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Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Barnim greift in die Debatte um den Biber in Eberswalde ein.

Naturschutz
Schwärze gilt als Tabuzone für Biber

Sven Klamann / 21.07.2019, 14:15 Uhr
Eberswalde (MOZ) Die Aufregung war groß, als sich vor Kurzem ein Biber am helllichten Tag im Park am Weidendamm sehen ließ. Scheinbar unbeirrt von den staunenden Zuschauern schwamm das Tier mehrere Runden in einem Seitenarm der Schwärze, bevor es sich schließlich in ein Gebüsch zurückzog. In der Barnimer Kreisstadt hat das größte Nagetier Europas nicht nur Freunde. Vor allem die Kleingärtner klagen immer wieder über von ihm angerichtete Schäden. Und Harald Schill, der Direktor des Forstbotanischen Gartens, nennt den Biber sogar "den schlimmsten Schädling", der in der 189-jährigen Geschichte der grünen Lehrstätte dort sein Unwesen treibe. Allein in den vergangenen 15 Jahren habe der Biber auf dem im Kern acht Hektar großen Grundstück locker 40 Bäume gefällt.

Entscheidungen im Einzelfall

"Es kann nicht davon die Rede sein, dass der Biber Eberswalde erobert", teilt die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Barnim mit. In einer Masterarbeit von 2014 sei eingeschätzt worden, dass es im gesamten Stadtgebiet etwa 130 Individuen gebe, wird weiter ausgeführt. Seither sei deren Zahl gleichgeblieben oder geringfügig gesunken.

Grundsätzlich sei der Biber nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Ihn zu vertreiben, umzusetzen oder zu töten sei nur im Einzelfall und durch eine Entscheidung der Unteren Naturschutzbehörde möglich. Diese Maßnahmen hätten nicht das Ziel, die Population in Grenzen zu halten und wären nur zulässig, um zum Beispiel erhebliche land-. forst-, fischerei., wasser- oder sonstige wirtschaftliche Schäden abzuwenden oder um die natürlich vorkommende Tier- und Pflanzenwelt zu schützen.

Weiterhin gilt vom 1. September bis 15. März die Brandenburgische Biberschutzverordnung, die an Stauwehren, Deichen und Dämmen, erkennbar gefährdeten Böschungen von öffentlich gewidmeten Verkehrsanlagen Vergrämungs, Fang- und als letztes Mittel auch Tötungsmaßnahmen ohne vorherige Ausnahmegenehmigung ermögliche. "Dazu sind dann allerdings nur ausgebildete Personen berechtigt", informiert die Untere Naturschutzbehörde.

Beratung für Betroffene

Für Eberswalde sind laut Barnimer Kreisverwaltung vier Tabuzonen festgelegt, in denen Biberdämme ohne weitere Ausnahmegenehmigung regelmäßig entfernt werden dürfen, damit es nicht zu Überstauungen und Hochwasser kommt. Dazu gehöre auch die Schwärze.

Im Bereich des Lichterfelder Weges und von Moore/Pumpe habe die Untere Naturschutzbehörde eine Allgemeinverfügung erlassen, die dem zuständigen Wasser- und Bodenverband die dauerhafte Dammentnahme und auch das Fangen der Tiere ohne Rücksprache erlaube, teilt die Kreisverwaltung mit, die Betroffene regelmäßig zu Schutzmaßnahmen vor Biberschäden berät.

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