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Chinesisch lernen
Einfacher als gedacht

Alexandra Gebhardt / 08.12.2018, 11:47 Uhr
Brandenburg (MOZ) China ist als Wirtschaftsmacht weltweit einflussreich, unzählige internationale Unternehmen sind hier ansässig. Zudem zählte das Land 2017 offiziell 1,386 Milliarden Einwohner und gilt damit als die meistgesprochene Muttersprache der Welt. Eigentlich gute Gründe Chinesisch zu lernen. Tatsächlich liegt die Zahl der Schüler, die sich für diese Sprache entscheiden, in ganz Deutschland aber nur bei rund 5200.  Dreizehn von ihnen sind am Evangelischen Domgymnasium zu finden, wo Chinesisch seit diesem Schuljahr als dritte Fremdsprache im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts angeboten wird. Und anders als erwartet, steht für sie schon nach wenigen Wochen fest: ja, man kann diese Sprache gut lernen.

Denn anders als die im deutschen Schulsystem weitverbreiteten Sprachen wie Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch oder Latein, bei denen unregelmäßige Verben, viele Fälle und Ausnahmen mitzulernen sind, hat Chinesisch nur wenige Tücken. Zu einem Großteil sind es die Schriftzeichen und die Aussprache mit ihren vier Tönen, die die Basis für den Lernerfolg bilden. Heißt: wer sie einmal beherrscht, hat beim weiteren Pauken kaum Schwierigkeiten. „Ich habe es mir wirklich viel komplizierter vorgestellt, aber im Gegensatz zu anderen Sprachen lernt sich Chinesisch wirklich schnell“, so Rosemarie Schulte, die wie alle anderen Schüler des Kurses von Lehrerin Chou Chih-Ying zu Beginn einen adäquaten chinesischen Namen bekommen hat. In ihrem Fall „Lomei“. „Mei bedeutet auf Deutsch Rose. Und da das ‚R‘ im Chinesischen nicht existiert, wird es durch einen Laut ersetzt, der sich für Europäer wie ein ‚L‘ anhört“, erklärt Chou Chih-Ying, die gebürtig aus Taiwan kommt und bereits zwölf Jahre in Chemnitz an Gymnasien Chinesisch AGs geleitet hat. Mit ihrem Umzug ins Havelland bot sich am Domgymnasium dann eine berufliche Perspektive – und für die Schule die Möglichkeit, Chinesisch als erste Schule in der Stadt und weiteren Umgebung als Lernfach anzubieten. Eine Win-Win-Situation sozusagen.

„Schon vor dem Entstehen des neuen Kurses haben wir durch die Schulpartnerschaft mit der Zhongguang High School in Shanghai-Jiading eine intensive Partnerschaft mit jährlichen Schülerbegegnungen in Deutschland und China gepflegt. Dabei wurde auch vereinbart, dass man sich bemühen will, an beiden Schulen die Sprache des anderen anzubieten. Wir sehen diese Option also bereits seit Jahren vor, mit Frau Chou Chih-Ying hat sich nun aber endlich die Möglichkeit ergeben“, freut sich Schulleiter Winfried Oberbeck, der in Sachen Lernmotivation mit gutem Beispiel voran geht und den Unterricht gleich selbst besucht. Als Französisch-Lehrer ist er zudem davon überzeugt, dass Chinesisch für viele Schüler eine echte Alternative zu den indogermanischen Sprachen, die sonst gelehrt werden, sein kann. „Eben weil Chinesisch sich so anders lernt, kann es bei vielen neue Motivation bringen.“

Und die ist im Klassenzimmer spürbar. Nach einem freundlichen „Ni Hao“, wird ein kleines Lernlied gesungen, danach geht es ans Wiederholen bereits gelernter Vokalen. Aktuell stehen Länder und Städte auf dem Plan. Dazu können die Neuntklässler bereits kleine Unterhaltungen führen, sagen wie sie heißen, wie es ihnen geht und wo sie leben. Und wenn doch einmal etwas zu schnell ging: kein Problem. Choa Chih-Ying widmet sich allen Schülern mit Geduld. Zusätzlich wird sie dabei von Tai Ruo Ming unterstützt, die seit 2016 in Deutschland lebt, Chinesisch als Muttersprache gelernt hat, und so gut es geht, allen anderen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Wer nun Lust hat, selbst Chinesisch zu lernen, ist herzlich zum Tag der Offenen Tür am Evangelischen Domgymnasium am Freitag, 14. Dezember, von 16-19 Uhr eingeladen. Hier besteht dann auch die Möglichkeit mit Frau Chou Chih-Ying ins Gespräch zu kommen und den Kursraum, der mit vielen chinesischen Elementen dekoriert ist, kennenzulernen.

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