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Sirenen heulen 70 Jahre danach

Getroffen: Amerikanische Bomberverbände legen am 15. März 1945 Oranienburg in Schutt und Asche. Von der Tankstelle Peitz in der Sachsenhausener Straße blieb nicht mehr viel übrig. Diese Originalaufnahme stammt von dem damals 19-jährigen Charles Robinson.
Getroffen: Amerikanische Bomberverbände legen am 15. März 1945 Oranienburg in Schutt und Asche. Von der Tankstelle Peitz in der Sachsenhausener Straße blieb nicht mehr viel übrig. Diese Originalaufnahme stammt von dem damals 19-jährigen Charles Robinson. © Foto: Charles Robinson
Klaus D. Grote / 14.03.2015, 10:08 Uhr - Aktualisiert 22.07.2015, 14:57
Oranienburg (MZV) Sirenen heulen und Glocken läuten, wenn am Sonntag um 14.45 Uhr an die schwere Bombardierung Oranienburgs vor genau 70 Jahren erinnert wird. 5 690 Bomben regneten auf die Stadt nieder, vermutlich etwa 1 000 Menschen verloren ihr Leben, die Stadt wurde in weiten Teilen zerstört.

Bis heute ist die Gefahr der Fliegerbomben geblieben. 300 der insgesamt 4022 Sprengbomben mit Langzeitzünder werden noch im Oranienburger Untergrund vermutet. Zum Jahrestag des Bombenangriffs wurden erneut Forderungen laut nach einer Beteiligung des Bundes an den Kosten zu Suche und Beseitigung der Kriegsmunition. Bisher kommt der Bund nur für Bomben deutscher Herkunft auf.

"Es ist höchste Zeit, dass sich der Bund stärker an den Kosten beteiligt", sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann. Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD)hatte diese Forderung zuletzt mehrfach wiederholt. Außerdem müsse es einen Opferfonds geben.

Brandenburg gilt als das am stärksten von Kriegsmunition belastete Bundesland. Insgesamt 360 000 Hektar sind belastet. Seit 1991 hat das Land 350 Millionen Euro zur Munitionsbeseitigung aufgewendet. Für dieses und kommendes Jahr sind dafür 23 Millionen Euro vorgesehen. Die Stadt Oranienburg gibt jährlich bis zu zwei Millionen Euro für die Suche aus.

Der Oranienburger Florian Luedtke hat jetzt eine Online-Petition gestartet, in der er die Bundesregierung auffordert, die Bombensuche in Oranienburg zu bezahlen. Insgesamt würden dafür 500 Millionen Euro benötigt, so Luedtke. Durch die Bomben könne es jederzeit zu einem tragischen Unglück kommen. Bis Freitagabend hatten weit mehr als 200 Unterstützer die Forderung unter www.change.org unterschrieben. Am Sonntag erinnern in der Orangerie Zeitzeugen an die tragischen Ereignisse vom 15. März 1945.

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