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Differenzen zwischen Musiksommer-Verein und Gemeinde zum Einlassregime / Veranstalter kehrt im kommenden Jahr zum 15-Uhr-Beginn zurück, gegen eine „Abstandszahlung“

Im Hintergrund
Verstimmungen abseits der Konzertbühne im Kloster Chorin

Klangerlebnisse: Am 22. Juni wird der 56. Choriner Musiksommer eröffnet. Bis dahin, so die Hoffnung der Parteien, sind die Dissonanzen überwunden.
Klangerlebnisse: Am 22. Juni wird der 56. Choriner Musiksommer eröffnet. Bis dahin, so die Hoffnung der Parteien, sind die Dissonanzen überwunden. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 17.11.2018, 06:45 Uhr
Eberswalde/Chorin (MOZ) Während die Künstler beim Choriner Musiksommer hoffentlich alle Töne treffen, gibt es im Vorfeld der 56. Auflage einige Verstimmungen. Zwischen dem veranstaltenden Verein und der Gemeinde Chorin bzw. der Klosterverwaltung. Bei der jüngsten Pressekonferenz, auf der das Programm für 2019 vorgestellt wurde, waren die Dissonanzen jedenfalls nicht zu überhören.

Wobei sich Wolfgang Thierse, über viele Jahre Schirmherr und jetzt Vorsitzender des Kuratoriums, zuversichtlich zeigte, dass die Akteure nach „gelegentlichem Streit“ nunmehr „auf einem guten Wege“ der Einigung seien. Er erinnerte die Kommunalpolitiker gleichwohl daran, dass das Kloster sein heutiges Renommee dem Musiksommer verdanke. Der gleichnamige Verein habe mit seinem Wirken und der Reihe „am meisten“ für die Bekanntheit Chorins getan. „Und die Besucher des Musiksommers tragen dies nach draußen.“  Der Choriner Musiksommer, so der frühere Bundestagspräsident (SPD), sei ein „Erlebnis, das sich nicht verbraucht“.

Worum geht es also in dem Zwist? Disharmonien zwischen den Parteien gibt es, dies machten Nachfragen deutlich, zum einen in puncto Eingangssituation, zum anderen wegen der Beginnzeiten. Mitten in der Saison 2018 hat die Klosterverwaltung dem Konzertveranstalter bzw. den Gästen die (Neben-)Pforten geschlossen, was vor allem bei den älteren und gehbehinderten Besuchern für Unmut sorgte. Klosterverwalterin Franziska Siedler begründete dies mit Bauarbeiten auf dem Gelände. In der kommenden Saison, so sicherte sie zu, soll es für Behinderte einen separaten Zugang zum Kloster geben. Der Veranstalter, der für 2019 noch auf einen Vertrag wartet, wolle die Eignung sehr genau prüfen, hieß es am Rande. Einzelheiten zum Einlassregime sollen am 5. Dezember vor Ort besprochen werden. In einem Termin, in den auch die Denkmalbehörden sowie das Landesbauamt einbezogen sind.

Im Fall der Beginnzeiten ist bereits eine Lösung gefunden. Die Klassikreihe kehrt 2019 zu den traditionellen Anfangszeiten um 15 Uhr zurück. Gegen eine Zahlung von 300 Euro pro Konzert an die Klosterverwaltung. Womit sich praktisch die Miete für jede Veranstaltung von 1700 auf 2000 Euro erhöht. Auf die Frage, ob diese Ausgleichszahlung als „Strafzoll“ zu verstehen sei, erklärte Geschäftsführer Lars Döbler: „Nein.“ Die Miete, die der Verein zu entrichten habe, sei seit Jahren konstant. Trotz zweifellos steigender Kosten. Zugegebenermaßen könne das Kloster während der Konzertnachmittage keine weiteren Einnahmen generieren. Insofern ginge die Zahlung in Ordung.  Vereinschef Norman Reichelt bekräftigte: „Wir wollen ein gutes Miteinander pflegen.“

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