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Entschärfung im Wald
Wildschweine lieben den Duft gesprengter Bomben

Der drei Meter tiefe Krater duftete nach der Bombensprengung wie Parfüm – zumindest für die Wildschweine im Wald.
Der drei Meter tiefe Krater duftete nach der Bombensprengung wie Parfüm – zumindest für die Wildschweine im Wald. © Foto: Amy Walker
Amy Walker, Tilman Trebs / 19.02.2020, 16:31 Uhr
Oranienburg (MOZ) Anders als eigentlich geplant ist am Dienstag eine 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Wald nördlich von Oranienburg gesprengt worden. Darüber hätten sich anschließend die Wildschweine freuen können – wenn man sie nur gelassen hätte. Warum, erklärt der Schmachtenhagener Förster Gerald Ziegler.

"Die Schwarzkittel fühlen sich vom leicht brandigen Geruch der Detonationen geradezu angezogen. Es ist wie Parfüm. Und sie lieben es, sich in den Kuhlen zu suhlen", sagte Ziegler nach der Sprengung am Dienstag, die einen drei Meter tiefen Krater im Wald zwischen der Lehnitzsschleuse und dem Gewerbepark-Nord hinterlassen hatte. Außer der Bombe hatten die Sprengmeister vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) in vier weiteren Gruben noch 16 Panzergranaten in dieLuft gejagt.

Den duftenden Wildschweinspielplatz räumte das Entschärfungskommando nach getaner Arbeit aber wieder ab. "Wir wollen den Ort wieder so verlassen, wie wir ihn vorgefunden haben", sagte Sprengmeister Heino Borchert. Die Krater wurden wieder zugeschüttet.

Die Bombe hatten Spaziergänger in dem Wald gefunden. Zunächst war der KMBD davon ausgegangen, dass sie den Blindgänger entschärfen kann. Allerdings war die Bombe mit einem zweiten Zünder ausgestattet, der sich nicht entschärfen ließ. Sie wurde deshalb gesprengt. Dafür mussten am Dienstag rund 40 Unternehmen geschlossen bleiben und 33 Anwohner ihre Häuser an der Lehnitzschleuse verlassen.

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