigten Garderobieren würde nichts lieber tun, als Kleidungsstücke entgegenzunehmen und Marken dafür auszugeben. Aber Filmkritiker misstrauen diesem doch eigentlich seit langem bewährten System offenbar und trennen sich schwer von nassen Mänteln und – so wie gestern – auch von Regenschirmen, die sie, erstaunlich gut gelaunt, über den bereits Sitzenden abschütteln.

So ist diese Berlinale vor allen Dingen nass; auf der Leinwand sowieso – in vielen Filmen herrscht metaphorisch gemeintes Schmuddelwetter. Und im Kino auch, wo mir von der nassen Kapuze meines Vordermannes Tropfen in den Schoß fallen. Und im Foyer freuen sich die Garderobieren, dass sie wenigstens im Trockenen stehen.

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