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Dorf-Prominenz
Hohenwalder Auswanderer

Die Tafel an der Hohenwalder Kirche erinnert an Pfarrer Ernst Friedrich Gottlieb Senckel (1867-1912).
Die Tafel an der Hohenwalder Kirche erinnert an Pfarrer Ernst Friedrich Gottlieb Senckel (1867-1912). © Foto: Ines Weber-Rath
Ines Weber-Rath / 20.07.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 21.07.2019, 10:40
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die 12 Hohenwalder, denen die Mitglieder des Festkomitees einen "Promi-Status" zuerkennen, waren oder sind sehr unterschiedliche Menschen. Die Palette reicht vom besonders frommen Gutsherren Ehrenreich von Röbel, der 1607 die heutige Kirche erbauen ließ, bis zum Nachkriegs-Bürgermeister Paul Mann.

Letzterer hat die Hohenwalder Bauern und Handwerker wohl nicht ausreichend unter Druck gesetzt, damit sie ihr staatliches Abgabe-Soll erfüllen – und kam dafür 1952 ins Gefängnis. Ortschronistin Hannelore Skirde hat in den Archiven den am 3. Juni 1953 verfassten und von vielen Hohenwaldern unterzeichneten Protestbrief gefunden, in dem die Bürger die Freilassung ihres zumal erkrankten Bürgermeisters gefordert haben.

Die Wahl des Ortsbeirates hat Ende Mai übrigens zu einer interessanten Entwicklung geführt: Der neue Hohenwalder Ortsvorsteher Andreas Junk ist der Enkel des damaligen Bürgermeisters Paul Mann.

An Pfarrer Ernst Friedrich Gottlieb Senckel (1767 bis 1912), der auch Sozialpädagoge, Komponist, Heimatforscher und der Gründer der deutschen Schulsparkassen war, erinnert heute eine Tafel an der Hohenwalder Kirche. Doch kaum einer wusste wohl bisher, dass er Mitglieder seiner Gemeinde, nämlich die Brüder Karl-Friedrich und Fritz Kaul samt ihrer Familien, ermutigt hat, neue Wege in der Ferne zu beschreiten.

"Die beiden Hohenwalder Tabakpflanzer und Ziegeleibesitzer sind 1872 in die USA ausgewandert und haben in der Stadt Madison im US-Bundesstaat Nebraska Fuß gefasst", berichtet Hannelore Skirde.

Die einstigen Hohenwalder kamen zu Wohlstand, begründeten in ihrer neuen Heimat eine lutherische Gemeinde und stifteten dieser eine Kirche, wie sie Pfarrer Senckel in einem Brief mitgeteilt haben. Nachfahren der Kauls haben sich nach der Wende, 1991/92, in der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt (Oder) gemeldet, um mehr über ihre Heimat ihrer Vorfahren zu erfahren, hat Hannelore Skirde im Zuge ihrer Recherchen im Kirchenarchiv erfahren.

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