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Über das Leben als Veganerin - und immer noch großem Spaß am Kochen

Umstieg leichter als gedacht

Etwas Verzicht, aber keine Eintönigkeit in der Ernährung: Hannah Hoffmann
Etwas Verzicht, aber keine Eintönigkeit in der Ernährung: Hannah Hoffmann © Foto: Franziska Gunia
Franziska Gunia / 19.01.2015, 10:13 Uhr
Strausberg (MOZ) Veganismus - eine Ernährungsform, die in den letzten Jahren immer häufiger auftritt. Die Motive dafür sind sehr verschieden - die einen wollen nur "cool" und "trendy" sein, die anderen entscheiden sich aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen für den veganen Lebensstil. So auch Hannah Hoffmann (17) aus Strausberg.

Seit fast zwei Jahren ernährt sich die 17-Jährige nun schon vegan. Die Beweggründe dafür sind sowohl Gesundheit als auch Ethik. Angefangen hat alles mit einem Video bei Youtube, welches eine Freundin ihr gezeigt hatte. Krasse Videos wie "60 Sekunden, die dein Leben verändern könnten" oder "Wenn Schlachthäuser Wände aus Glas hätten ..." zeigen schockierende Bilder über die Haltung von Tieren. Das war für Hannah die Motivation, sich vegan zu ernähren. Und auch wenn es am Anfang sehr schwer war, auf Altbekanntes und Geliebtes zu verzichten, so gibt es auch viele positive Veränderungen.

Nach kurzer Zeit verbesserte sich Hannahs Gesundheitszustand, so ließen zum Beispiel ihre Allergien nach oder verschwanden ganz. Aber auch Krankheiten wie Übergewicht oder Neurodermitis können durch den Veganismus verbessert oder sogar geheilt werden. Eine der meist gestellten Fragen ist sicherlich die nach den Blutwerten eines Veganers. Hannah schafft es durch ausgewogene Ernährung, alle Mangelerscheinungen auszugleichen. Bis auf das Vitamin B12, welches nur in tierischen Produkten vorkommt, ist ihr Körper kerngesund.

Erst wenn man sich mit der Materie näher beschäftigt, stellt man entsetzt fest, in wie vielen Produkten tierische Stoffe enthalten sind, so auch Rotwein, Putzmittel oder ausländischem Bier. Neben den offensichtlich tierischen Produkten wie Milch, Eier, Pelz oder Leder verzichten Veganer auch auf Honig oder kosmetische Produkte welche an Tieren getestet wurden. Auf die Frage, ob sie noch Produkte, die nicht vegan sind, besitzt, antwortet Hannah ehrlich, sie habe sich in der Zeit, bevor sie beschlossen hat, vegan zu werden, ein paar nicht vegane Produkte zugelegt. Sie wegzuwerfen, wäre nicht im Sinne des Veganismus, denn dann hätten die Tiere ganz umsonst ihr Leben gelassen. Aber neue Tierprodukte kaufen würde sie nicht.

Das erste halbe Jahr ist das schwerste, das sagen viele Veganer. Man muss aus seinem gewohnten Verhaltensmuster raus und sich jeder Menge unangenehmer Fragen und Situationen stellen. Viele halten es nur für eine Phase oder ignorieren es einfach, so ging es auch Hannahs Umfeld zu Beginn. Zweifelnde Blicke und abschätzige Kommentare gab es, wenn Hannah ihren Entschluss erklärte.

Der häufigste Satz, den man als Vegetarier oder Veganer hört, ist wohl "Also, das könnte ich ja nicht!". Auch Hannah hatte am Anfang Zweifel, ob ihre Willenskraft ausreichen würde, auf so einfache Dinge wie Essen abschmecken oder die Schüssel beim Kuchen backen auskratzen zu verzichten. Denn seit sie den Entschluss getroffen hat, sich vegan zu ernähren, hat sie angefangen, sich mit Dingen wie Ernährung und der Verbindung von Essen und Gesundheit auseinander zu setzen.

Dennoch hat sie nicht aufgehört, für nicht vegane Familienmitglieder und Freunde zu kochen. Und obwohl ihre Familie nicht auf Fleisch und Co. verzichten will, unterstützen sie Hannah und machen teilweise sogar mit. Sie selbst sagt dass es immer einfacher wird, sich vegan zu ernähren. Fast in ganz Deutschland und besonders in den Großstädten gibt es Restaurants und Läden, die sich auf vegane Produkte spezialisiert haben oder zumindest ein kleines veganes Angebot haben. Am liebsten kocht die Schülerin jedoch selbst.

Für Einsteiger oder Leute, die einfach mal reinschnuppern würden, empfiehlt sie die Buchreihe "vegan for ..." von Attila Hildmann. Die drei Bücher mit den Titeln "vegan for fit", "vegan for youth" und "vegan for fun" beschäftigen sich mit dem veganen Lebensstil und beinhalten eine 30 Tage Challenge, in der Interessierte das Leben als Veganer ausprobieren können. Mit interessanten, leckeren Rezepten und hilfreichen Tipps und Erfahrungsberichten gibt das Buch Antworten auf unendlich viele Fragen.

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