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Sperrkreis aufgehoben
Bombe und Granaten in Oranienburg wurden gesprengt

Tilman Trebs/Janine Richter / 18.02.2020, 08:01 Uhr - Aktualisiert 18.02.2020, 16:30
Oranienburg (MOZ) In Oranienburg ist am Dienstagmittag eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt worden. Wie geplant konnte gegen 13 Uhr der Sperrbereich um die Lehnitzschleuse wieder aufgehoben werden.

Wie der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg (KMBD) nach einem ersten Entschärfungsversuch mitteilte, musste die Bombe gesprengt werden, weil sie über zwei Zünder verfügte. Einer habe bereits beim ersten Versuch erfolgreichunschädlich gemacht werden können. Der zweite Zünder der 150-Kilo-Bombe war widerspenstiger.

Kurz vor der Sprengung eine weitere Überraschung: Die Sprengmeister stellten fest, dass der Blindgänger mit einem Gewicht von 250 Kilogramm 100 Kilo schwerer als angenommen war. Neben der Bombe waren zudem 17 Panzergranaten gefunden worden, von denen 16 gesprengt wurden. Eine Granate wurde abtransportiert, hieß es weiter.

Ursprünglich wollte der KMBD die Bombe nicht sprengen, sondern entschärfen. „Wir hätten sie eigentlich gerne für Schulungszwecke genutzt. Doch der Teufel steckt in den Details“, erklärte Sprengmeister Heino Borchert. Der erste Zünder der amerikanischen Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ließ sich hervorragend entschärfen – der zweite Zünder ließ sich aber „keinen Zentimeter“ bewegen, so Borchert. 

Mehr lesen: Bombe wird am Dienstag in Oranienburg gesprengt

Sperrbereich bis 13 Uhr

Die Sprengung erfolgte um 12 Uhr in vier Intervallen. Dies war für alle Oranienburger rund um den Sperrkreis deutlich zu hören. Gegen 13 Uhr wurde der Sperrbereich wieder freigegeben. Dieser war seit 8 Uhr von sechs Polizisten, sechs Feuerwehrleuten sowie 14 Mitarbeitern der Stadtverwaltung gesichert worden.

Den Blindgänger amerikanischer Bauart hatten Spaziergänger vor einigen Tagen im Wald zwischen der Lehnitzschleuse und dem Gewerbepark-Nord gefunden. Gegen 8.30 Uhr war das Gebiet am Dienstag erfolgreich evakuiert worden. 33 Anwohner hatten ihre Häuser verlassen müssen. 40 Unternehmen in den benachbarten Gewerbegebieten blieben geschlossen.

Autofahrer mussten sich am Dienstag auf kleinere Einschränkungen einstellen. Die Carl-Gustav-Hempel-Straße konnte aus Oranienburg nur bis zur Straße "An den Dünen" befahren werden. Die Straße "An der Lehnitzschleuse/Zum Klinkerhafen" war gesperrt. Die Bernauer Straße (B 273) blieb weiter passierbar.

Mehr als 200 Bomben gefunden

In Oranienburg wird immer wieder Altmunition entdeckt. Seit dem Jahr 1991 wurden schon mehr als 200 Bomben gefunden und unschädlich gemacht. Die Stadt war im Zweiten Weltkrieg stark bombardiert worden, weil es dort mehrere Rüstungsbetriebe und chemische Industrie gab.

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