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Musiksommer erinnert mit 56. Auflage an Mauerfall 1989 / Komposition für Chor und Klavier in Auftrag gegeben

Vorausschau
Chorin erlebt Uraufführung

Stets gefeiert in Chorin: Ludwig Güttler und sein Blechbläserensemble. 1979 war der renommierte Trompeter erstmals für den Musiksommer verpflichtet worden. Seither ist er regelmäßig Gast auf der Bühne im Kirchenschiff, 2019 spielt er am 17. August.
Stets gefeiert in Chorin: Ludwig Güttler und sein Blechbläserensemble. 1979 war der renommierte Trompeter erstmals für den Musiksommer verpflichtet worden. Seither ist er regelmäßig Gast auf der Bühne im Kirchenschiff, 2019 spielt er am 17. August. © Foto: tb
Viola Petersson / 14.11.2018, 06:30 Uhr
Eberswalde/Berlin (MOZ) „Blaues Band der Oder“ ist das Motto des Choriner Musiksommers 2019. Am Dienstag wurde in Berlin der Spielplan für die 56. Saison vorgestellt. Eine Saison, in der der veranstaltende Verein die Zusammenarbeit mit polnischen Künstlern intensivieren will.

Bereits 1968 sollten sie beim Choriner Musiksommer auftreten: die „Posener Nachtigallen“. Der damalige Festivalleiter Gunther Wolff hatte den polnischen Knabenchor engagiert, doch in letzter Minute platzte das Gastspiel. Die Mitglieder hatten kein Visum erhalten. 51 Jahre später aber soll es mit der Premiere im Barnim klappen, diesmal dürfte es keine Hindernisse geben. Am 6. Juli werden die „Posener Nachtigallen“, die zu den besten Knabenchören Europas zählen, beim Klassikfestival in Chorin erwartet.

Mit dieser Verpflichtung, so erklärte Peter Sauerbaum, neuer künstlerischer Leiter beim Musiksommer bei der Programmvorstellung, setze der Verein seine traditionell gute Zusammenarbeit mit polnischen Klangkörpern fort, verstärke sie sogar  noch. Neben dem Knabenchor werden 2019 aus dem Nachbarland das Orchester der Poznaner Philharmonie und das Sinfonieorchester der Stettiner Philharmonie, beide bereits in Chorin gut bekannt, sowie erstmals das Lutosławski Jugendorchester kommen und versuchen, Brücken über die Oder zu bauen.

Zu den Höhepunkten im Spielplan dürfte auch das Konzert des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt (Oder), dessen Intendant Sauerbaum bis vor Kurzem war, am 13. Juli 2019 zählen. Anlässlich des 200. Geburtstages Theodor Fontanes haben die Frankfurter unter ihrem neuen Chefdirigenten Jörg-Peter Weigle ein spezielles Programm konzipiert, das den Beziehungen zwischen Richard Wagner und Fontane nachspürt. Auszüge aus Wagners Walküre und Parsifal werden mit Texten aus Fontanes Roman Adultera und ausgewählten Briefen kombiniert. Als Sprecher für dieses ungewöhnliche Konzert, das Poesie in Wort und Ton verspricht,  konnte der bekannte Schauspieler, Sänger und Schriftsteller Dominique Horwitz gewonnen werden.

Zu den großen Namen der 56. Auflage gehören ferner Ludwig Güttler und die Regensburger Domspatzen, zu den neuen Double Sens vom Balkan und die Bigband der Deutschen Oper Berlin, die zweifellos das musikalische Spektrum im Kirchenschiff mit amerikanischen Jazzstandards erweitert.

Ein Werk indes, das im Sommer in Chorin erklingt, gibt es noch nicht. Denn es wird eigens für den Musiksommer komponiert. Der Veranstalter hat es bei Peter Gotthardt in Auftrag geben: als Hommage an den Mauerfall 1989. Gotthardt, vielen vielleicht unbekannt, sei zu DDR-Zeiten ein Star gewesen, erklärte Volker Hedtfeld, Leiter des Chores Opus Vocale, der das Werk am 17. August uraufführen wird. Gotthardt ist der Schöpfer unzähliger Filmmusiken, darunter für „Die Legende von Paul und Paula“, „Verdammt, ich bin erwachsen“ und „Insel der Schwäne“. Die Chorin-Besucher dürfen also gespannt sein.

Insgesamt weist der Spielplan fürs kommende Jahr 19 Konzerte zwischen 22. Juni und 25. August aus. Das Gastspiel des Jugendorchesters aus Polen ist zugleich als „Choriner JugendMusik“ deklariert. Eine weitere Neuerung betrifft die Besetzung des Kuratoriums. Am Montag hat der Vorsitzende Wolfgang Thierse den Eberswalder Martin Hoeck zum neuen, zusätzlichen Mitglied berufen. Hoeck hat sich unter anderem durch die gleichnamige Stiftung und den „Diplomatischen Salon“ für dieses Ehrenamt empfohlen. Hoecks Kontakte auf diplomatischem Parkett, in die Botschafterkreise wolle man gern nutzen, eben im Interesse eines „Blauen Bandes der Oder“, hieß es. Hoeck selbst freut sich über derlei Kooperationen und sieht sie als bereichernd an. Eine Verbindung „Diplomatischer Salon“ und Musiksommer könne eine Brücke sein.

Programm auf www.choriner-musiksommer.de, Start Kartenvorverkauf am 30. November um 12 Uhr

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