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Pünktlich vor der Wahl startete der Bau einer Flussbadestelle in Schwedt. Das Streitthema Freibaden ist aber längst nicht beendet.

Wahlthema
Streit um Frei- oder Flussbad

Munitionssuche: Ein Taucher findet ein Beil und Eisenstäbe im Kanal an der Stelle der künftigen Badestelle.
Munitionssuche: Ein Taucher findet ein Beil und Eisenstäbe im Kanal an der Stelle der künftigen Badestelle. © Foto: Michael Dietrich/MOZ
Michael Dietrich / 21.05.2019, 06:45 Uhr
Schwedt (MOZ) Seit die Bürger über das Bürgerbudget abstimmen dürfen, hat kein Vorschlag so viele Stimmen erhalten wie der, eine Studie für ein neues Freibad zu erstellen. Der Vorschlag des Vereins Neues Waldbad erhielt mehr als 3000 Stimmen. Schwedt hat zwar ein Bad, seit dem Abriss des Waldbades aber kein Freibad mehr. Inzwischen ist die Sache aber so ziemlich im Sande verlaufen. Es gibt die Studie ohne klares Ergebnis. Dafür ist jetzt der Bau der Flussbadestelle gestartet.

Mit dem fehlenden Freibad macht Axel Reineke Wahlkampf. Er hat sich der Listenvereinigung BVB/Freie Wähler angeschlossen und wirbt mit dem Slogan: Freie Wähler – Freie Bäder. "Mit dem alten Waldbad ist ein Teil von Schwedt verschwunden, der bis heute eine spürbare Lücke  hinterlässt", sagt der 50-jährige Reineke, "mitten in der Natur zu wohnen und nicht einfach mal zum Baden ans Wasser radeln zu können, kann kein Dauerzustand sein. Die Schwedter, allen voran die Kinder, haben ein echtes, stadtnahes Freibad verdient, dafür stehen wir."

Freibad und Flussbad diskutiert

Unterstützt wird die Forderung von der Bürgerinitiative für Schwedt (BfS), Wir sind Deutschland Schwedt, AfD und NPD. Von der AfD startete Kandidat Nino Pawlak sogar eine Petition zum Stopp der Flussbadestelle, weil die seiner Meinung nach keiner will. CDU-Spitzenkandidat Thomas Büsching hält hingegen Forderungen nach einem kommunalen Freibad für "Unsinn". "Wenn der neue PCK-Haupteigner Rosneft der Stadt so ein Bad schenkt, hätte sicher niemand etwas dagegen, aber die Stadt selbst hat genug damit zu tun, ihre bestehenden Angebote zu erhalten."

SPD-Spitzenkandidat Mike Bischoff, Begründer und Mitglied des Vereins Flussbadestelle, sieht die Badestelle als kleine, aber nette Bereicherung für die Uferpromenade. Ein Ersatz für das Waldbad soll sie gar nicht sein. Der Flussbad-Verein will die Badestelle betreiben und lädt am 31. Mai ab 15 Uhr alle interessierten Bürger ein, mehr darüber zu erfahren und zugleich ein Konzert vom Ensemble Quillo auf der Liegeweise zu genießen.

SPD, CDU und Linke hatten den Ausbau des Flussbades mit ihrer Mehrheit auf den Weg gebracht. Gegenstimmen kamen von BfS, Grünen, UBG und FDP. Bürgermeister Jürgen Polzehl hatte die Badestelle als die derzeit einzige machbare Möglichkeit zum Freibaden verteidigt und Rufe nach einem neuen Waldbad als populistisch kritisiert, damit wolle man nur vor den Bürgern gut dastehen.

Für die Stadtverordnetenversammlung bewerben sich am Sonntag 110 Kandidaten aus 11 Parteien oder Vereinigungen, darunter neu BVB, AfD und FPA.

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