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zur Konjunktur
Nur ein paar dunkle Wolken

Dieter Keller
Dieter Keller © Foto: SWP
Meinung
Dieter Keller / 26.06.2018, 21:00 Uhr
Berlin (MOZ) Eingefleischte Pessimisten müssen sich in diesen Tagen besonders wohlfühlen. Täglich gibt es nicht nur eine neue Fortsetzung des Dauerdramas in der Union, sondern auch Meldungen, dass am Konjunkturhimmel dunkle Wolken aufziehen. Reihenweise korrigieren die Wirtschaftsforscher ihre Prognosen für dieses und das nächste Jahr nach unten.

Doch näher besehen gibt es wenig Grund, Trübsinn zu blasen. Wenn die Forschungsinstitute 2018 nur noch knapp zwei Prozent Wachstum erwarten statt deutlich mehr, dann ist das nur eine Normalisierung, nachdem sie sich zu Jahresbeginn in eine übertriebene Euphorie gesteigert hatten. Der Aufschwung flacht etwas ab. Aber er ist immer noch da. Das Wachstum bleibt größer, als die Wissenschaftler langfristig für erreichbar halten.

Unerfreulich ist, dass der Rückenwind aus dem Ausland abflaut – kein Wunder angesichts des Handelskriegs, den Donald Trump vom Zaun bricht. Der US-Präsident schadet der Konjunktur weltweit. Hinzu kommt nicht nur der Brexit, dessen Umstände neun Monate vor dem Austritt Großbritanniens aus der EU immer noch völlig offen sind, sondern neuerdings auch noch Italien, das unter der neuen Regierung unberechenbar ist.

Nur gut, dass die Wirtschaft im Inland floriert. Kräftige Lohnerhöhungen in vielen Branchen sorgen für steigende Kaufkraft, und die Bürger geben ihr Geld auch aus, schon weil es auf dem Sparkonto nichts abwirft. Zudem erhöht der Staat seine Investitionen. All das hatten nicht nur kritische Wissenschaftler, sondern auch ausländische Politiker immer wieder gefordert. Jetzt funktioniert diese Stütze, und das sollten alle anerkennen.

Also vorerst Entwarnung – wäre da nicht die Unsicherheit bei den politischen Rahmenbedingungen, die Gift ist für die Unternehmen. Wenn sie nicht wissen, ob und in welcher Konstellation die Große Koalition morgen noch an der Regierung ist, dann bremsen sie bei den Investitionen. Zudem droht sich eine anhaltende Regierungskrise negativ auf das Konsumklima der Bürger auszuwirken. Eine Zeitlang hält es die Wirtschaft auch ohne Regierung aus, solange die Bürokratie läuft. Aber die Unzufriedenheit wächst, weil Reformen ausbleiben. Die Welt wartet nicht, bis sich deutsche Politiker geeinigt haben.

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Donald Trump Pessimist Italien Dauerdrama Konjunkturhimmel

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