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Mit Pauke und Trompeten erste Halbzeit beim Choriner Musiksommer beendet / Positive Zwischenbilanz

Konzert
Klangerlebnis der sphärischen Art

Töne wie mitunter von einem anderen Stern entlockten die Musiker von WorldBrass am Sonnabend ihren Instrumenten beim Konzert im Kloster.
Töne wie mitunter von einem anderen Stern entlockten die Musiker von WorldBrass am Sonnabend ihren Instrumenten beim Konzert im Kloster. © Foto: Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 23.07.2018, 06:30 Uhr
Chorin (MOZ) So gewöhnlich das Instrumentarium, viel Blech, so ungewöhnlich, geradezu atypisch für Chorin die Klänge. Ein Erlebnis der anderen, der sphärischen Art hatten am Sonnabend die etwa 800 Besucher des Musiksommers beim Konzert von WorldBrass, ein international besetztes Ensemble, das im Kloster sein Debüt gab.

Klänge aus dem Weltall oder einmal zum Mond und zurück – das versprachen die elf Musiker vom Weltblech. Und schon die Eröffnung kam außer-gewöhnlich daher: nämlich nicht von der Bühne, sondern im dialogischen Spiel aus der Kapelle und dem Vorraum der Schwarzen Küche. Also gewissermaßen aus der Ferne, der Tiefe des Raumes. Mit Giovanni Gabrielis Canzon à 8. Der italienische Komponist hatte das Werk eigens für den Markusdom in Venedig so komponiert. Mit der Voyager Golden Record Suite erinnerte WorldBrass an ein Ereignis von 1977, als mit der Raumsonde eine Schallplatte ins All geschickt wurde, um eventuell außerirdische, intelligente Lebewesen mit klassischer und Weltmusik bekannt zu machen. Monumentales Finale mit Gustav Holsts Suite „Die Planeten“. Das rbb-Fernsehen nahm’s auf, für die Dokumentation „Chorin – ein Kloster und seine Musik“, die am 28. August (21 Uhr) ausgestrahlt wird.

Die zehn Bläser und der Schlagzeuger waren von der ganz irdischen Atmosphäre Chorins angetan und der Begegnung mit dem Musiksommer. Shawn Grocott (Posaune) lobte „die besonders gute Akustik“. Unter den Gästen Irene Vahl, Musiksommer-Aktivistin, Vereinsvorsitzender Norman Reichelt, der u. a. auch vom vorherigen Percussion-Konzert mit „Elbtonal“ schwärmte, sowie Peter Sauermann. Der Noch-Intendant des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt hört sich schon mal um, sammelt Eindrücke, denn im nächsten Jahr übernimmt er die künstlerische Leitung des Festivals. Und er hat auch schon einige Ideen für das Programm 2020. Mehr wollte er aber nicht verraten.

Zunächst einmal geht die 55. Auflage in ihre zweite Halbzeit. Mit der ersten zeigt sich Geschäftsführer Lars Döbler zufrieden. Gleichzeitig aber auch ein wenig verwundert. Trotz stabiler Wetterlage seien die Rasenplätze in diesem Jahr nicht so stark nachgefragt. Viele Gäste ziehen – aus kaufmännischer Sicht freilich ein Gewinn – die höherpreisigen Tickets im Kirchenschiff vor. Anfang Juli habe man zudem eine Besucherbefragung durchgeführt. Die Auswertung laufe zwar noch, so Döbler. Aber schon jetzt zeige sich, dass die Klassikfreunde einen Konzertbeginn am Sonnabend um 15 Uhr (derzeit 16 Uhr) favorisieren.

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