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Biker, Burnout, Blut und Stahl

Vierspurig: 300 Biker kommen von der Ausfahrt aus Mescherin zurück und nehmen die ganze Lindenallee ein.
Vierspurig: 300 Biker kommen von der Ausfahrt aus Mescherin zurück und nehmen die ganze Lindenallee ein. © Foto: Stefan Csévi
Michael Dietrich / 14.06.2015, 17:50 Uhr - Aktualisiert 16.06.2015, 15:39
Schwedt (MOZ) 300 Motorrad-Fans zählte die 8. Schwedter Blutsbrüdertour am Sonnabend. Die Biker erlebten heiße Stunts auf der Lindenallee, fuhren im langen Konvoi übers Land und rockten zur Feuer- und Metal-Show von Stahlzeit. Und sie spendeten Blut für ihre Blutsbrüder auf der Straße.

Um es vorweg zu nehmen: Die Blutsbrüdertour war ein großer Erfolg. Mehr Biker und Blutspender als zum Neustart der Tour voriges Jahr. Die Teilnehmer waren begeistert von der Ausfahrt bis nach Penkun ins Mecklenburgische sowie vom Programm, das der Verein Blutsbrüder auf die Beine gestellt hatte. Anerkennend klopften viele Frank Schäpe, Michaela Bax und den vielen Helfern und Ordnern auf die Schulter. Schwedt erlebte Motorradfans von ihrer besten Seite und ein cooles Event, das sich noch mehr herumsprechen wird.

Am Samstag trafen sich zur Blutsbrüdertour begeisterte Motorradfahrer zur gemeinsamen Ausfahrt. Doch ihr Wunsch besteht nicht nur nach Spaß, der Sinn ist ein höherer. Sie spendeten anschließend Blut, liessen sich als Knochenmarkspender typisieren und sammelten Spenden. Am Abend spielte auf der Odertalbühne Stahlzeit.
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Blutsbrüdertour 2015

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150 Bikes standen vor dem Start repräsentativ auf dem Theatervorplatz, noch einmal so viele auf dem Parkplatz. Die Yamahas, Suzukis, Harley Davidsons, MZs, Kawasakis und BMWs trugen BAR, FRW, VG, B, MOL, meist aber UM und SDT auf den Kennzeichen. Schwarze Helme dominierten, Leder-Klamotten, Sonnenbrillen, Rammstein-T-Shirts.

Begeistert spenden die Biker Beifall bei den Stunts des Polen Lukasz Musielinski. Der jagte die Drehzahl seines Motorrades in die Höhe, fuhr in allen möglich und unmöglichen Positionen, ließ den Reifen auf dem Asphalt bis fast zum Burnout qualmen.

Das Biker-Fieber packt jung und alt. Peter Rank (63) kam aus Arnsbach in Bayern mit Motorrad in seine alte Heimat, um Freunde wiederzutreffen. Sebastian Gesche (21) aus Angermünde fuhr seine Freundin Jessica De Oliveira Carvallo mit dem Quad aus. Verliebt schmiegte sich Justin Albrecht auf dem Sozius einer 125-er Suzuki eng an ihren Freund Christopher Bloch, gerade 18 Jahre geworden. Motor- und Oldtimer-Fan Hannes Brinkmann (62), im Berufsleben Geschäftsführer, ist genauso dabei wie Hausmeister, Papiermacher, Kellner, Schwimmmeister, Journalisten, Bänker, Sekretärinnen.

54 Blutspenden konnten Dr. Beda Krieter und die Schwestern von Plusblut von den Blutsbrüdern mitnehmen. Es wären noch mehr gewesen, wenn nicht manches frische Tattoo zur Ablehnung der Spende geführt hätte.

Beatrice Bora vom Countryclub Heinersdorf lag entspannt auf der Spenderliege, neben ihr der Cowboyhut. Sie sagt: "Es passiert genug auf den Straßen. Da muss Blut einfach da sein. Wenn ich darauf angewiesen bin, bin ich ja auch froh, wenn mir geholfen werden kann".

Neben den 54 Blutspendern zeigten sechs Biker ihre Bereitschaft, Knochenmarkspender zu werden, ließen sich dafür bei den ehrenamtlichen Helfern Juliane Karsten und Melanie Rath von Uckermark gegen Leukämie typisieren und eine Spende für die Untersuchungskosten da. Während der Tour begleitete Ingolf Hentsch im Tragschrauber die Tour in der Luft, MOZ-Fotograf Oliver Voigt hielt die Ausfahrt dabei im Bild fest. Bis auf einen Biker, der auf den Parkplatz gegen zwei Maschinen fuhr, blieb die Tour unfallfrei. Und der Regen, der nach einer Stunde Metal-Gewitter von Stahlzeit auf der Odertalbühne einsetzte, konnte der guten Stimmung im Publikum auch nichts mehr anhaben.

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MOZ Leser 15.06.2015 - 19:11:36

@MOZ War sonst noch etwas los am Wochenende?

Vlt. eine Veranstaltung mit 50.000 + X Besuchern in Stettin?

Schmidti 15.06.2015 - 11:29:26

Blutsbrüdertour 2015

Gut geplante Veranstaltung, neue Lokation neuer Veranstalter. Als Nichtmotorradfahrer gab es kein Rahmenprogramm und mir war langweilig. Für Kinder hätte man auch mehr machen können. Für die Blutspende gabs 10,-€ , die habe ich gleich gespendet. Es gab mal Gutscheine, das hat diesmal überhaupt nicht funktioniert. Die Band hat zwar gut gespielt, aber da fehlte die Emotion. Ein DJ hätte auch gereicht. Schade eigentlich. Fazit: Es waren 5 sonnige und verregnete Stunden, bis mir im wahrsten Sinne die Bank unterm Hintern weggenommen wurde, weil die Veranstaltung zu Ende war. Auch wenn um 20:00 Stahlzeit spielte. Nächstes Jahr muss vieles besser werden. Schmidti

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