Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mehr als 100 000 Gäste besuchten an drei Tagen das Hansestadtfest / Umjubelte Auftritte von Karat und Griffith

Stadtfest
Gänsehaut beim Bunten Hering

Thomas Gutke / 16.07.2018, 06:00 Uhr - Aktualisiert 16.07.2018, 19:14
Frankfurt/Slubice (MOZ) Was für ein Hansestadtfest! Mehr als 100 000 Besucher aus der Region Ostbrandenburg und der Woiwodschaft Lebus strömten an drei Tagen zum Bunten Hering nach Frankfurt und Slubice. Kulturell jagte ein Programmhöhepunkt den nächsten.

This browser does not support the video element.

Video

Das war der

Videothek öffnen

Lange Schlangen beim Langos, freudiges Warten beim flambierten Lachs: der Bunte Hering war auch diesmal wieder eine einzige internationale Schlemmermeile. Um ausreichend gekühltes Bier sorgten hüben wie drüben vor allem lokale Durstlöscher  – die Frankfurter Brauerei und die Browar Witnica, die in Slubice frisches Lubuskie Jasne ausschenkte. Auf der östlichen Seite der Doppelstadt schauten diesmal gefühlt viel mehr Frankfurter als sonst vorbei. Auf der Bühne am Rondell gaben sich im Zwei-Stunden-Takt polnische Musikstars von Ich Troje über Margaret bis Boys ein Stelldichein.

*

Der heimliche „Star“ des Stadtfestes indes war das gleichnamige Riesenrad. Es drehte seit Donnerstag an den Sieben Raben seine Runden, als sei es das Schwungrad für den Festbetrieb. Tagsüber bot sich den Besuchern von oben der beste Blick auf die Sommerkirmes, die Automesse MMH-Mobil und den Rathausplatz. In der Dunkelheit der Nacht wurde das beeindruckende, leuchtende Rad dann auf unzähligen Selfies verewigt.

*

Ein langgezogenes Oh, ein staunendes Ah! So verfolgten Tausende an der Oderpromenade, auf der Stadtbrücke und am Slubicer Ufer das Feuerwerk am Freitag. Der Regen hatte kurz Pause gemacht, so dass sich Glitzerregen und Fontänen im Fluss widerspiegelten. Nach zehn Minuten war der atemraubende Zauber vorbei, die Menschen strömten nach Hause. Und auf der Magistrale waren plötzlich mehr Autos unterwegs als mittags um zwölf im Berufsverkehr.

*

Ein Ohr reichte nicht. Die Zuschauer mussten sich während der historischen Schauspiele am Holzmarkt schon beide zuhalten, um das Trommelfell zu schonen. Der Rumms über der Oder aus den alten Kanonen war wohl kilometerweit zu hören. Doch  schwere Geschütze gehören nunmal dazu, wenn Szenen aus der Zeit des 30-jährigen Krieges nachgestellt werden. Er nahm vor genau 400 Jahren seinen Anfang, was für den Verein Frankfurt 2003, die Freyfähnlein zu Frankenforde und die Gemeinschaftsaktion Lennépark Anlass für die Inszenierung eines beeindruckenden, historischen Spektakels war – inklusive Fenstersturz mit fliegenden Puppen.

*

1983 tourte die Spider Murphy Gang – getragen von den Erfolgen der neuen Deutschen Welle – durch die DDR. Frankfurt besuchten sie damals nicht. Das holten die „weltberühmten Bayern“, so Frontmann Günther Sigl, nun nach, um  endlich auch in Brandenburg „weltberühmt“ zu werden. Allzu viel für sich werben mussten sie eigentlich nicht. Denn „Skandal um Rosi“ und „Schickeria“ kennen auch alle Frankfurter. Günther Sigl lud vor lauter Spaß gleich ganz Frankfurt in seine Heimatstadt München ein. „Wir haben‘s euch in Frankfurt besucht. Vielleicht kommt’s uns auch a mal besuchen.“

*

Zwei, drei Takte und ein paar Worte von Karat-Sänger Claudius Dreilich reichten, um 10 000 auf dem Rathausplatz in einen Rausch zu versetzen. Sie sangen „Über sieben Brücken“ als wäre es eine Frankfurter Hymne – ein absoluter Gänsehautmoment. Dreilich zeigte sich begeistert: „Das war schon was Besonderes: ein Konzert unterm Riesenrad. Und dann dazu die ausgelassene Stimmung unserer treuen und neuen Fans. Danke Frankfurt!“

*

Am Sonntag dankten dann die Frankfurtern ihrem „Maestro“. Howard Griffith gab als Chefdirigent sein Abschlusskonzert mit dem Staatsorchester. Am Ende standen die Zuschauer, applaudierten, jubelten dem sichtlich gerührten Griffith minutenlang zu. Die Verabschiedung war der emotionale Höhepunkt des Bunten Herings. Und der gefeierte Künstler versprach: „Ich komme wieder, und kontrolliere, was ihr hier so in Frankfurt macht.“

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG