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Gefährlicher Erreger
Suche nach EHEC-Erreger im Bach geht weiter

18.06.2011, 23:41 Uhr - Aktualisiert 13.10.2017, 12:40
Frankfurt/Main (AP) Nach dem Nachweis des gefährlichen EHEC-Erregers in einem Bach bei Frankfurt am Main rechnen die hessischen Behörden frühestens am Montag mit neuen Erkenntnissen. Dann erst liegen voraussichtlich Ergebnisse der bislang entnommenen Proben vor, wie eine Sprecherin des hessischen Sozialministeriums am Samstag sagte. Noch sei unklar, ob die EHEC-Erreger im Erlenbach von der nahen Kläranlage im Bad Homburger Stadtteil Ober-Erlenbach stammen könnten. Unterdessen teilte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) mit, er gehe davon aus, dass der Höhepunkt der Epidemie mit dem Darmkeim EHEC überschritten ist.

„Mittlerweile gehen die Zahlen der Neuinfektionen wieder zurück“, sagte Bahr am Samstag beim Besuch des Instituts für Hygiene des Uni-Klinikums Münster. Zwar sei weiterhin mit Todesfällen zu rechnen, betonte der Minister. „Das Schlimmste haben wir aber hinter uns.“ Zu dem EHEC-Fund im Erlenbach erklärte er: „Der Fall in Hessen wird von den Behörden untersucht, es werden weitere Proben genommen.“ Grundsätzlich bestehe in der Region ohnehin ein Badeverbot. Auch von einer Verseuchung des Trinkwassers sei nicht auszugehen.

Bakterien des hochgefährlichen Erregertyps O 104:H 4 waren am Freitag in dem Bach bei Frankfurt gefunden worden. Das Gewässer rückte ins Blickfeld der Behörden, nachdem auf einem nahegelegenen Gemüsehof im Frankfurter Stadtteil Nieder-Erlenbach weniger aggressive EHEC-Erreger nachgewiesen worden waren. Wie die Erreger in den Fluss gerieten, wird derzeit untersucht. Den Angaben zufolge besteht jedoch keine Verbindung zwischen dem Fließgewässer und der Trinkwasserversorgung. Am Wochenende sollten dem Erlenbach laut Ministerium keine weiteren Proben entnommen werden.

Am Freitag wurde zudem erstmals eine Übertragung des EHEC-Erregers von Menschen auf Lebensmittel festgestellt. Eine mit dem gefährlichen Keim infizierte Mitarbeiterin eines Partyservices aus Nordhessen übertrug das Bakterium auf Essen und steckte 20 Teilnehmer einer Familienfeier in Niedersachsen an. Laut Sozialministerium war die Frau an der Zubereitung des Essens beteiligt gewesen. Wenig später sei sie am hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) erkrankt, das durch den EHEC-Erreger ausgelöst werden kann. Von den 20 bei der Familienfeier Infizierten entwickelte sich bei dreien ebenfalls HUS.

Seit Anfang Mai starben bundesweit 39 Menschen im Zusammenhang mit EHEC. Das bislang letzte Todesopfer war ein 81 Jahre alter Mann aus Nordrhein-Westfalen, der laut Landesgesundheitsministerium am Donnerstag starb.

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